Energydrinks: 160 mg Koffein stecken meist in einer 500-ml-Dose
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 01:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konsum von Energydrinks unter jungen Menschen in Deutschland hat spürbar zugenommen. Eine Auswertung des sogenannten Präventionsradars durch das IFT-Nord und die Krankenkasse DAK-Gesundheit für die Schuljahre 2020/21 bis 2025/26 liefert neue Daten zur Verbreitung dieser Getränke. Die Untersuchung basiert auf den Angaben von über 107.000 Schülerinnen und Schülern unter 16 Jahren aus 15 Bundesländern.
Deutlicher Anstieg bei Probierkonsum und regelmäßiger Nutzung
Wie aus den Erhebungen hervorgeht, haben 46 % der 9- bis 12-Jährigen sowie 71,1 % bis 72 % der 13- bis 15-Jährigen bereits Energydrinks probiert. Im Schuljahr 2020/21 lagen diese Werte noch bei rund 30 % beziehungsweise 60 %.
Auch die Frequenz des Konsums ist gestiegen. Der monatliche Konsum erhöhte sich bei den befragten Kindern auf 13 %, was einem Zuwachs von 3,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2020/21 entspricht, als der Anteil bei knapp 10 % lag. Bei den Jugendlichen wuchs dieser Anteil um 7,8 Prozentpunkte von zuvor rund 25 % auf nun 33,2 %.
Einen wöchentlichen Konsum gaben zuletzt 6 % der Kinder und 19 % der Jugendlichen an, verglichen mit knapp 16 % bei Jugendlichen im Schuljahr 2020/21. Ein täglicher Konsum betrifft rund 2 % der Kinder und etwa 6 % der Jugendlichen.
Die Auswertung basiert auf Fragebogendaten und erfasst keine tatsächlichen Trinkmengen. Die Daten zeigen zudem Verhaltenskorrelationen auf: Jugendliche mit Nikotinkonsum im Vormonat wiesen eine 2,4-fach höhere Rate an täglichem Energydrink-Konsum auf als jene ohne Nikotinkonsum. Die Autoren weisen darauf hin, dass beobachtete Zusammenhänge mit Alkohol, Cannabis und weiteren Faktoren keine ursächlichen Wirkungen belegen.
Risiken durch Koffein und hohe Zuckermengen
Die Inhaltsstoffe der Getränke bergen nach Einschätzung von Fachleuten erhebliche Risiken für Heranwachsende. Laut IFT-Nord und Autoren des Ärzteblatts enthält eine marktübliche 500-ml-Dose meist 160 mg Koffein sowie etwa 55 g Zucker.
Fast die Hälfte der 9- bis 12-Jährigen hat Energydrinks schon probiert — und eine 500-ml-Dose enthält meist 160 mg Koffein. Wer sein Kind begleiten statt nur verbieten will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Koffein-Grenzwerte und einen Gesprächsleitfaden für zu Hause. Kostenlosen Eltern-Leitfaden anfordern
Demgegenüber empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für Kinder einen Richtwert von höchstens 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Bei einem Körpergewicht von 50 kg entspricht dies einer Maximalmenge von 150 mg Koffein – ein Wert, der teilweise bereits durch eine einzelne 330-ml-Dose überschritten werden kann.
Ein hoher Konsum kann nach Angaben von IFT-Nord und DAK-Gesundheit Schlafprobleme, psychische Beschwerden sowie Herz-Kreislauf-Probleme begünstigen. Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol könne das enthaltene Koffein zudem die auftretende Müdigkeit überdecken.
Forderungen nach Regulierungen und Kennzeichnungen
Angesichts dieser Entwicklung empfehlen die Studienautoren strengere Verkaufs- und Werberegeln. Derzeit existiert weder in Deutschland noch in Österreich eine gesetzliche Altersgrenze für den Kauf von Energydrinks.
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Der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, fordert deutlichere Warnhinweise auf den Produkten, die auch auf Risiken bezüglich Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Übergewicht hinweisen.
Auf politischer Ebene warnt der niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi vor den gesundheitlichen Gefahren und plädiert für die Einführung einer Zuckerabgabe. Seitens der Bundesregierung ist eine Zuckersteuer auf Getränke ab Juli 2027 geplant, wobei die genauen Pläne noch abgestimmt werden müssen.
