JAK-STAT-Inhibitoren: Studie mit 29.000 Patienten warnt vor Infektionen
15.06.2026 - 01:04:05 | boerse-global.de
Besonders ältere Patienten und chronisch Kranke sind betroffen.
Rote-Hand-Briefe warnen vor Dosierungsfehlern
Das Onkologikum Bendamustin Accord birgt ein erhöhtes Risiko für Dosierungsfehler. Der Grund: Das Präparat kann eine zehnfach höhere Konzentration aufweisen als vergleichbare Produkte.
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Auch bei Medizinprodukten wie Accupaque- und Visipaque-Flaschen sowie bestimmten Chargen von Evrysdi wurden Partikelrisiken identifiziert. Die Behörden raten zu besonderer Vorsicht bei der Anwendung.
Wirksamkeit und Sicherheit unter der Lupe
Für Tecovirimat SIGA wurde die Indikation bei Mpox eingeschränkt – es fehlen ausreichende Wirksamkeitsbelege. Beim Gewichtsreduktionsmittel Mysimba (Naltrexon/Bupropion) empfehlen Experten den Therapieabbruch, wenn nach einem Jahr kein Gewichtsverlust von mindestens fünf Prozent erreicht wurde. Grund sind kardiovaskuläre Risiken.
Bei Antiepileptika wie Cenobamat rücken schwere Leberschäden in den Fokus der Sicherheitsüberwachung.
Hypertonie und Schmerztherapie: Vorsicht geboten
Kombinationspräparate wie Caramlo (Amlodipin und Candesartan) stehen bei der Behandlung der essenziellen Hypertonie im Fokus. Die maximale Dosierung liegt bei 32 mg Candesartan und 10 mg Amlodipin. Bei schweren Leberfunktionsstörungen bestehen Kontraindikationen. Ältere Patienten benötigen eine engmaschige Überwachung.
Auch der Wirkstoff Duloxetin zeigt komplexe Nebenwirkungsprofile. Neben häufigen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Mundtrockenheit dokumentieren Ärzte seltene, aber schwerwiegende Komplikationen: Serotonin-Syndrom, Krampfanfälle oder Leberversagen.
Neue Metaanalyse zu JAK-STAT-Inhibitoren
Eine im Juni 2026 veröffentlichte Studie im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology liefert neue Erkenntnisse. Die Metaanalyse von 74 randomisierten kontrollierten Studien mit über 29.000 Patienten zeigt ein erhöhtes Risiko für Influenza, Bronchitis und Herpesinfektionen – besonders bei Patienten mit atopischer Dermatitis.
Ein signifikant gesteigertes Risiko für schwere, opportunistische oder mykotische Infektionen konnte die Analyse nicht bestätigen.
Gefährliche Verunreinigungen in Nahrungsergänzungsmitteln
Behördliche Warnungen von Mitte Juni 2026 listen zahlreiche Produkte auf, die illegal mit verschreibungspflichtigen Wirkstoffen versetzt wurden. In Honig, Schokoladenprodukten und Kräuterpasten fanden Kontrolleure Sildenafil, Tadalafil oder Flibanserin.
Andere Präparate enthielten nicht deklariertes Dexamethason, Paracetamol oder Sibutramin. In pflanzlichen Produkten wie Moringa wurden Salmonellenverunreinigungen festgestellt.
Apothekenwesen vor tiefgreifendem Wandel
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Mehr als 3.600 Apotheken sind innerhalb eines Jahrzehnts verschwunden. Das Bundesgesundheitsministerium unter Nina Warken plant eine Reform: Apotheken sollen künftig Schutzimpfungen gegen Tetanus oder Keuchhusten durchführen, Blut abnehmen und bestimmte Schnelltests anbieten dürfen.
Die Ärzteschaft übt Kritik an der Übertragung genuin ärztlicher Aufgaben.
Zusätzlich droht ein technisches Problem: Bestimmte elektronische Heilberufsausweise (eHBA) der Generation 2.0 mit IDEMIA-Chips werden zum 30. Juni 2026 gesperrt. Ohne rechtzeitigen Austausch sind keine rechtssicheren elektronischen Signaturen für E-Rezepte oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mehr möglich.
