Gesundheit, Intensivpflege

Gesundheit ab Juli: Ärzte dürfen Intensivpflege per Video verordnen

26.06.2026 - 18:52:14 | boerse-global.de

Online-Rezepte bergen Risiken, während Videosprechstunden und KI die Versorgung verbessern sollen. Ärzte protestieren gegen Kostendruck.

Gesundheitsdigitalisierung: Sicherheitslücken und neue Videodienste
Gesundheit - Digitales Tablet mit medizinischen Daten und Diagrammen, unscharfer Hintergrund einer Arztpraxis. Steht für Online-Medizindienste. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet rasant voran – doch Sicherheitslücken bei Online-Rezepten und wachsender Bürokratie setzen Praxen unter Druck. Während neue Videodienste und KI-Systeme die Versorgung verbessern sollen, warnen Ärzteverbände vor finanziellen Einbußen und zusätzlicher Belastung.

Sicherheitsrisiken bei Online-Apotheken

Das britische Gesundheitssicherheitsinstitut HSSIB schlägt Alarm: Rund 18 Prozent der Bevölkerung in England – etwa jeder sechste Patient – nutzte im Zeitraum 2024/2025 Online-Apotheken. Doch es fehlt ein einheitlicher Mechanismus, damit diese Anbieter auf die vollständigen Patientendaten des NHS zugreifen können.

Die Folge: erhöhte Risiken für Wechselwirkungen und Kontraindikationen. Rund 430 Online-Apotheken waren in England aktiv, ohne durchgängigen Zugriff auf die Krankengeschichte ihrer Kunden. Das HSSIB fordert daher eine nationale Datenplattform mit Lese- und Schreibzugriff für alle Anbieter. Die Hausärzte sehen das kritisch – sie befürchten unbezahlte Zusatzarbeit durch die Bearbeitung externer Datenanfragen.

Neue Regeln ab Juli 2026

Zum Monatswechsel stehen mehrere Änderungen an. In Australien aktualisiert die Praxissoftware Best Practice die Gebührenordnung für Veteranen und die Abtretungsverfahren für Leistungen – betroffen sind über 6.000 Kliniken.

In Deutschland passt der Bewertungsausschuss den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) an: Ab dem 1. Juli können Ärzte die Folgeverordnung außerklinischer Intensivpflege per Videosprechstunde ausstellen. Auch die Versandpauschalen für Rezepte werden erweitert.

Eine umstrittene Neuerung betrifft die Arbeitspflicht: In bestimmten Regionen müssen Ärzte ab dem 30. Juni bis zu sechs Stunden pro Woche in Gemeinschaftshäusern arbeiten – vergütet mit 38,72 Euro pro Stunde.

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Ab Juli können Sie Intensivpflege-Folgeverordnungen per Videosprechstunde ausstellen – doch die EBM-konforme Abrechnung will gelernt sein. Unser Leitfaden zeigt Ihnen in 3 Schritten, wie Sie die neue Regelung bürokratiearm umsetzen und gleichzeitig von der digitalen Patientenakte profitieren. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern

Virtuelle Notdienste entlasten Praxen

Neue digitale Projekte sollen den Druck auf Kliniken mindern. Ein NHS-Direktor erklärte heute, dass ein geplantes Online-Krankenhaus keine zusätzliche Belastung für Hausärzte schaffen werde. In Tschechien startet die Region Pilsen einen kostenlosen Online-Notdienst: Patienten erreichen innerhalb von 30 Minuten einen Arzt per Video, Chat oder Telefon. Das zweijährige Pilotprojekt kostet umgerechnet rund 300.000 Euro jährlich.

Auch private Investoren setzen auf Gesundheitstechnologie. Das Unternehmen xCures sicherte sich 42 Millionen Euro in einer Series-B-Finanzierungsrunde. Die Plattform verarbeitet hunderte Millionen medizinischer Datensätze aus über 550.000 Standorten. Der Jahresumsatz stieg von 2,7 auf 9 Millionen Euro – für 2026 peilt das Unternehmen 18 Millionen Euro an.

Proteste gegen Kostendruck

Trotz aller Digitalisierung kämpfen viele Praxen ums Überleben. Ärzteverbände in Deutschland protestierten heute gegen das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Der Virchowbund warnt: Fachpraxen mit hohen Patientenzahlen drohen jährliche Einnahmeverluste von bis zu 50.000 Euro. Einige Mediziner fordern daher ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem statt des aktuellen Versicherungsmodells.

Ausblick: Die digitale Patientenakte kommt

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Die neue Videosprechstunden-Regelung entlastet Sie, aber die Sicherheitslücken bei Online-Rezepten bleiben. Erfahren Sie, wie Sie mit den richtigen Tools Rezepte per Smartphone erfassen und automatisch auf Wechselwirkungen prüfen – ohne zusätzlichen Aufwand. Sicherheits-Checkliste für Online-Rezepte sichern

Ab 2027 soll die Europäische Digitale Identität (EUDI) den Gesundheitssektor revolutionieren. Erste Prototypen zeigen: Die Wallet könnte Praxis-Check-ins, die Authentifizierung bei Telemedizin und das Einlösen elektronischer Rezepte deutlich vereinfachen – durch Integration in die bestehende Telematikinfrastruktur.

Bereits jetzt setzen Softwareanbieter auf mobile Lösungen. Aktuelle Therapiesoftware für 2026 bietet Funktionen wie das Erfassen von Rezepten per Smartphone und automatische Plausibilitätsprüfungen. Der Anbieter DMRZ, seit 2025 mit BSI-C5-Zertifikat, bietet Cloud-Lösungen ab 79 Euro monatlich für Abrechnung und Terminverwaltung.

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