Energydrinks, Jugendlichen

Energydrinks bei Jugendlichen: Monatlicher Konsum steigt auf 33 Prozent

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 10:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Schülerauswertung zeigt häufigeren Energydrink-Konsum; Fachleute warnen vor Koffeinrisiken und fordern besseren Jugendschutz.

Energydrinks bei Jugendlichen: Konsum steigt, Kritik an Regeln wächst
Ein leerer, sonnendurchfluteter Schulflur mit Spinden in einer ruhigen, menschenleeren Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Diskussion über den Konsum von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren deutlich an Schärfe gewonnen. In Berichten vom September 2026 werden insbesondere die Rolle von Influencern bei der Vermarktung sowie die im internationalen Vergleich als unzureichend kritisierte Regulierung in Deutschland thematisiert. Aktuelle Daten und Studien zeichnen ein Bild von steigenden Konsumzahlen, das Experten und Mediziner zunehmend beunruhigt.

Repräsentative Daten zur Verbreitung unter Schülern

Eine umfassende Auswertung des sogenannten „Präventionsradars“, durchgeführt vom IFT-Nord in Kiel und veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt International, liefert detaillierte Einblicke in das Konsumverhalten.

Die Untersuchung umfasst die Schuljahre 2020/21 bis 2025/26 und basiert auf Angaben von über 107.000 Schülern unter 16 Jahren aus 15 Bundesländern. Den Ergebnissen zufolge haben bereits 46 % der 9- bis 12-Jährigen und 72 % der 13- bis 15-Jährigen in Deutschland Energydrinks konsumiert.

Besonders die Entwicklung des regelmäßigen Konsums zeigt einen Aufwärtstrend. Während im Zeitraum 2020/21 noch knapp 10 % der Kinder angaben, monatlich Energydrinks zu trinken, stieg dieser Wert bis zum Schuljahr 2025/26 auf 13 %.

Bei den Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren erhöhte sich der monatliche Konsum von 25 % auf 33 %. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim wöchentlichen Konsum, der bei Jugendlichen von knapp 16 % auf 19 % anstieg, während er bei Kindern mit 6 % nahezu unverändert blieb.

Ein täglicher Konsum wurde bei rund 2 % der Kinder und etwa 6 % der Jugendlichen festgestellt. Ein signifikanter Zusammenhang besteht zudem zum Rauchverhalten: Jugendliche, die im Vormonat Nikotin konsumierten, wiesen eine 2,4-fach höhere Rate an täglichem Energydrink-Konsum auf.

Zusammensetzung und gesundheitliche Risikobewertung

Die gesundheitlichen Bedenken stützen sich primär auf die Inhaltsstoffe der Getränke. Laut Berichten im Deutschen Ärzteblatt International enthält eine marktübliche 500-ml-Dose häufig 160 mg Koffein, was der gesetzlichen Obergrenze entspricht, sowie etwa 55 g Zucker. Die geltende Verordnung erlaubt eine maximale Koffeinmenge von 320 mg pro Liter.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft eine tägliche Aufnahme von maximal 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht bei Kindern als wahrscheinlich unbedenklich ein. Für ein Kind mit einem Gewicht von 50 kg entspräche dies einem Grenzwert von 150 mg. Da eine einzige große Dose diesen Wert bereits überschreiten kann, warnen Fachleute vor möglichen Überdosierungen.

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Fast die Hälfte der 9- bis 12-Jährigen hat schon Energydrinks getrunken, bei den 13- bis 15-Jährigen sind es 72 Prozent. Eine einzige 500-ml-Dose kann den Koffein-Grenzwert für ein 50-Kilo-Kind überschreiten. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die Grenzwerte im Blick behalten und mit Ihrem Kind ins Gespräch kommen. Kostenlosen Leitfaden für Eltern anfordern

Regulatorischer Rückstand und internationale Gegenentwürfe

Experten kritisieren den regulatorischen Rückstand Deutschlands. Während hierzulande Forderungen nach schärferen Regeln laut werden, haben andere europäische Staaten bereits Maßnahmen ergriffen. Litauen, Lettland und Polen erlauben den Verkauf dieser Getränke erst ab einem Alter von 18 Jahren.

In Norwegen besteht ein Verkaufsverbot für Personen unter 16 Jahren. England plant laut Berichten vom September 2026, den Verkauf von Energydrinks mit hohem Koffeingehalt an unter 16-Jährige ab April 2027 zu untersagen.

Der LMU-Mediziner Oberhoffer forderte in diesem Zusammenhang eine Nachbesserung durch die Bundesregierung, um den Jugendschutz angesichts der steigenden Konsumzahlen zu gewährleisten.

Industrielle Gegenwehr und der Einfluss sozialer Medien

Die Lebensmittelindustrie reagiert teilweise mit rechtlichen Mitteln auf regulatorische Eingriffe. Red Bull reichte laut Berichten vom 25. September 2026 Klage beim Delhi High Court gegen die indische Behörde FSSAI ein.

Hintergrund ist eine Entscheidung aus dem Juni 2026, die Herstellern die Bezeichnung „Energy Drink“ untersagte. Betroffen von dieser Regelung sind neben Red Bull auch Unternehmen wie Pepsi mit der Marke Sting sowie Monster Beverage.

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Parallel dazu treibt das Marketing über soziale Medien die Nachfrage an. Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) verdeutlicht die Macht der Online-Kanäle: 77 % der Befragten nehmen mindestens ein Nahrungsergänzungsmittel ein, wobei Influencer diesen Hype massiv verstärken.

Diese Dynamik lässt sich auch auf den Energydrink-Markt übertragen, wo die Bewerbung durch bekannte Online-Persönlichkeiten insbesondere die junge Zielgruppe erreicht und zu einem Konsumverhalten führt, das über die Empfehlungen von Gesundheitsbehörden hinausgeht.

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