Krafttraining, Einheiten

Krafttraining: Zwei Einheiten pro Woche senken Demenzrisiko um 45%

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 16:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Gezielter Muskelaufbau im Alter senkt nachweislich das Demenzrisiko und beugt Stürzen vor. Neue Studien und Kurse unterstützen Senioren.

Krafttraining für Senioren: Schutz vor Demenz und Muskelabbau
Ältere Menschen trainieren in einem Fitnessstudio mit Gewichten und Widerstandsbändern, um Muskeln aufzubauen und fit zu bleiben. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gezielter Muskelaufbau erhält nicht nur die körperliche Selbstständigkeit, sondern senkt auch das Risiko für Demenz und Stoffwechselerkrankungen.

Die Muskulatur gilt in der modernen Sportmedizin als aktives Stoffwechselorgan. Ohne entsprechendes Training kann bis zur Hälfte der Muskelmasse im Alter verloren gehen, warnt Fachmann Jürgen Gießing. Bereits zwei Ganzkörpereinheiten pro Woche von 30 bis 45 Minuten reichen aus, um diesem Prozess entgegenzuwirken. Das Training dient vor allem der Sturzprophylaxe und der allgemeinen Langlebigkeit.

Prävention von Demenz und Sarkopenie

Die sogenannte Muskel-Hirn-Achse rückt zunehmend in den Fokus der Forschung. Daniel König von der Universität Wien erklärt: Arbeitende Muskeln schütten Botenstoffe aus, die das Nervenwachstum anregen und Gedächtnis sowie geistige Beweglichkeit fördern. Schätzungen zufolge ließen sich bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen durch Lebensstilanpassungen vermeiden oder hinauszögern.

Die Universität Wien untersucht derzeit in einer randomisierten Doppelblindstudie mit 126 Teilnehmenden zwischen 65 und 85 Jahren die Effekte von Krafttraining in Kombination mit L-Serin-Supplementierung über 48 Wochen. Eine Informationsveranstaltung dazu findet am 20. Juli 2026 statt.

Ein weiteres zentrales Thema: die Sarkopenie – der übermäßige Verlust von Muskelmasse und -funktion. Kristina Norman von der Charité erläutert, dass die Kraftabnahme ab 70 deutlich schneller voranschreitet als der reine Masseverlust. Als Goldstandard gilt progressives Krafttraining kombiniert mit ausreichender Proteinzufuhr. Experten empfehlen älteren Menschen täglich etwa ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht.

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Neue digitale und regionale Angebote

Am heutigen Samstag startete ein neuer zertifizierter Online-Präventionskurs speziell für Menschen über 60. Das Programm umfasst mehrere Stunden Videomaterial und wird von den Krankenkassen bezuschusst.

Auch auf kommunaler Ebene tut sich etwas. In Emmen läuft ein Projekt für Menschen ab 55 Jahren mit Yoga-Einheiten. In Geestemünde startet am 3. September 2026 ein zwölfwöchiges Sturzprophylaxe-Training, das Gleichgewicht und Beinmuskulatur stärkt.

Biologische Grundlagen des Muskelabbaus

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Die Forschung hat ein Gen identifiziert, das für die Reparaturmechanismen der Muskulatur zuständig ist und im Alter an Aktivität verliert. Regelmäßige Bewegung kann dieses Gen reaktivieren und den Abbau verlangsamen.

Sportmediziner raten Untrainierten zu einer ärztlichen Untersuchung vor Trainingsbeginn. Studien belegen jedoch: Selbst im hohen Alter sind signifikante Fortschritte möglich. Untrainierte 60-Jährige können ihre Muskelkraft innerhalb eines Jahres verdoppeln. Neben Krafttraining empfehlen Experten moderate Ausdaueraktivitäten wie Radfahren, Schwimmen oder Walking – für ein ganzheitlich gestärktes Herz-Kreislauf-System.

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