Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Minuten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: In Österreich stirbt alle 17 Minuten ein Mensch

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Österreichische Kardiologische Gesellschaft verlangt bessere Vorsorge, vernetzte Gesundheitsdaten und gezielte Früherkennung, besonders für Frauen.

ÖKG fordert umfassende Prävention gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Ein ruhiger Parkweg im Herbst, der für einen gesunden Lebensstil und präventive Gesundheitsvorsorge steht. Illustration mit AI erstellt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weiterhin zu den häufigsten Todesursachen und verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Belastungen. Anlässlich des Weltherztags am 29. September forderte die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) laut einem Bericht vom 28. September 2026 eine umfassende gesellschaftliche und politische Präventionsoffensive für die Herzgesundheit in Österreich. Die Fachgesellschaft plädiert für einen grundlegenden Wandel in der Vorsorge und Versorgung, um chronischen Erkrankungen frühzeitig entgegenzuwirken.

Hohe Sterblichkeit und Milliardenkosten belasten das System

Die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen verdeutlichen die statistischen Erhebungen zur Sterblichkeit. In Österreich ist nach Angaben der ÖKG etwa ein Drittel aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen, wobei rechnerisch alle 17 Minuten eine Person an den Folgen stirbt.

Neben dem individuellen Leid entstehen daraus auch beträchtliche ökonomische Schäden. Unter Verweis auf Daten der OECD belaufen sich die jährlichen gesamtgesellschaftlichen Kosten hierfür auf rund 8,5 Milliarden Euro in Österreich und auf etwa 282 Milliarden Euro innerhalb der gesamten Europäischen Union.

Fünf Kernforderungen für eine zukunftsfähige Vorsorge

Um diesen Herausforderungen strukturell zu begegnen, formulierte die ÖKG ein aus fünf Schwerpunkten bestehendes Maßnahmenpaket. Diese sogenannten „Big Five“ sehen vor, die Herzgesundheit auf politischer Ebene klar zu priorisieren und das öffentliche Bewusstsein in der Bevölkerung gezielt zu stärken.

Zudem gelte es, die klassische Vorsorge grundlegend zu modernisieren und ein digitales Patientenmanagement unter dem Konzept „Mein Herzplan“ zu etablieren. Schließlich fordert die Fachgesellschaft, vorhandene Gesundheitsdaten besser zu vernetzen und künftig einen eigenständigen Herzreport herauszugeben.

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Neben den politischen Rahmenbedingungen hebt die ÖKG auch den präventiven Nutzen alltäglicher Lebensgewohnheiten hervor. Zu den zentralen Empfehlungen zählen regelmäßige körperliche Aktivität, ausreichender Schlaf sowie das aufmerksame Beobachten relevanten Messwerte wie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinspiegel.

Um Risikofaktoren zeitnah zu erfassen, befürwortet die Gesellschaft modernisierte Vorsorgeuntersuchungen sowie die digitale Langzeitüberwachung relevanter Blutparameter.

Spezifische Risiken bei Frauen rücken in den Fokus

Ein besonderer Schwerpunkt der geforderten Offensive liegt auf geschlechts- und altersspezifischen Aspekten der Prävention und medizinischen Versorgung. Hintergrund sind anhaltende Ungleichheiten in der Diagnostik: Herzerkrankungen werden bei Frauen statistisch gesehen häufiger erst spät erkannt und seltener leitliniengerecht behandelt.

Dieser Umstand spiegelt sich auch in den Mortalitätsstatistiken wider. Im Jahr 2024 starben in Österreich nach Angaben der ÖKG 16.311 Frauen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies waren 2.236 Todesfälle mehr als bei Männern im selben Zeitraum. Eine zielgerichtete Aufklärung und differenzierte Vorsorgeprogramme seien daher unerlässlich, um Gefährdungen frühzeitig abzufedern.

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Niedrigschwellige Angebote zur Früherkennung

Einen praktischen Ansatz zur Früherkennung bietet die zeitgleich stattfindende erste EU Screening Week vom 28. September bis zum 4. Oktober 2026. Diese legt mit dem Weltherztag am 29. September einen klaren Schwerpunkt auf kardiovaskuläre und kardiometabolische Risiken.

Im Rahmen dieser Aktionswoche stellen österreichische Apotheken je nach Standort rasch verfügbare Messungen bereit, darunter Bestimmungen des Blutdrucks, des Blutzuckers, des Langzeitblutzuckers sowie verschiedener Lipid- und Cholesterinwerte.

Derartige niedrigschwellige Testmöglichkeiten können dazu beitragen, unentdeckte Risikofaktoren aufzudecken und Betroffene rechtzeitig einer ärztlichen Abklärung zuzuführen.

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