Bluthochdruck, Druck

Bluthochdruck: Zu niedriger Druck verdreifacht Alzheimer-Risiko

15.06.2026 - 01:09:20 | boerse-global.de

Studie zeigt: Zu niedriger Blutdruck verdreifacht Alzheimer-Risiko. Neue Magenpille und Rote-Bete-Saft als vielversprechende Ansätze.

Bluthochdruck bei Senioren: Neue Risiken und Therapieansätze
Bluthochdruck - Nahaufnahme der Hand einer älteren Person, die eine Pille hält, mit einem unscharfen Hintergrund, der ein medizinisches Diagramm oder einen Blutdruckmesser zeigt. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neben der Wahl der richtigen Wirkstoffe spielen der Zeitpunkt der Einnahme und die Vermeidung zu niedriger Blutdruckwerte eine entscheidende Rolle. Experten warnen vor gefährlichen Risiken, die viele übersehen.

Morgendlicher Blutdruckanstieg: Die gefährlichste Phase

Der Blutdruck folgt einem natürlichen Rhythmus. Bei gesunden Menschen sinkt er nachts um 10 bis 20 Prozent. Zwischen 6:00 und 9:00 Uhr morgens steigt er dann rasant an – der sogenannte „Morning Surge“. Laut Kardiologe Oma Castellanus ist dies die kritischste Phase für Patienten über 60 Jahre.

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Das Problem: Viele nehmen ihre Medikamente gegen 8:00 Uhr morgens ein. Die volle Wirkung tritt aber erst zwischen 10:00 und 12:00 Uhr ein. Das gefährliche Zeitfenster bleibt ungeschützt. Gleichzeitig entwickeln rund 30 Prozent der über 65-Jährigen eine orthostatische Hypotonie – ein gefährlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen.

Zu niedriger Blutdruck: Alzheimer-Risiko verdreifacht sich

Eine Analyse von 800.000 Datensätzen im Journal of the American Heart Association zeigt einen alarmierenden Zusammenhang: Chronische Hypotonie verdreifacht das Alzheimer-Risiko. Zum Vergleich: Bluthochdruck erhöht das Risiko um den Faktor 1,6, Schlaganfälle um das 1,5- bis 1,85-fache.

Die Ursache liegt vermutlich in einem chronischen Sauerstoffmangel im Gehirn. Für Senioren müssen Blutdruckziele daher individuell angepasst werden, um eine Unterversorgung des Gehirns zu vermeiden.

Neue Pille aus der Forschung: Gleichmäßige Wirkstofffreisetzung

Ein Team der ETH Zürich und des MIT entwickelt eine innovative Lösung. Die Pille aus Zellulosefasern quillt im Magen auf und verbleibt dort 12 bis 24 Stunden. Das ermöglicht eine gleichmäßige Wirkstofffreisetzung ohne die üblichen Konzentrationsspitzen, die oft das Zehnfache der Minimalkonzentration betragen. Tests an gesunden Probanden laufen bereits am Universitätsspital Zürich.

Die Pharmaforschung verändert ihren Fokus grundlegend. Von 158 untersuchten Wirkstoffen zielen nur noch 20 Prozent auf Amyloid-Ablagerungen ab – vor zehn Jahren war es noch ein Drittel. Stattdessen rücken Neurotransmitter (24 Prozent), Tau-Proteine (20 Prozent) und Entzündungsprozesse (18 Prozent) in den Mittelpunkt. 35 Prozent der Kandidaten setzen auf Repurposing bereits zugelassener Medikamente wie Metformin.

Rote-Bete-Saft senkt Blutdruck – Konservierungsstoffe erhöhen Risiko

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Eine Studie der Universität Exeter belegt: Regelmäßiger Rote-Bete-Saft senkt den Blutdruck bei über 60-Jährigen spürbar. Der Grund: Mundbakterien wandeln pflanzliches Nitrat in Stickstoffmonoxid um. Bereits 60 mg pflanzliches Nitrat täglich – etwa eine Tasse Spinat – senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 15 Prozent.

Vorsicht ist bei Konservierungsstoffen geboten: E250 und E330 können das Hypertonie-Risiko um bis zu 29 Prozent erhöhen. Bei der Früherkennung setzt das DZNE auf digitale Lösungen. Eine Smartphone-App zur Erkennung kognitiver Verschlechterungen erwies sich als präziser als jährliche klinische Untersuchungen.

Ab dem 1. Juli gibt es für das neue Präparat Donanemab eine Vergütungsregelung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) betont jedoch: Ein Zusatznutzen ist bislang nicht belegt. Für Long-COVID-Symptome hat der G-BA im Juni den Off-Label-Use von Ivabradin und Metformin ermöglicht.

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