Essenszeiten, Studie

Essenszeiten: Studie zeigt Auswirkung auf zirkadiane Darmrhythmen

13.06.2026 - 17:02:22 | boerse-global.de

Untergewicht hat oft physiologische Ursachen. Ein strukturierter Ernährungsplan und bewusstes Essen können die Gewichtszunahme fördern.

Gesund zunehmen trotz hohem Stoffwechsel: So klappt's
Essenszeiten - Eine stilisierte, abstrakte Darstellung des menschlichen Verdauungssystems mit einem Diagramm zur Nährstoffaufnahme. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Grund liegt oft nicht in der Menge, sondern in der Verwertung der Nahrung.

Die physiologischen Hürden

Die Ursachen für Untergewicht sind komplex. Ein hoher Stoffwechsel kann die Gewichtszunahme erschweren – ebenso wie bestimmte Erkrankungen. Dazu zählen Schilddrüsenüberfunktion oder Typ-1-Diabetes, bei dem Insulinmangel zu einem Energiedefizit führt.

Auch chronische Magen-Darm-Erkrankungen wie Gastritis oder Malabsorptionssyndrome verhindern die Nährstoffaufnahme im Dünndarm. Psychologische Faktoren wie Stress oder Angst beeinflussen das Verdauungssystem und den Appetit. Bei unerklärlichem Gewichtsverlust oder anhaltender Müdigkeit ist eine medizinische Abklärung ratsam.

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Der richtige Ernährungsplan

Wer gesund zunehmen will, sollte sein Essverhalten strukturieren. Statt weniger großer Mahlzeiten empfehlen Experten drei Haupt- und zwei bis drei Zwischenmahlzeiten pro Tag. Wichtig: eine ausgewogene Mischung aus komplexen Kohlenhydraten, hochwertigen Proteinen und gesunden Fetten.

Besonders Proteine sind gefragt. Die Preise für Proteinpulver in Deutschland sind seit Januar 2026 um 40 bis 60 Prozent gestiegen – Grund ist die weltweit hohe Nachfrage. Gute Proteinquellen sind Eier, Fisch, Geflügel, Tofu und Hülsenfrüchte. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Haferflocken oder Süßkartoffeln liefern kontinuierlich Energie.

Der inner Takt zählt

Aktuelle Forschung zeigt: Der biologische Rhythmus beeinflusst die Verdauung massiv. Eine im Juni 2026 in „PNAS“ veröffentlichte Studie belegt, dass Nahrungsaufnahme zur Schlafenszeit bei Mäusen die zirkadianen Rhythmen verschiedener Darmzellen stört. Besonders betroffen sind interstitielle Cajal-Zellen (ICCs), die für die Darmmotilität verantwortlich sind.

Die Gastroenterologin Prof. Birgit Terjung betont: Falsche Essenszeiten bringen den Darm aus dem Takt. Der Körper braucht nachts Ruhephasen für Reinigungsprozesse. Wer nachts snackt, stoppt diese Prozesse – der Stoffwechsel wird langsamer, Verdauungsprobleme drohen.

Bewusst essen, besser verdauen

Neben der Auswahl der Lebensmittel zählt das Verhalten beim Essen. Dr. Duong Thi Phuong warnt vor Ablenkung durch Smartphones oder Arbeit während der Mahlzeiten – das stört die Sekretion von Verdauungsenzymen.

Empfohlen wird: Jeden Bissen 20 bis 50 Mal kauen, für eine Mahlzeit mindestens 20 bis 30 Minuten einplanen. Auch die Flüssigkeitsaufnahme während des Essens ist entscheidend. Mehr als 200 Milliliter Wasser verdünnen die Magensäfte und beeinträchtigen die Verdauung. Besser: Wasser in kleinen Schlucken über den Tag verteilt trinken – nicht eiskalt.

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