Knochengesundheit: Vegetarische Frauen haben 33% höheres Fraktur-Risiko
08.06.2026 - 13:21:21 | boerse-global.de
Doch aktuelle Forschung zeichnet ein differenzierteres Bild.
Für wen die Supplementierung wirklich sinnvoll ist
Eine im Juni 2026 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit unter der Leitung von Olivier Massé zeigt: Bei älteren Menschen ohne spezifische Vorerkrankungen senkt die Kombination das Risiko für Stürze und Frakturen kaum. Profitieren tun vor allem Patienten, die bereits Osteoporose-Medikamente einnehmen, Kortikosteroide erhalten oder sich einer bariatrischen Operation unterzogen haben.
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Für die allgemeine Bevölkerung ab 65 Jahren ohne solche Indikationen wirken gezieltes Gleichgewichts- und Krafttraining sowie spezifische medikamentöse Therapien messbar besser. Bei Personen unter 35 Jahren kann die Supplementierung dagegen den Knochenaufbau unterstützen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt vegetarisch lebenden Frauen: Bei ihnen wurde ein um 33 Prozent erhöhtes Risiko für Hüftfrakturen beobachtet.
Unterversorgung bleibt ganzjähriges Problem
Eine Studie der Newcastle University aus Mai 2026 untersuchte die Vitamin-D-Spiegel bei älteren Erwachsenen und ethnischen Minderheiten im Norden Großbritanniens. Das Ergebnis: Mehr als 50 Prozent der Probanden ab 65 Jahren wiesen ganzjährig unzureichende Werte auf – selbst in den Sommermonaten stiegen die Spiegel nicht signifikant an.
Die Forscher plädieren für konsistente, ganzjährige Strategien zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung. In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) derzeit eine tägliche Zufuhr von 800 IE Vitamin D. Schätzungen zufolge gilt etwa die Hälfte der Senioren als unterversorgt.
Vorsicht vor hochdosierten Präparaten
Experten warnen vor einer unkontrollierten Einnahme hochdosierter Präparate. Auf dem Pharmacon-Kongress in Meran betonte Professor Dr. Mona Tawab vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker: Viele Verbraucher gehen fälschlicherweise davon aus, Nahrungsergänzungsmittel unterlägen den gleichen strengen Prüfverfahren wie Arzneimittel.
Doch hochdosierte Präparate können erhebliche Nebenwirkungen auslösen – Übelkeit, Herzrhythmusstörungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Eine Überdosierung von Kalzium führt zu Hypercalcämie und Nierensteinen. Als kritisches Warnsignal gilt ein Serum-Calcium-Wert von über 10,5 mg/dL.
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Fachleute raten daher: Vor Beginn einer Supplementierung den individuellen Bedarf durch eine Blutwertbestimmung beim Arzt klären lassen.
Wirtschaftliche Herausforderungen für den Markt
Parallel zu den gesundheitlichen Aspekten rücken wirtschaftliche Faktoren in den Fokus. Der Verband Pharma Deutschland wies Anfang Juni 2026 auf eine angespannte Marktsituation hin. Steigende Produktionskosten und drohende Lieferverzögerungen könnten die Verfügbarkeit von Präparaten zur Knochengesundheit beeinflussen.
Während die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die begleitende Gabe von Vitamin D und Kalzium bei bestimmten Therapien – etwa mit Teriparatid – weiterhin explizit empfiehlt, bleibt der Markt für frei verkäufliche Supplemente unübersichtlich. Immer mehr Kombinationsprodukte mit Magnesium, Zink oder Vitamin B6 drängen in die Regale.
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