Konservierungsstoffe: Acht Zusatzstoffe erhöhen Bluthochdruck-Risiko um 29%
22.06.2026 - 11:04:23 | boerse-global.de
– eine französische Langzeitstudie zeigt: Bestimmte Konservierungsstoffe in Lebensmitteln stehen im Verdacht, Herz und Kreislauf zu schädigen.
112.000 Teilnehmer, sieben Jahre Beobachtung
Forscher des französischen Instituts Inserm werteten die Daten der NutriNet-Santé-Studie aus. Über sieben bis acht Jahre beobachteten sie 112.395 Erwachsene (Durchschnittsalter: 42,8 Jahre). Das Ergebnis: 99,5 Prozent der Teilnehmer konsumierten regelmäßig mindestens einen der 17 untersuchten Konservierungsstoffe.
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Die Studie, veröffentlicht im European Heart Journal, identifiziert acht Zusatzstoffe, die mit einem erhöhten Bluthochdruck-Risiko zusammenhängen:
- Kaliumsorbat (E202)
- Kaliummetabisulfit (E224)
- Natriumnitrit (E250)
- Ascorbinsäure (E300)
- Natriumascorbat (E301)
- Natriumerythorbat (E316)
- Zitronensäure (E330)
- Rosmarinextrakte (E392)
29 Prozent mehr Risiko bei hohem Konsum
Die Zahlen sind deutlich: Personen mit dem höchsten Konsum nicht-antioxidativer Konservierungsmittel hatten ein 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck als die Gruppe mit dem niedrigsten Konsum. Auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Angina pectoris stieg – um 16 Prozent.
Doch nicht nur klassische Konservierungsstoffe sind problematisch. Auch antioxidative Zusatzstoffe (E300 bis E399) zeigten eine Assoziation mit einem 22 Prozent höheren Bluthochdruck-Risiko.
Vitamin C als Risikofaktor?
Besonders überraschend: Ascorbinsäure (E300) – eigentlich eine Form von Vitamin C – wurde in isolierter Form als industrieller Zusatzstoff mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Sogar natürliche Konservierungsmittel wie Rosmarinextrakte (E392) zeigten statistische Zusammenhänge mit steigendem Blutdruck.
Das macht die Sicherheitsbewertung von Lebensmittelzusatzstoffen komplexer als gedacht.
Forscher fordern Neubewertung der Grenzwerte
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Die Ergebnisse reihen sich ein in eine Serie von Studien aus dem Frühjahr 2026. Bereits das British Medical Journal hatte Daten veröffentlicht, nach denen sechs Additive mit erhöhtem Krebsrisiko und zwölf Zusatzstoffe mit Typ-2-Diabetes in Verbindung stehen könnten.
Die Autoren um Dr. Mathilde Touvier betonen: Die Beobachtungsstudie zeigt starke Korrelationen, liefert aber keinen direkten kausalen Beweis. Dennoch fordern sie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die US-amerikanische FDA zu einer umfassenden Neubewertung der Sicherheitsgrenzwerte auf.
Bis dahin empfehlen Fachleute: Greifen Sie zu unverarbeiteten oder nur minimal verarbeiteten Lebensmitteln. Das reduziert die tägliche Aufnahme industrieller Additive – und schont womöglich das Herz.
