Demenzprävention, Krafttraining

Demenzprävention: Krafttraining 90 Minuten/ Woche senkt Risiko um 27%

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung belegt: Sport senkt Risiko für psychische Erkrankungen und Demenz. Freizeitaktivität schützt, schwere Arbeit erhöht das Risiko.

Bewegung als Schutzfaktor: Neue Studien zu Psyche und Demenz
Leere, lichtdurchflutete Sporthalle mit Parkettboden und großen Fensterfronten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die wissenschaftliche Untersuchung des Zusammenhangs zwischen körperlicher Aktivität und der psychischen Gesundheit hat in jüngster Zeit durch mehrere großflächige Studien und praxisnahe Programme neue Impulse erhalten. Aktuelle Datenanalysen und sportmedizinische Berichte verdeutlichen dabei die Relevanz von Bewegung über verschiedene Altersgruppen hinweg – von der frühen Kindheit bis ins hohe Rentenalter.

Präventive Effekte im Kindes- und Jugendalter

Untersuchungen, die im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurden, unterstreichen die Bedeutung von Bewegung für die psychische Entwicklung junger Menschen. Eine Langzeitstudie, die rund 17.000 Kinder von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr begleitete, zeigte signifikante Zusammenhänge auf.

Demnach ist eine regelmäßige körperliche Aktivität im Alter von elf Jahren mit einem deutlich geringeren Risiko für die Entwicklung psychischer Erkrankungen bis zum Erreichen der Volljährigkeit verbunden.

Die Forscher stellten fest, dass insbesondere organisierter Sport dazu beitragen könne, das Risiko für Angststörungen und Suchterkrankungen bei beiden Geschlechtern sowie Depressionen speziell bei Jungen zu senken.

Kritisch angemerkt wurde jedoch ein deutlicher Rückgang der täglichen Bewegungszeit im Laufe der Kindheit: Während fünfjährige Kinder im Schnitt noch 4,2 Stunden pro Tag körperlich aktiv waren, sank dieser Wert bei den Elfjährigen auf durchschnittlich 2,5 Stunden.

Gezielte Programme für Arbeitslose und Rentner

Neben der akademischen Forschung zeigen Praxisbeispiele, wie Sportprogramme zur sozialen Integration und Steigerung des Selbstwertgefühls beitragen können. Die Fundación Real Madrid setzte in der Saison 2025/26 ihre Programme „Emprendeporte“ für Arbeitslose sowie „Emprendeporte Plus“ für Senioren fort.

Diese Initiativen wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt Madrid in den städtischen Sportzentren Pradillo und Félix Rubio durchgeführt und von Unicaja unterstützt.

Ziel dieser Maßnahmen war die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens durch gezielte sportliche Aktivitäten. Zu den Höhepunkten der Programmsaison gehörten unter anderem eine soziosportliche Veranstaltung auf dem Sandplatz des Stadions Santiago Bernabéu, die im Rahmen der Mutua Madrid Open stattfand, sowie die Durchführung eines Solidaritätslaufs.

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Kognitive Gesundheit und Demenzprävention

Ein weiterer Schwerpunkt aktueller Analysen liegt auf dem Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen im Alter. Eine in The Lancet Public Health veröffentlichte Metaanalyse unter der Leitung von Natan Feter von der USC wertete 74 Studien aus 30 Ländern mit insgesamt 4.227.297 Teilnehmern aus.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Art der Belastung entscheidend ist. Während Freizeitbewegung das Demenzrisiko um 24 % senken könne, sei körperlich schwere Arbeit mit einem um 20 % erhöhten Risiko assoziiert. Die Autoren betonten dabei, dass der jeweilige Kontext der Aktivität eine wesentliche Rolle spiele.

Ergänzend dazu untersuchte eine japanische prospektive Studie von Nagata et al., veröffentlicht in Geriatr Gerontol Int, spezifische Sportarten. Hierbei wurde festgestellt, dass insbesondere Krafttraining und Gateball signifikant mit einem niedrigeren Demenzrisiko bei älteren Erwachsenen korrelieren.

Weitere Daten aus dem British Journal of Sports Medicine, die auf einer Untersuchung von 150.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren basieren, beziffern die Effekte von Krafttraining genauer.

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Ein Pensum von 90 bis 119 Minuten pro Woche könne das allgemeine Sterberisiko um 13 % und das Risiko eines Todes durch Demenz um 27 % verringern. In Kombination mit Ausdauertraining ließe sich das Sterberisiko laut der Studie sogar um 45 % senken, wobei ab einer Dauer von 120 Minuten pro Woche ein Plateau erreicht werde.

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