Herz-Kreislauf-Fitness: 400 Prozent höheres Sterberisiko als Rauchen
23.06.2026 - 12:55:03 | boerse-global.de
Wer eine sehr schlechte Herz-Kreislauf-Fitness hat, trägt ein um etwa 400 Prozent höheres Sterberisiko. Zum Vergleich: Rauchen erhöht das Risiko „nur“ um rund 50 Prozent. Auch geringe Muskelkraft schlägt mit einem Plus von circa 200 Prozent zu Buche.
Die gute Nachricht: Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining kann die Sterblichkeit um 40 Prozent senken. Um dem körperlichen Abbau entgegenzuwirken, empfehlen Experten angepasste Bewegungs- und Eiweißmengen. Für eine 79 Kilogramm schwere Person sind das etwa 120 Gramm Eiweiß täglich.
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Krafttraining schützt das Herz – besonders bei Frauen
Eine Studie im Journal of the American College of Cardiology (JACC) untermauert den Effekt. Über 117.000 Teilnehmerinnen belegen: Mindestens zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte. Und das zusätzlich zu den Vorteilen von Ausdauertraining.
Für Senioren betont Sportmediziner Jürgen Gießing die Notwendigkeit gezielter Belastung. Schon zwei Einheiten à 30 bis 45 Minuten pro Woche wirken dem altersbedingten Muskelabbau entgegen. In einer Studie mit 60- bis 80-Jährigen verdoppelten die Teilnehmer ihre Trainingsgewichte innerhalb von sechs Monaten.
Experten wie Vernon Griffith und Donald Shipley raten Menschen ab 50 Jahren zu einem klaren Prinzip: Entweder lockere Bewegung zur Regeneration oder maximale Belastung zur Wachstumsstimulation. So beugen sie dem jährlichen Muskelverlust von bis zu einem Prozent vor.
Nordic Walking gegen Depressionen – messbare Erfolge
Körperliche Aktivität hilft auch bei psychischen Erkrankungen. Eine französische Studie untersuchte die Wirkung von Nordic Walking bei 64 Erwachsenen. Zweimal pro Woche über zehn Wochen – die Depressionswerte sanken von durchschnittlich 27 auf rund 13 Punkte. Die deutlichsten Verbesserungen zeigten sich bereits in den ersten fünf Wochen. Rund 70 Prozent der Probanden mit schweren Depressionen profitierten von der Maßnahme.
Um langfristig motiviert zu bleiben, empfehlen Experten strukturierte Methoden wie die PACT-Formel. Ein Beispiel zeigt den Weg: Eine 28-jährige Frau reduzierte zwischen 2018 und 2025 ohne Jo-Jo-Effekt 20 Kilogramm. Sie setzte auf proteinreiche Ernährung und Alltagsbewegung – ohne strikte Verbote.
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GLP-1-Medikamente: Weniger Gewicht, weniger Bewegung
Die Forschung zeigt auch Schattenseiten moderner Therapien. Eine Studie der Fachkonferenz ENDO 2026 mit 753 Erwachsenen untersuchte GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion. Die tägliche Schrittzahl sank von 5.047 auf 4.487, die aktive Zeit von 28 auf 22 Minuten. Besonders betroffen: Männer und Patienten mit Gelenkschmerzen.
Neben dynamischen Sportarten gewinnen statische Übungen an Bedeutung. Die Yoga-Haltung Navasana (Bootshaltung) stärkt Rumpf, Rücken und Gleichgewicht. Regional gibt es passende Angebote: begleitete Gesundheitswanderungen für Menschen mit Demenz in Potsdam oder Ganzkörpertrainings in öffentlichen Parks wie in Bernau bei Berlin.
