Demenzrisiko: Koffein senkt Erkrankungsrisiko um bis zu 20%
08.06.2026 - 16:48:55 | boerse-global.de
Das zeigt eine Langzeitstudie der Harvard University mit über 130.000 Teilnehmern.
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Forscher um Yu Zhang werteten Daten aus, die über 43 Jahre hinweg gesammelt wurden. Das Ergebnis: Wer täglich zwei bis drei Tassen Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee trinkt, erkrankt seltener an Demenz. Das Hazard Ratio lag bei 0,82 – ein statistisch signifikanter Wert.
Entscheidend ist offenbar das Koffein. Bei entkoffeiniertem Kaffee fanden die Wissenschaftler keinen Zusammenhang. Allerdings betonten die Autoren, dass die Beobachtungsstudie keine Kausalität beweise.
Risikofaktoren zeigen sich bereits bei jungen Erwachsenen
Doch nicht nur Koffein beeinflusst die Gehirngesundheit. Die NAKO-Studie mit knapp 150.000 Teilnehmern zwischen 20 und 75 Jahren zeigt: Risikofaktoren sind schon früh messbar.
Mithilfe des LIBRA-Scores stellten Forscher der Universität Leipzig fest, dass bereits 20- bis 39-Jährige mit schlechteren kognitiven Werten auffallen. Die Risikofaktoren ändern sich mit dem Alter:
- Jüngere Erwachsene: Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen dominieren.
- Ältere Erwachsene: Hier rücken Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Vordergrund.
- Sozioökonomische Faktoren: Sie verstärken das Risiko in allen Altersgruppen.
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Diabetes-Medikamente senken das Alzheimer-Risiko deutlich
Die Pharmaforschung liefert parallel vielversprechende Ergebnisse. Eine Analyse von über 90.000 Patienten in JAMA Neurology zeigt: GLP-1-Agonisten senkten das Alzheimer-Risiko um 33 Prozent, SGLT2-Inhibitoren sogar um 43 Prozent.
Die im Juni 2026 vorgestellte FLOW-Studie bezifferte die Risikoreduktion durch Semaglutid bei Typ-2-Diabetikern auf bis zu 53 Prozent.
Auch ein neuer Anti-Tau-Antikörper macht Hoffnung. Eine Phase-III-Studie mit 1.736 Teilnehmern belegte, dass er den kognitiven Abbau im Frühstadium um bis zu 40 Prozent verlangsamt. Eine Zulassung wird für 2027 erwartet.
Bluttest erkennt Demenz Jahre vor den ersten Symptomen
Die Diagnostik macht ebenfalls Fortschritte. Forscher der UCSF veröffentlichten in The Lancet einen Bluttest, der fehlgefaltete Proteine bereits Jahre vor Symptomen erkennt.
An der ETH Zürich identifizierten Wissenschaftler zudem eine Substanz, die die Verklumpung des Enzyms GRK2 hemmt. In präklinischen Versuchen schützte sie Nervenzellen. Ein Partner für die klinische Weiterentwicklung wird noch gesucht.
Der sogenannte DREAM-Genschalter, veröffentlicht am 2. Juni 2026 in Nature Aging, liefert zudem neue Ansätze für die Forschung zur Verlängerung der kognitiven Gesundheit.
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