Knochenbrüche: Vitamin D allein schützt nicht – Metaanalyse widerlegt Mythos
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 17:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Metaanalyse im British Medical Journal. Die Autoren raten von einer routinemäßigen Supplementierung ab.
Ergebnisse der Analyse
Die Forscher werteten 69 Studien mit über 154.000 Erwachsenen aus. Das Ergebnis: Wer nur Vitamin D einnimmt, senkt sein Frakturrisiko nicht. Der relative Risikowert lag bei genau 1,0 – also kein messbarer Effekt.
Anders sieht es bei Calcium aus: In elf Studien mit rund 9.000 Teilnehmern sank das Risiko leicht auf 0,91. Die Kombination aus Calcium und Vitamin D reduzierte die Gesamtzahl der Brüche um ein Prozent. Bei Hüftbrüchen lag die absolute Risikoreduktion bei 0,3 Prozent.
Was bedeuten die Zahlen?
Die geringen absoluten Werte täuschen. Eine Osteoporose-Expertin betont: Die relative Senkung von Hüftbrüchen durch die Kombinationstherapie liegt bei etwa 16 Prozent. In Deutschland gibt es jährlich 130.000 bis 160.000 Hüftbrüche. Das könnte klinisch relevant sein – und das Gesundheitswesen um bis zu elf Millionen Euro entlasten.
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Trotzdem raten die Studienautoren von einer pauschalen Supplementierung ab. Stattdessen empfehlen sie:
- Regelmäßige Bewegung, besonders Kraft- und Gleichgewichtstraining
- Calciumreiche Ernährung
- Ausreichend Sonnenlicht für die körpereigene Vitamin-D-Produktion
- Sturzprävention im Haushalt
Wichtig: Die Ergebnisse gelten für die Allgemeinbevölkerung. Patienten mit Osteoporose oder hohem Frakturrisiko sind anders zu bewerten.
Vitamin D und das Immunsystem
Neben der Knochengesundheit untersucht die Forschung auch andere Effekte. Eine Übersichtsarbeit von Maria Wendel fragt: Können Vitamin-D-Präparate Kinder vor Atemwegsinfekten schützen? Erste Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang zwischen niedrigen Spiegeln und höherem Infektionsrisiko hin.
Der Körper produziert Vitamin D unter Sonneneinstrahlung. Ein Mangel tritt besonders im Winter auf, wenn die Eigenproduktion ausbleibt. Das Robert Koch-Institut misst den Wert über den Blutmarker 25-Hydroxyvitamin D.
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Bewegung als Schlüsselfaktor
Sportmediziner setzen auf einen anderen Ansatz: Krafttraining. Über die sogenannte Muskel-Hirn-Achse fördert es nicht nur die körperliche Stabilität, sondern auch die geistige Beweglichkeit. Für Senioren empfehlen Experten zudem eine Proteinzufuhr von etwa einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Das erhält die Muskulatur und schützt indirekt das Skelett.
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