WhatsApp, Benutzernamen

WhatsApp stoppt Benutzernamen in Indien: 850 Millionen Nutzer betroffen

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 07:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Indien blockiert vorerst WhatsApps neue Benutzernamen-Funktion aus Sorge vor Betrug und Identitätsdiebstahl. Meta erhält Fristverlängerung zur Stellungnahme.

WhatsApp stoppt Benutzernamen-Einführung in Indien nach Regierungsbedenken
WhatsApp - Digitales Vorhängeschloss über Smartphone mit Messaging-App, symbolisiert Sicherheitsbedenken bei Online-Kommunikation. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die indische Regierung hat Sicherheitsbedenken angemeldet – WhatsApp lenkt vorerst ein.

Der Messaging-Dienst WhatsApp hat die Einführung seiner neuen Benutzernamen-Funktion in Indien gestoppt. Grund ist eine formelle Anfechtung durch das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY). Die Behörde befürchtet, dass die Funktion Online-Betrug und Identitätsdiebstahl begünstigen könnte. Meta, der Mutterkonzern von WhatsApp, erhielt eine dreitägige Fristverlängerung zur Stellungnahme – die neue Frist läuft am 9. Juli aus.

Regulierungsdruck und verlängerte Frist

Die indische Regierung hatte WhatsApp bereits am 1. Juli aufgefordert, die Sicherheitsfolgen der Umstellung von telefonnummernbasierter Identifikation zu erläutern. Die neue Funktion soll die Privatsphäre der Nutzer stärken, indem sie Kommunikation ohne Preisgabe der Handynummer ermöglicht. Doch die Behörden warnen: Genau das könnte Phishing-Angriffe und sogenannte „Digital Arrest"-Betrugsmaschen erleichtern.

Nach einem Treffen zwischen Meta-Vertretern und dem IT-Ministerium am 3. Juli sicherte WhatsApp zu, die Funktion in Indien erst nach Abschluss der Konsultationen einzuführen. Das Ministerium verschickte ähnliche Aufforderungen auch an andere Plattformen wie Telegram und Signal. Die Prüfung stützt sich auf das indische Informationstechnologie-Gesetz, insbesondere die Paragrafen 66C, 66D und 79 zur Bekämpfung von Cyberkriminalität.

Sorge vor Identitätsdiebstahl und Betrug

Anzeige

Während WhatsApp die Benutzernamen-Funktion in Indien auf Eis legt, läuft die Reservierungsphase bereits – auch in Europa. Wer jetzt nicht handelt, riskiert, dass Kriminelle den eigenen Firmennamen kapern. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie Ihren Marken-Benutzernamen sichern und mit der optionalen PIN vor Missbrauch schützen. Jetzt Sicherheits-Leitfaden anfordern

Indien ist WhatsApps größter Markt – mehr als 850 Millionen Nutzer zählt der Dienst dort im Jahr 2026. Der Widerstand der Regierung hat handfeste Gründe: Die Cyberkriminalität im Land steigt rasant. Allein 2025 beliefen sich die Schäden durch Internetbetrug auf umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro. Die Zahl der gemeldeten Fälle stieg um 24 Prozent auf 2,4 Millionen.

Auch Somalia hat sich gegen die Umstellung auf Benutzernamen ausgesprochen. Die dortige Kommunikationsbehörde warnt vor der Gefahr, dass Regierungsinstitutionen imitiert oder Finanzbetrug erleichtert werden könnten. Zudem, so die somalische Regulierungsbehörde, könnten terroristische Organisationen die Funktion nutzen, um ihre Identifizierung zu erschweren.

In Europa schlägt das finnische Cybersicherheitszentrum Traficom Alarm. Es empfiehlt Unternehmen dringend, ihre Firmen-Benutzernamen sofort zu reservieren. Sonst könnten Kriminelle die Markenidentitäten für sich beanspruchen, sobald die Funktion weltweit startet.

Schutzmechanismen und Plattform-Features

Anzeige

Die indische Regierung warnt vor Phishing und Identitätsdiebstahl durch WhatsApp-Benutzernamen – und stoppt die Einführung. Auch in Europa empfehlen Cybersicherheitsbehörden sofortiges Handeln. Mit der Checkliste in diesem Report reservieren Sie Ihren Firmen-Namen und aktivieren den PIN-Schutz, bevor Betrüger Ihre Marke imitieren. Marken-Benutzernamen jetzt sichern

Meta betont, dass die Benutzernamen-Funktion mit mehreren Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet sei. Das Unternehmen habe bereits prominente Namen und die von öffentlichen Personen reserviert, um Identitätsdiebstahl zu erschweren. Die Funktion bleibe zudem optional – für die Konto-Registrierung sei weiterhin eine Telefonnummer nötig.

Als zusätzlichen Schutz führt WhatsApp eine optionale vierstellige PIN ein. Dieser Schlüssel gibt Nutzern die Kontrolle darüber, wer sie über ihren Benutzernamen kontaktieren kann. Nachrichten von Personen ohne diesen Code werden blockiert. Zwar hat die Reservierungsphase für Benutzernamen Anfang der Woche begonnen, doch die vollständige Einführung bleibt in mehreren Ländern auf Eis – solange die Gespräche mit den Regulierungsbehörden andauern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69719758 |