Gesundheitsdaten-Lecks, Angriffe

Gesundheitsdaten-Lecks: 772 Angriffe und 138,5 Millionen Datensätze 2025

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 17:26 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Zwei aktuelle Fälle offenbaren die Verwundbarkeit von Patientendaten: 23andMe einigt sich auf Millionen-Vergleich, eine australische Klinikkette meldet Cyberangriff.

Genetische Daten von Millionen Kunden und sensible Krankenakten – zwei aktuelle Fälle zeigen die Verwundbarkeit des Gesundheitssektors.

23andMe: Millionen-Vergleich nach Datenleck

Ein Bündnis aus 42 US-Bundesstaaten hat einen Vergleich mit dem Gentest-Anbieter 23andMe erzielt. Auslöser war eine massive Datenpanne aus dem Jahr 2023, bei der Unbefugte auf die Profile von rund 6,9 Millionen Kunden zugriffen – darunter genetische Abstammungsdaten und Gesundheitsberichte.

Die Einigung sieht 150 Millionen US-Dollar anerkannte Forderungen vor. Aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens von 23andMe fließen zunächst jedoch nur 18 Millionen US-Dollar tatsächlich aus. Texas erhält davon rund 1,27 Millionen Dollar, Alabama rund 261.000 Dollar. Illinois und Maryland können mit über 500.000 Dollar rechnen.

Der Angriff 2023 erfolgte durch sogenanntes Credential Stuffing – die Täter nutzten gestohlene Zugangsdaten von rund 14.000 Konten. Über die Funktion „DNA Relatives" gelangten sie an Millionen weiterer Profile. Ermittler stellten fest, dass grundlegende Sicherheitsmaßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung fehlten.

Parallel dazu stimmte 23andMe einem separaten Sammelklage-Vergleich über 46,75 Millionen Dollar zu. Die Kundendaten wurden unter verschärften Auflagen an das neu gegründete 23andMe Research Institute übertragen, das einen unabhängigen Beirat einsetzen muss.

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Australische Klinikkette meldet Cyberangriff

Der private Krankenhausbetreiber Partnered Health – im Besitz eines Finanzinvestors – meldete am 15. Juli einen schweren Cyberangriff. Entdeckt wurde die Sicherheitslücke bereits am 23. Juni. Betroffen sind 21 Kliniken in fünf australischen Bundesstaaten und Territorien.

Die Angreifer erbeuteten hochsensible Patientendaten: Namen, Geburtsdaten, Adressen, Medicare- und Krankenversicherungsinformationen. Besonders brisant: Auch Konsultationsnotizen und Laborbefunde sind kompromittiert. Partnered Health informierte die australische Cybersicherheitsbehörde, die Datenschutzkommission und die Bundespolizei.

Das Oberste Gericht von New South Wales erließ eine einstweilige Verfügung, die die Veröffentlichung der gestohlenen Daten untersagt. Zu den betroffenen Standorten zählen die Sans Souci Medical Practice sowie mehrere Hausarztpraxen in Canberra.

Rekordjahr für Gesundheitsdaten-Leaks

Die aktuellen Vorfälle reihen sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Allein in den USA verzeichnete der Gesundheitssektor 2025 mit 772 Großangriffen einen neuen Höchststand. Rund 138,5 Millionen Datensätze wurden dabei offengelegt. Hacking und IT-Vorfälle machten über 80 Prozent der Fälle aus.

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Zwar sanken die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks im Gesundheitswesen 2025 auf 7,42 Millionen Dollar – nach 9,77 Millionen Dollar im Vorjahr. Doch die Zahl der Ransomware-Angriffe stieg zwischen 2018 und 2023 um 278 Prozent.

Auch kleinere Vorfälle belegen die Bedrohungslage: In Texas informierte die Kinderarztpraxis Blue Fish Pediatrics über 62.000 betroffene Patienten. Und das US-Militärgesundheitsprogramm TRICARE meldete die Offenlegung von Sozialversicherungsnummern Tausender Leistungsempfänger.

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