Krafttraining: 90 Minuten pro Woche senken Sterberisiko um 13%
22.06.2026 - 22:04:19 | boerse-global.de
Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Juni 2026 zeigen: Wer regelmäßig trainiert, senkt sein Sterberisiko um bis zu 40 Prozent.
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Vierfach höheres Risiko bei schlechter Fitness
Eine Analyse von Chris Macdonald von der University of Cambridge, veröffentlicht am 22. Juni 2026, offenbart erschreckende Zahlen: Eine sehr schlechte Herz-Lungen-Ausdauer ist mit einem um etwa 400 Prozent höheren Sterberisiko verbunden. Zum Vergleich: Rauchen erhöht das Risiko um rund 50 Prozent, geringe Muskelkraft um 200 Prozent.
„Intensive Aktivität pro Minute ist bis zu achtmal effektiver bei der Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als moderate Bewegung“, betont Macdonald. Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining könne die Sterblichkeit um rund 40 Prozent senken. Der Forscher fordert zudem höhere Empfehlungen für die tägliche Eiweißzufuhr – bei 79 Kilogramm Körpergewicht etwa 120 Gramm pro Tag.
90 Minuten Krafttraining pro Woche reichen
Eine Langzeitstudie der Harvard University mit über 147.000 Teilnehmern über 30 Jahre präzisiert den zeitlichen Aufwand. Bereits 90 bis 120 Minuten Krafttraining pro Woche senken das allgemeine Sterberisiko um 13 Prozent. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Tod sinkt um 19 Prozent, für neurologische Erkrankungen wie Demenz sogar um 27 Prozent.
Weitere Studien im Journal of the American College of Cardiology und in JAMA Network Open fokussieren auf Frauen:
- Bei über 117.000 Frauen reduzierte Krafttraining von mindestens zwei Stunden pro Woche das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant.
- Bei 5.472 älteren Frauen (Durchschnittsalter 78,7 Jahre) erwies sich die Griffkraft als eigenständiger Marker. Eine höhere Griffkraft korrelierte mit einer um 12 Prozent niedrigeren Sterblichkeit – unabhängig von sonstiger Aktivität.
Abnehmspritzen als Bewegungsbremse
Trotz belegter Vorteile gibt es neue Hindernisse. Eine auf dem Kongress ENDO 2026 vorgestellte Studie mit 753 Erwachsenen zeigt: GLP-1-Therapie (Abnehmspritzen) reduziert unerwartet die Bewegung. Die tägliche Schrittzahl sank im Schnitt von 5.047 auf 4.487. Experten warnen vor unerwünschtem Muskelmasseverlust und empfehlen feste Bewegungsziele zu Therapiebeginn.
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In Deutschland klafft zudem eine Lücke zwischen Bewusstsein und Handeln. Laut einer WIP/VKB-Studie vom 22. Juni 2026 halten 80 Prozent der 3.000 Befragten Bewegung für wichtig – doch 10 Prozent treiben gar keinen Sport, 20 Prozent bewegen sich weniger als eine Stunde pro Woche. Größte Hürden: fehlendes Geld (47 Prozent) und Zeitmangel.
Schlaf als unterschätzter Faktor
Eine in Nature veröffentlichte Studie mit 500.000 Teilnehmern identifiziert das optimale Schlafzeitfenster. Für Frauen liegt die ideale Dauer zwischen 6,4 und 7,8 Stunden, für Männer zwischen 6,4 und 7,7 Stunden. Abweichungen könnten die Organalterung beschleunigen.
Angesichts einer alternden Gesellschaft – bis 2050 werden in Deutschland rund 10 Millionen Menschen über 80 Jahre erwartet – rückt die Arbeitswelt in den Fokus. Ein DAK-Gesundheitsreport vom 22. Juni 2026 zeigt: 52 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren streben einen vorzeitigen Renteneintritt an. DAK-Chef Andreas Storm fordert ein verstärktes betriebliches Gesundheitsmanagement, um die Arbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmer langfristig zu sichern.
