Drohnen-Lieferung: Amazon zielt auf 500 Millionen bis 2030
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 07:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Seit dem 7. Juli 2025 liefern Amazons Drohnen nun auch in der Hauptstadt Louisianas aus. Baton Rouge ist damit die erste Stadt im Bundesstaat, die den Luftfracht-Service des Konzerns nutzt.
MK30-Drohnen liefern aus dem Cortana-Zentrum
Die neue Flotte operiert vom Cortana-Fulfillment-Center aus. Die Reichweite beträgt rund zwölf Kilometer um das Lager. Zum Einsatz kommt die MK30-Drohne – ein batteriebetriebener Flieger mit rund 35 Kilogramm Gewicht und einer Spitzengeschwindigkeit von über 110 km/h.
Allerdings gibt es eine klare Gewichtsgrenze: Nur Pakete bis zu 2,3 Kilogramm werden per Drohne ausgeliefert. Das klingt wenig, umfasst aber rund 60 Prozent aller bei Amazon angebotenen Produkte.
Prime-Mitglieder zahlen pro Drohnen-Lieferung 4,99 US-Dollar, Nicht-Mitglieder das Doppelte. Das Lager in Baton Rouge kann zwischen 12 und 20 Drohnen gleichzeitig betreiben – je nach Tagesbedarf.
500 Millionen Lieferungen pro Jahr bis 2030
Die Expansion nach Louisiana ist nur ein Mosaikstein in Amazons ehrgeizigem Masterplan. Bereits im Februar startete der Dienst in Kansas City, im Sommer folgten Vororte von Chicago. Das Fernziel: 500 Millionen Drohnen-Lieferungen jährlich bis 2030.
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Doch Amazon setzt nicht nur auf die Luft. Parallel baut der Konzern den „Amazon Now“-Service aus – Lieferungen in 30 Minuten. Nach Atlanta, Seattle und Dallas-Fort Worth kommen nun Houston, Minneapolis, Orlando, Phoenix, Denver, Oklahoma City und Austin hinzu. Die Kosten: 3,99 Dollar für Prime-Kunden, 13,99 Dollar für alle anderen – plus Aufschlag bei Bestellungen unter 15 Dollar.
International läuft es ebenfalls rund. In Brasilien boomen 15-Minuten-Lieferungen, vor allem mit frischen Lebensmitteln. Seit dem Start stieg die Produktpalette für Schnelllieferungen um 15 Prozent. Für die Logistik in Brasilien und Mexiko kooperiert Amazon mit dem Lieferdienst Rappi.
Wettbewerb verschärft sich
Amazon ist nicht allein am Himmel. Die Konkurrenten Zipline und Wonder haben ihre Pläne für Drohnen-Lieferungen in Texas konkretisiert. Ab Januar 2027 sollen heiße Mahlzeiten, Kaltgetränke und Medikamente per Drohne in der Region Dallas-Fort Worth ausgeliefert werden. Bis Ende 2027 sollen die meisten texanischen Standorte folgen.
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Zipline hat bereits über 2,5 Millionen autonome Lieferungen weltweit absolviert und setzt ebenfalls auf batteriebetriebene Fluggeräte mit speziellen Empfangsstationen. Während Amazon sein eigenes Prime Air-Netzwerk hochzieht, drängen etablierte Drohnen-Logistiker in die US-Märkte. Die nächsten 18 Monate versprechen einen harten Verdrängungswettbewerb um die Kurzstrecken-Zustellung aus der Luft.
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