Griffkraft: Studie belegt 12% niedrigere Sterblichkeit bei Frauen
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aufrechterhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit gewinnt angesichts einer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Berichte und wissenschaftliche Studien aus dem September 2026 verdeutlichen, wie gezielte Bewegungsprogramme, Krafttraining und präventive Diagnostik den Alterungsprozess beeinflussen können. Dabei zeigt sich eine starke Synergie zwischen praktischen Übungsprogrammen und klinischer Forschung.
Praktische Trainingsansätze und prominente Fallbeispiele
Ein zentraler Baustein in der Breitensport-Prävention ist die Zusammenarbeit von Medien und Fachverbänden. Das Übungsprogramm „Tele-Gym“, das in Kooperation mit dem Deutschen Skiverband (DSV) entwickelt wurde, demonstriert in aktuellen Folgen zum Thema Nordic Walking die Effizienz dieser Sportart.
Laut Programmbeschreibung werden dabei rund 90 Prozent der Muskulatur beansprucht, was neben der Kräftigung von Rücken, Armen und Beinen auch die Koordination und Balance fördert.
Die Bedeutung täglicher Routine unterstreicht der 91-jährige Kabarettist Dieter Hallervorden. Er absolviere nach Berichten vom 18. September 2026 täglich eine Stunde Sport vor dem Frühstück, bestehend aus Schwimmen, Ergometer-Training und Dehnübungen.
Zur Überwachung seiner Vitalwerte nutze er ein Gerät am Handgelenk, das Herzfrequenzvariabilität, Schlaf und Stress erfasst. Hallervorden betonte, dass Untätigkeit die eigentliche Gefahr im Alterungsprozess darstelle.
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Auch im Bereich des Leistungssports und bei jüngeren Senioren finden Kraftübungen Anwendung. Der 68-jährige Schauspieler Dolph Lundgren kombiniere laut Fachmedien Karate mit einem gezielten Oberkörpertraining. Er habe angegeben, dass ihm der Erhalt seiner Muskelmasse insbesondere während einer Krebserkrankung physische Stabilität verliehen habe.
Krafttraining als Schlüssel zur Langlebigkeit bei Frauen
Wissenschaftliche Daten stützen den Trend zu muskelstärkenden Aktivitäten. Eine Meta-Analyse bei Erwachsenen über 60 Jahren belegt, dass Widerstandstraining nicht nur die Muskelkraft, sondern auch die funktionelle Leistungsfähigkeit maßgeblich verbessert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt hierzu muskelkräftigende Einheiten an mindestens zwei Tagen pro Woche.
Besonders bei Frauen zeigt sich eine Korrelation zwischen Muskelkraft und Lebenserwartung. Eine Studie im Fachmagazin JAMA Network Open, die 5.472 Frauen im Alter zwischen 63 und 99 Jahren über einen Zeitraum von durchschnittlich 8,3 Jahren beobachtete, kam zu dem Ergebnis, dass eine höhere Griffkraft mit einer signifikant niedrigeren Sterblichkeit einhergeht.
Eine Steigerung der Griffkraft um eine Standardabweichung entsprach einer Reduktion der Mortalität um rund 12 Prozent, unabhängig von der sonstigen körperlichen Aktivität.
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Biologische Marker und immunologische Effekte
Die Forschung konzentriert sich verstärkt auf die zellulären Auswirkungen von Bewegung. Eine internationale Studie unter Beteiligung der Universität Gießen ergab, dass regelmäßiges Ausdauertraining die natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) stärkt. Dies könne die sogenannte Immunoseneszenz – das Altern des Immunsystems – verlangsamen, da die Zellen auch bei gestörten Signalwegen funktionsfähig blieben.
Ergänzend dazu untersuchte das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in der Rheinland-Studie und der EPIC-Potsdam-Studie den Einfluss der Ernährung. Bei insgesamt 7.500 Teilnehmern konnte nachgewiesen werden, dass gesunde Ernährungsmuster, wie die mediterrane oder pflanzliche Kost, das biologische Altern an rund 850.000 DNA-Stellen messbar verlangsamen.
Zukünftige Diagnostik und regionale Angebote
Für die nähere Zukunft werden neue Instrumente zur Risikobewertung erwartet. Eline Slagboom von der Universität Leiden wird Ende September 2026 den Score „Personal-MetaboHealth“ vorstellen. Dieses kostengünstige Verfahren soll individuelle Risiken für Gebrechlichkeit, kognitiven Verfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen skalierbar abbilden.
Flankiert wird diese Forschung durch regionale Präventionsangebote. Das Reha-Zentrum Oldenburg nutzt bereits das Programm „RV Fit“ der Deutschen Rentenversicherung, um Berufstätige durch Bewegung und Stressbewältigung zu unterstützen.
Weitere Kurse für Senioren starten Ende September, etwa beim SV Linde Tacherting mit dem Programm „Fit ab 50“ am 25. September oder beim TV 1862 Unterdürrbach mit dem Kurs „Aktiv im Alter mit Gestalt“ ab dem 29. September 2026. Letzterer basiert auf einem Programm der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und wird durch die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp gefördert.
