Ketogene Diät: 32 Prozent Besserung bei Schizophrenie-Patienten
09.06.2026 - 12:52:04 | boerse-global.de
Von Diabetes über Krebs bis zu psychischen Erkrankungen – aktuelle Studien belegen: Was wir essen, beeinflusst unsere Gesundheit massiv. Gleichzeitig warnen Experten vor gefährlichen Trends aus sozialen Medien.
Zverevs French-Open-Sieg: Meilenstein für Diabetes-Patienten
Alexander Zverev gewann Anfang Juni die French Open – als erster Grand-Slam-Sieger mit Typ-1-Diabetes. Für die Diabetes-Gemeinschaft ist das ein wichtiges Signal. „Die Blutzuckersteuerung unter Höchstbelastung ist extrem komplex“, betont Hockey-Nationalspieler Timur Oruz, der selbst mit der Erkrankung lebt.
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Doch nicht nur im Spitzensport tut sich was. Eine Studie der Stanford University, veröffentlicht im Juni in Genome Medicine, zeigt: Etwa jeder zehnte Patient spricht schlecht auf GLP-1-Agonisten wie Ozempic an. Grund sind genetische Varianten des Enzyms PAM. Die Forscher sprechen von einer möglichen „GLP-1-Resistenz“ – ein starkes Argument für personalisierte Diabetes-Medizin.
Für Ende Juni ist im bayerischen Langquaid ein Vortrag von Chefärztin Ursula Caissier angekündigt. Thema: Ernährung bei Diabetes. Ein aktueller Schwerpunkt: resistente Stärke. Laut Ernährungsmediziner Professor Christian Sina senkt das Kochen und mehrtägige Kühlen von Kartoffeln oder Reis die Kalorienaufnahme um bis zu 15 Prozent. Die entstehende resistente Stärke wirkt präbiotisch.
Influencer-Mythen: Warum Rapsöl doch gesund ist
Fachgesellschaften schlagen Alarm: Immer mehr Influencer verbreiten gesundheitlich fragwürdige Ernährungsmythen. Aktuelles Beispiel: Rapsöl, das fälschlich als schädlich dargestellt wird. Dr. Matthias Riedl und Professor Dr. Martin Smollich vom UKSH Lübeck stellten im Juni klar: Rapsöl hat das beste Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren und den geringsten Anteil gesättigter Fettsäuren aller Speiseöle. Die historische Kritik an Erucasäure? Hinfällig. Moderne Sorten unterschreiten die Grenzwerte von zwei Prozent sicher.
Ähnlich kritisch sehen Wissenschaftler die These von der „Übersäuerung“ durch Lebensmittel. Ein gesunder Organismus reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt über Lunge, Nieren und Blutpuffer selbst. Eine echte Azidose tritt nur bei schweren Erkrankungen auf.
Der Bremer Verbraucherschutzbericht warnte im Juni zudem vor Rohmilch-Trends. Ein dokumentierter Fall: Ein Kleinkind musste nach Rohmilchverzehr mit hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) intensivmedizinisch behandelt werden. Auch bei Sprossen und rohem Keksteig ist Vorsicht geboten.
Ketogene Diät: 32 Prozent Besserung bei Schizophrenie
In der Psychiatrie erzielt die ketogene Ernährung überraschende Erfolge. Pilotstudien der Stanford University aus dem Juni zeigen: Bei Schizophrenie-Patienten verbesserten sich die Symptome um 32 Prozent. Bei bipolarer Störung profitierten sogar 69 Prozent der Probanden signifikant. Die Theorie: Ketone als alternative Energiequelle könnten mitochondriale Dysfunktionen im Gehirn umgehen.
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Auch chronische Entzündungen rücken in den Fokus. Eine antientzündliche Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Leinöl wird besonders bei metabolischem Syndrom und Arthrose empfohlen. Eine im Juni veröffentlichte Studie zur Darm-Gehirn-Achse belegte: Propionsäure steigert die Anzahl spezifischer MS-Abwehrzellen um rund 30 Prozent.
Jo-Jo-Effekt: Fettzellen vergessen das Abnehmen nicht
Warum nehmen so viele Menschen nach einer Diät wieder zu? Eine Studie der ETH Zürich, erschienen im Mai in Nature, liefert die Antwort. Forscher um Ferdinand von Meyenn fanden: Fettzellen besitzen ein epigenetisches Gedächis für Übergewicht. Diese Markierungen bleiben auch nach Gewichtsabnahme bestehen und begünstigen die schnelle erneute Gewichtszunahme. Der Jo-Jo-Effekt ist auf zellulärer Ebene programmiert.
Ergänzend zeigen Daten einer Phase-III-Studie mit 410 Teilnehmern: Begleitende Maßnahmen wie vierwöchiges Yoga verbessern Schlafstörungen, Angstzustände und Fatigue-Symptome bei Krebspatienten klinisch relevant. Ernährung ist nicht alles – aber ohne sie ist alles nichts.
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