Krafttraining, ACSM

Krafttraining: ACSM kippt alte Dogmen – zwei Wiederholungen vor Versagen reichen

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das ACSM hat seine Krafttrainings-Empfehlungen nach 17 Jahren aktualisiert. Im Fokus stehen Beständigkeit und Intensität statt komplexer Geräte.

Neue ACSM-Leitlinien: So gelingt Krafttraining effektiv
Eine Person führt in einem modernen Sportwissenschafts-Labor eine kontrollierte Kraftübung für das Mobilitätstraining aus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das American College of Sports Medicine (ACSM) hat im März 2026 seine Krafttrainings-Leitlinien erstmals seit 17 Jahren grundlegend überarbeitet. Die Botschaft: Beständigkeit und Intensität sind wichtiger als komplexe Geräte oder Training bis zum Muskelversagen.

Weniger ist mehr beim Krafttraining

Die neuen Empfehlungen stellen bisherige Dogmen infrage. Statt bis zur kompletten Erschöpfung zu trainieren, reicht es demnach aus, Sätze zwei bis drei Wiederholungen vor dem Muskelversagen zu beenden. Für die Maximalkraft empfehlen die Experten eine Belastung von mindestens 80 Prozent des Einer-Maximum-Gewichts (1RM). Beim Muskelaufbau gelten mindestens zehn Sätze pro Woche und Muskelgruppe als effektiv.

Der Kern der neuen Leitlinien: Einfachheit. Basisübungen eignen sich für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Die Qualität der Ausführung und die Kontinuität entscheiden über den langfristigen Erfolg – nicht die Komplexität des Trainingsplans.

Alte Übungen auf dem Prüfstand

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Elektromyografische Untersuchungen (EMG-Studien) zeigen: Viele beliebte Übungen für die Gesäßmuskulatur sind weniger effektiv als gedacht. Die klassische „Clamshell“-Übung aktiviert den Gluteus medius nur zu 17 bis 28 Prozent.

Deutlich wirksamer sind alternative Bewegungsformen. Dazu zählen die seitliche Planke mit Beinabspreizen (Side Plank Hip Abduction), einbeinige Kniebeugen und der rumänische Kreuzheber. Diese Übungen fordern die Muskulatur über einen größeren Bewegungsbereich und fördern die Stabilisierung – besonders wichtig für die Sturzprävention.

Trainerin Lilian Kuster empfiehlt: Trainingsreize sollten etwa alle drei Monate angepasst werden, um Plateaus zu überwinden. Die Grundübungen bleiben dabei acht bis zwölf Wochen gleich, lediglich die Gewichte werden gesteigert.

Exoskelette erobern den Markt

Im Juli 2026 kommen neue Exoskelett-Serien auf den europäischen Markt. Die Systeme nutzen künstliche Intelligenz und steuern die Gangsynchronisation mit über 97 Prozent Präzision. Tests am Pürschling belegen eine signifikante Entlastung des Herz-Kreislauf-Systems: Die Herzfrequenz sank um bis zu 42 Prozent, der Sauerstoffverbrauch um fast 39 Prozent.

Die Technologie zielt darauf ab, die Reichweite bei Outdoor-Aktivitäten auf bis zu 30 Kilometer zu erhöhen und physische Barrieren im Gelände zu reduzieren. Motoren und Sensoren reagieren innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde.

SilverCruiser: Mobilität für Senioren

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Das Fraunhofer IMWS entwickelt parallel ein Leichtelektrofahrzeug speziell für den ländlichen Raum. Der „SilverCruiser“ ermöglicht den Einstieg mit Rollstühlen oder Gehhilfen. Optional lässt sich ein Pedalantrieb integrieren, der die körperliche Aktivität fördert.

Praxisprogramme für alle Altersgruppen

In Augsburg starten im September und Oktober 2026 spezielle Trainings für Rollstuhlnutzer. Eine App unterstützt die Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag. Die AOK NordWest hat zudem eine Ausschreibung für wissenschaftlich fundierte Bewegungstrainings für Pflegebedürftige gestartet.

Ein ungewöhnlicher Ansatz kommt aus Singapur: Dort zeigen Parkour-Kurse für die Altersgruppe zwischen 50 und 70 Jahren Erfolge bei der Verbesserung des Gleichgewichts.

Die Entwicklung zeigt: Modernes Mobilitätstraining setzt auf eine Kombination aus evidenzbasierten Kraftübungen, regelmäßiger Anpassung der Trainingsreize und gezieltem Technologieeinsatz.

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