Krafttraining, Minuten

Krafttraining: 90 Minuten pro Woche senken Herztod-Risiko um 19%

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 13:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Spezielle Gehprogramme und Krafttraining ab 50 Jahren reduzieren Bauchfett und senken das Sterberisiko laut aktueller Studien.

Gehübungen und Krafttraining: Neue Wege gegen Bauchfett ab 50
Eine aktive Person über 50 geht auf einem Weg im Freien, symbolisiert Bewegung und Gesundheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Fokus liegt auf der Reduzierung von Bauchfett – viszerales Fettgewebe gilt als Risikofaktor für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aktuelle Ansätze kombinieren klassische Bewegungsmuster mit gezielten Aktivierungstechniken.

Fünf Gehübungen für die Tiefenmuskulatur

Personal Coach Monty Simmons und das Magazin Women's Health stellten Mitte Juli 2026 ein spezielles Programm vor. Es umfasst fünf Gehübungen, die die tiefe Rumpfmuskulatur aktivieren und die Fettverbrennung ankurbeln sollen. Neben dem Kalorienverbrauch verbessern die Übungen Balance, Koordination und Haltung.

Das Programm im Überblick:

  • High-Knee Power Walk: Dynamisches Gehen mit betontem Kniehub
  • Walking Core Braces: Gehen unter bewusster Anspannung der Körpermitte
  • Cross-Body Walking Steps: Diagonale Bewegungsmuster für die Koordination
  • Heel-to-Toe Posture Walk: Bewusster Abrollvorgang zur Haltungskorrektur
  • March-and-Hold Walk: Marschieren mit kurzen Haltephasen zur Stabilisierung

Empfohlen werden 12 bis 15 Minuten Training, drei- bis viermal pro Woche. Ein spezieller Acht-Schritte-Atemzyklus beim Gehen – über 45 bis 60 Minuten an drei bis fünf Tagen pro Woche – soll die Fettverbrennung zusätzlich unterstützen.

Krafttraining senkt Sterberisiko deutlich

Die Bedeutung von Bewegung belegt eine Studie im British Journal of Sports Medicine vom Juli 2026. Demnach senkt wöchentliches Krafttraining von 90 bis 120 Minuten das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um 19 Prozent. Bei neurologischen Erkrankungen liegt die Risikoreduktion sogar bei 27 Prozent.

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Die Daten basieren auf 147.000 Probanden. Doch nur 23 Prozent der Frauen erreichen derzeit die Bewegungsempfehlungen der WHO. Diese sehen wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderate Aktivität oder 75 bis 150 Minuten intensiven Ausdauersport vor – plus zweimal Krafttraining.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) veröffentlichte im Juli 2026 in Frontiers in Public Health eine ermutigende Nachricht: Bereits 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche reichen aus. Minimal-Dosis-Ansätze oder Supersätze machen es möglich.

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Medikamente und Prävention im Fokus

Übergewicht hat weitreichende Folgen für die Medikation im Alter. Eine Analyse vom Juli 2026 zeigt: Adipositas ist für 15 bis 25 Prozent der Polypharmazie bei Senioren verantwortlich. Neue GLP-1-Präparate könnten die Medikationslast senken – doch die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechsel (DGEM) warnt vor möglichem Muskelabbau.

Für Frauen mit polyzystischem metabolischen Ovarsyndrom (PMOS) zeichnen sich neue Optionen ab. Weltweit sind rund 170 Millionen betroffen, 85 Prozent haben eine Insulinresistenz. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfahl im Mai 2026 die Zulassung einer oralen Semaglutid-Tablette. Die Marktzulassung wird für Mitte August 2026 erwartet.

Parallel dazu rücken edukative Ansätze in den Vordergrund. Die Universität Gießen plant für November 2026 den Start der EASE-Studie zu den Effekten intuitiven Essens. Volkshochschulen erweitern im Spätsommer 2026 ihr Angebot um Kurse in Yoga, Qi Gong und Sturzprävention – ein Zeichen für den wachsenden Bedarf einer alternden Gesellschaft nach präventiver Bewegung.

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