Microsoft kippt KI-Suchfunktion in Edge nach Nutzerprotesten
29.06.2026 - 09:44:45 | boerse-global.de
Eingeständnis nach Nutzerprotesten
Microsoft hat Ende Juni 2026 seine Produkt-Roadmap aktualisiert und bestätigt, dass die KI-gesteuerte Suchfunktion nicht weiterverfolgt wird. Das Feature sollte Nutzern mithilfe eines lokalen KI-Modells helfen, ihren Browserverlauf effektiver zu durchsuchen. Obwohl das Modell alle Daten lokal verarbeitete und keine persönlichen Informationen an Microsoft-Server übermittelte, fühlten sich viele Anwender von der notwendigen Überwachungsfunktion unwohl.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Microsoft einen schwierigen Spagat zwischen aggressiver KI-Integration und Nutzerautonomie meistert. Branchenbeobachter sehen in der Rücknahme einen Versuch, die anhaltende Kritik an der zunehmenden „Aufblähung" des Windows-Ökosystems zu entschärfen.
Neue Regeln für Copilot
Auch beim KI-Assistenten Copilot justiert Microsoft nach. Im Juni 2026 nahm der Konzern die automatische Installation von Copilot auf kommerziellen PCs wieder auf – ein Schritt, der bei Unternehmenskunden erneut für Unmut sorgte.
Als Reaktion führt Microsoft eine neue Gruppenrichtlinie für Windows 11 Pro, Education und Enterprise ein. Sie erlaubt Administratoren, Copilot dauerhaft zu entfernen – unter zwei Bedingungen: Die Software wurde nicht manuell installiert und innerhalb von 28 Tagen nicht gestartet. Hintergrund sind Berichte, wonach der auf WebView2 basierende Assistent viel Arbeitsspeicher belegt und die Systemleistung beeinträchtigen kann.
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Die KI-Offensive hat auch Wettbewerber gestärkt. Nach dem offiziellen Support-Ende für Windows 10 am 14. Oktober 2025 – betroffen sind rund 400 Millionen PCs – verzeichnen alternative Betriebssysteme Zulauf. Daten vom April 2026 zeigen: Der Linux-Marktanteil auf dem Desktop stieg auf 2,99 Prozent, nach 2,5 Prozent im Jahr 2024. Leistungstests belegen, dass Distributionen wie Ubuntu bis zu 39 Prozent schneller booten und deutlich weniger RAM benötigen als Windows 11.
Edge als schnellster Mac-Browser
Trotz der Rückschläge bei KI-Funktionen wirbt Microsoft mit der technischen Effizienz seines Browsers auf fremden Plattformen. Am 24. Juni 2026 erklärte der Konzern, eine Prototyp-Version von Edge sei derzeit der schnellste Browser für Mac-Nutzer. Im Speedometer-3.1-Benchmark übertraf der Prototyp Apples Safari um 28,6 Prozent. Mac-Anwender loben zudem den geringen Speicherverbrauch und den integrierten PDF-Reader.
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Parallel dazu sichert Microsoft sein Browser-Ökosystem ab. Das Unternehmen identifizierte und entfernte 119 schädliche Erweiterungen aus dem Edge-Add-on-Store. Die als „StegoAd" bekannte Operation nutzte Steganographie, um Schadcode zu verstecken. Vor ihrer Entfernung wurden die Tools mehr als 2,6 Millionen Mal heruntergeladen – für Werbebetrug und Diebstahl von Anmeldedaten. Die dahinterstehende Gruppe war Berichten zufolge seit 2021 aktiv.
