Kefir: 30% weniger Laktose als Milch, mehr Probiotika als Joghurt
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 15:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Ernährungsforschung rücken fermentierte Lebensmittel und deren Einfluss auf die menschliche Gesundheit verstärkt in den Fokus. Aktuelle Berichte der Verbraucherzentrale Bayern sowie internationale Studien geben Aufschluss über die spezifischen Eigenschaften von Kefir. Dabei wird deutlich, dass das Getränk, das in verschiedenen Varianten existiert, über ein komplexes Profil an Mikroorganismen und Nährstoffen verfügt, welches über das von herkömmlichen Milchprodukten hinausgeht.
Differenzierung zwischen Milchkefir, Wasserkefir und Joghurt
Die Verbraucherzentrale Bayern unterscheidet grundsätzlich zwischen dem klassischen Milchkefir, der aus Milch und Kefirknollen gewonnen wird, und dem Wasserkefir. Letzterer basiert auf gesüßtem Wasser, Früchten und speziellen Kristallen. Beide Varianten enthalten probiotische Bakterien, B-Vitamine und Mineralstoffe. Ein charakteristisches Merkmal des Fermentationsprozesses ist die Entstehung von geringen Mengen Alkohol. Der Gehalt liegt üblicherweise zwischen 0,1 und 2 Vol.-%. Als Alternative wird im Handel oft 'Kefir mild' angeboten. Diese Variante gilt als alkoholfrei, weist jedoch einen höheren Gehalt an Milchzucker auf als die traditionell gereiften Produkte.
Im Vergleich zu Joghurt zeichnet sich Kefir durch eine höhere Dichte an Mikroorganismen aus. Neben verschiedenen Bakterienstämmen sind in Kefir auch Hefen enthalten. Während für Joghurt eine tägliche Verzehrmenge von 150-200 g empfohlen wird, raten Ernährungsexperten bei Kefir zu einer Menge von 100-200 ml pro Tag, um die probiotische Wirkung optimal zu nutzen.
Nährstoffprofil und Auswirkungen auf das menschliche Mikrobiom
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Wissenschaftliche Untersuchungen, unter anderem der Stanford University, die in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht wurden, belegen den positiven Einfluss fermentierter Lebensmittel auf den Körper. Den Studienergebnissen zufolge kann der regelmäßige Konsum die Diversität des Mikrobioms im Darm erhöhen und gleichzeitig Entzündungsmarker senken.
Milchkefir im Speziellen bietet neben Probiotika wichtige Nährstoffe wie Calcium, Vitamin K2 und diverse B-Vitamine. Ein wesentlicher Vorteil für Personen mit Unverträglichkeiten ist der reduzierte Laktosegehalt: Milchkefir enthält etwa 30 % weniger Laktose als herkömmliche Milch. Fachleute weisen zudem darauf hin, dass das Getränk potenziell positive Auswirkungen auf den Blutdruck, den Blutzuckerspiegel und die Cholesterinwerte haben kann. Für die tägliche Zufuhr von Milchkefir werden oft 250 ml als Orientierungswert genannt.
Wissenschaftliche Langzeitbeobachtungen und Sicherheitshinweise
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Die Sicherheit und Stabilität von Kefir-Kulturen ist gut dokumentiert. Ein Projekt der Universität La Plata (UNLP) in Argentinien befasst sich bereits seit 20 Jahren mit der Erforschung dieser Kulturen. Die Experten der UNLP stellten fest, dass Kefir sehr resistent gegen Kontaminationen durch Fremderreger ist. In der Region La Plata wird das Getränk schätzungsweise von 50.000 Menschen konsumiert. Zu den beobachteten gesundheitlichen Effekten gehören eine verbesserte Verfügbarkeit von Nährstoffen, eine Stärkung des Immunsystems sowie eine lindernde Wirkung bei Durchfallerkrankungen.
Trotz der zahlreichen Vorteile sind bei der Verwendung von Milchkefir Einschränkungen zu beachten. Um die Vitalität der enthaltenen Probiotika nicht zu gefährden, darf das Getränk nicht erhitzt werden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Milchkefir für immunsupprimierte Personen, deren Abwehrsystem stark geschwächt ist, nicht geeignet ist. Für die breite Bevölkerung stellt er jedoch ein sicheres und nährstoffreiches Lebensmittel dar, das zur Förderung der Darmgesundheit beitragen kann.
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