Intervalltraining, HIIT

Intervalltraining: HIIT vor Kraftsport aktiviert systemische Wachstumssignale

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung aus Göteborg belegt: Intensives Radtraining aktiviert Wachstumsreize auch in passiven Muskelgruppen und kann den Muskelaufbau unterstützen.

HIIT vor dem Krafttraining: Studie zeigt systemische Muskelwachstums-Signale
Ein Sportler in einem modernen Fitnessstudio beim Übergang vom Ergometertraining zum Krafttraining mit Hanteln. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die traditionelle Trainingslehre geht häufig davon aus, dass sich Ausdauer- und Krafttraining bei gleichzeitiger Ausführung gegenseitig behindern könnten. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass bestimmte Formen des Ausdauertrainings, wenn sie strategisch vor dem Kraftsport eingesetzt werden, das Muskelwachstum sogar fördern können.

Eine im Frühjahr 2026 thematisierte Untersuchung der Universität Göteborg liefert hierzu spezifische Einblicke in die molekularen Prozesse der Muskeladaptation.

Untersuchung der Universität Göteborg zu systemischen Wachstumssignalen

In einer Studie mit einer Gruppe von acht Männern untersuchten Forscher der Universität Göteborg die Auswirkungen von hochintensivem Intervalltraining (HIIT) auf die nachfolgende Kraftleistung und die damit verbundenen biologischen Marker.

Das Versuchsdesign sah vor, dass die Probanden zunächst eine intensive Einheit auf dem Fahrradergometer absolvierten. Diese bestand aus fünf Intervallen von jeweils vier Minuten Dauer bei hoher Intensität, unterbrochen von Pausen von jeweils drei Minuten.

Im Anschluss an diese Ausdauereinheit folgte ein gezieltes Krafttraining. Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass das vorangeschaltete Intervalltraining bestimmte Signale für das Muskelwachstum aktivierte.

Besonders bemerkenswert war dabei die Beobachtung, dass diese biochemischen Signale nicht nur in den unmittelbar beanspruchten Muskelgruppen der Beine nachweisbar waren, sondern auch in Körperpartien, die während des Radfahrens nicht aktiv belastet wurden.

Systemische Effekte über die beanspruchte Muskulatur hinaus

Die Forscher konnten dokumentieren, dass die Wachstumsreize auch in der Armmuskulatur der Probanden auftraten, obwohl diese während der HIIT-Einheit auf dem Rad passiv geblieben war. Dies deutet auf einen systemischen Effekt hin, bei dem die durch das Ausdauertraining ausgelösten hormonellen oder molekularen Reaktionen den gesamten Organismus beeinflussen und die Muskulatur auf die nachfolgende Kraftbelastung vorbereiten.

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Laut den Ergebnissen der Universität Göteborg könne Cardio-Training somit eine unterstützende Funktion für den Muskelaufbau übernehmen, anstatt diesen zu limitieren.

Die Aktivierung dieser Wachstumssignale in nicht beanspruchten Muskeln lege nahe, dass die zeitliche Abfolge der Trainingseinheiten eine entscheidende Rolle für die Maximierung der Leistungsfähigkeit spielen könnte. Das intensive Intervalltraining scheint dabei als eine Art physiologischer Katalysator zu fungieren, der die Reaktion des Körpers auf mechanische Reize verstärkt.

Wissenschaftliche Einordnung und methodische Einschränkungen

Trotz der vielversprechenden Befunde betonen Sportwissenschaftler die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung. Die Studie der Universität Göteborg unterliegt gewissen methodischen Einschränkungen, die bei der Interpretation der Daten berücksichtigt werden müssen.

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Insbesondere die geringe Stichprobengröße von lediglich acht männlichen Teilnehmern erlaubt keine allgemeingültigen Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung oder andere demografische Gruppen wie Frauen oder ältere Menschen.

Zudem weisen Experten darauf hin, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien, um die langfristigen Auswirkungen dieser Trainingskombination zu validieren.

Während die kurzfristige Aktivierung von Wachstumssignalen belegt werden konnte, müsse noch geklärt werden, ob dies über längere Zeiträume tatsächlich zu einem signifikant höheren Zuwachs an Muskelmasse im Vergleich zu isoliertem Krafttraining führt.

Die vorliegenden Erkenntnisse aus dem Frühjahr 2026 bilden jedoch eine Grundlage für neue Ansätze in der Trainingsplanung für Leistungs- und ambitionierte Freizeitsportler.

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