Friend-xiety, Freundschaften

Friend-xiety: Wenn Freundschaften zur psychischen Belastung werden

29.06.2026 - 09:49:28 | boerse-global.de

Studien belegen negative Effekte sozialer Medien auf die Psyche, während E-Mail-Austausch und reale Begegnungsorte positive Wirkung zeigen.

Digitale Kommunikation und soziale Bindungen: Neue Studien zur psychischen Gesundheit
Friend-xiety - Eine vielfältige Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, die sich in einer unterstützenden Gemeinschaftsumgebung unterhalten. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Untersuchungen zeigen: Die Art der Kommunikation und strukturelle Barrieren beeinflussen die mentale Widerstandsfähigkeit maßgeblich.

Die Schattenseiten digitaler Kommunikation

Die Nutzung digitaler Medien hat erhebliche Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden – die Effekte variieren je nach Kommunikationsform. Eine Studie der York University aus dem Jahr 2022 wertete Daten von über 13.500 Kanadiern ab 55 Jahren aus.

Das Ergebnis: Soziale Medien verschlechtern die psychische Gesundheit. Ursachen sind belastende Inhalte und soziale Vergleiche. Der Austausch per E-Mail wirkt sich dagegen positiv aus.

Für Deutschland sind diese Erkenntnisse besonders relevant. Rund 90 Prozent der 60- bis 69-Jährigen sind online, ebenso die Hälfte der über 80-Jährigen. Prof. Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum warnt: Eine suchtartige Nutzung sozialer Medien kann Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände auslösen.

„Friend-xiety": Wenn Freundschaften belasten

Doch nicht nur die digitale Welt birgt Risiken. Prof. Dr. Petra Beschoner erläuterte im Juni 2026 das Phänomen der „Friend-xiety“. Dahinter stecken Ängste innerhalb von Freundschaften, ausgelöst durch Unsicherheit oder Trennungsangst.

Anzeige

Ständige Erreichbarkeit und digitale Vergleiche rauben uns oft die nötige Präsenz für den Moment. Wie Sie mit kleinen Übungen aus dem Hamsterrad aussteigen und endlich wieder durchatmen, zeigt Ihnen eine erfahrene Life Coach in diesem Ratgeber. Achtsamkeits-Übungen für mehr Präsenz kostenlos herunterladen

Die Ursachen liegen häufig in frühen Kindheitserfahrungen oder einem geringen Selbstwertgefühl. Soziale Medien verstärken diese Ängste – sie suggerieren ständige Erreichbarkeit und forcieren Vergleiche. Fachleute raten zu Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und offener Kommunikation.

Dass auch äußerer Druck das Wohlbefinden beeinträchtigt, zeigt das Beispiel der Künstlerin Vanessa Mai. Im Juni 2026 thematisierte sie öffentlich, wie Müdigkeit und lange Wartezeiten bei einer TV-Produktion zu erheblichem Unwohlsein führten.

Begegnungsorte gegen die Vereinsamung

Kommunen und Organisationen reagieren auf die wachsende Vereinsamung. In Bernau bei Berlin schafft das Projekt „Gemeinsamzeit“ Räume für Austausch, Malen und Gespräche – ein niederschwelliges Angebot gegen soziale Isolation.

Auch der Profisport entdeckt das Thema. Der 1. FC Magdeburg ernannte im Juli 2026 mit Ralf Dobberitz einen eigenen Beauftragten für Trauerkultur. Ziel: Fans und Angehörige in Krisensituationen besser unterstützen. Bereits seit 2010 organisiert der Verein Behindertentage – die Teilnehmerzahlen stiegen von anfangs 25 auf über 1.500 Personen.

Anzeige

Wer im Alltag unter Dauerstrom steht, findet oft schwer zurück zu innerer Ausgeglichenheit. Dieser kostenlose Leitfaden bietet Ihnen 5 Sofortmaßnahmen für mehr Balance zwischen beruflichen Anforderungen und persönlichem Glück. Kostenloses E-Book für mehr Work-Life-Balance sichern

Auf gesellschaftspolitischer Ebene positioniert sich die Evangelisch-methodistische Kirche. Auf einer Konferenz im Juni 2026 in Plauen beschloss sie eine klare Absage an menschenfeindliches Gedankengut. Gemeinden sollen sichere Schutzräume für alle Menschen sein.

Wenn der Geldbeutel krank macht

Die psychische Gesundheit hängt eng mit der physischen Verfassung und dem Zugang zu Versorgungssystemen zusammen. Eine US-Studie mit mehr als 90.000 Teilnehmern ab 55 Jahren belegt: Finanzielle Hürden bei medizinischen Dienstleistungen – etwa Zahnarztbesuchen – erhöhen das Risiko für Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Forscher schätzen, dass zwei bis vier Prozent dieser Erkrankungen durch kostenfreien Zugang vermeidbar wären.

Dass Kunst bei der Krankheitsbewältigung helfen kann, zeigt die Fotografin Sofia Kröplin. Ihre Fotoausstellung zum Thema Brustkrebs ist für September 2026 in Berlin angekündigt. Solche Initiativen machen deutlich: Die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse braucht mehr als Medizin – sie erfordert soziale Einbettung.

de | wissenschaft | 69650972 |