Sodbrennen, Ernährungsumstellung

Sodbrennen: Ernährungsumstellung schlägt Säureblocker um 81%

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 17:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine aktuelle Studie belegt: Gezielte Diät hilft bei Reflux besser als gängige Medikamente. Zudem erhöhen Säureblocker das Demenzrisiko.

Reflux-Studie: Ernährung schlägt Säureblocker bei Sodbrennen
Hände bereiten eine gesunde Mahlzeit zu, mit frischem Gemüse, magerem Protein und Vollkornprodukten auf einer Küchenarbeitsplatte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forscher um Dr. Jerome R. Lechien untersuchten 145 Patienten mit laryngopharyngealem Reflux (LPR). Dabei handelt es sich um eine spezielle Form des Magensäure-Rückflusses. Das Ergebnis: Eine gezielte Diät erzielte eine Ansprechrate von 81 Prozent innerhalb von drei Monaten.

Medikamente im direkten Vergleich

Die Ernährungsumstellung schnitt besser ab als gängige Medikamente. Antazida erreichten nur 74,1 Prozent Erfolgsquote. Alginate halfen bei 57,9 Prozent der Probanden. Protonenpumpenhemmer (PPI) – die Standardtherapie bei Sodbrennen – lagen mit 56,3 Prozent noch dahinter.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift JAMA Otolaryngology veröffentlicht. Besonders deutlich: Patienten mit angepasster Ernährung berichteten von den geringsten Beschwerden.

So sieht die Reflux-Diät aus

Die therapeutische Diät setzt auf ballaststoff- und proteinreiche Kost. Fettreiche und stark zuckerhaltige Lebensmittel stehen auf dem Index. Konkret empfehlen die Forscher:

  • Fettarme Eiweißquellen wie Geflügel, Fisch und Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte für mehr Ballaststoffe
  • Gezielte Stressreduktion als Begleitmaßnahme
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Der Hintergrund: Eine proteinreiche Ernährung stärkt den unteren Speiseröhrenschließmuskel. Das erschwert den Reflux mechanisch. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zudem täglich 30 Gramm Ballaststoffe. Das fördert auch die Produktion von darmfreundlichen Hormonen wie GLP-1.

Langzeitrisiken von Säureblockern

Die Debatte um Alternativen bekommt neue Nahrung durch eine weitere Studie. Im Juni 2026 veröffentlichte Nature Metabolism eine Untersuchung mit rund 66.000 Probanden. Demnach erhöht eine Langzeittherapie mit Protonenpumpenhemmern das Demenzrisiko um 44 Prozent. Bei älteren Patienten stieg es sogar um 47 Prozent.

Zum Vergleich: Die DASH-Diät senkt das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen um 41 Prozent. Skandinavische Forscher fanden zwar im Juli 2026 keinen Zusammenhang zwischen PPI-Einnahme und Magenkrebs. Doch die systemischen Nebenwirkungen bleiben ein starkes Argument für Ernährungstherapien.

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Ernährung als Medizin im Trend

Der Erfolg diätetischer Ansätze zeigt sich auch in anderen Bereichen der Gastroenterologie. Die Stanford Medicine belegte im Juli 2026: Ein monatliches, fünftägiges Scheinfasten lindert bei zwei Dritteln der Morbus-Crohn-Patienten die Symptome und senkt Entzündungsmarker.

Die Tufts University wies nach, dass personalisierte Ernährung mit hoher pflanzlicher Vielfalt Klinikaufenthalte bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen um 31 Prozent reduziert.

Die Industrie reagiert: Der Gesundheitskonzern Fresenius eröffnete ein neues Innovationszentrum für Ernährungstherapien. Die Botschaft ist klar: Diätetische Ansätze gewinnen in der klinischen Praxis massiv an Bedeutung.

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