Darmfreundliche, Ernährung

Darmfreundliche Ernährung: Sterberisiko sinkt um 40,7 Prozent

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 03:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Darmfreundliche Kost senkt Sterberisiko, Biofeedback-Atmung hilft gegen Bluthochdruck.

Herzgesundheit: Neue Ernährungsstrategien und Technologien im Fokus
Eine Nahaufnahme einer Schüssel mit Haferflocken, Chiasamen, Nüssen und Beeren, die eine herzgesunde Ernährung darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Statt nur auf Medikamente zu setzen, rücken ganzheitliche Ernährungsstrategien und technologische Innovationen in den Fokus.

Die „Fettsignatur“ verrät, was du isst

Hochverarbeitete Lebensmittel hinterlassen Spuren im Blut. Das zeigt die EPIC-Studie mit rund 15.200 Teilnehmern. Studienleiterin Dr. Blanco-López entdeckte eine charakteristische „Fettsignatur“: niedrige Omega-3-Werte, dafür erhöhte Transfettsäuren und gesättigte Fettsäuren.

Die Lösung? Schrittweise Umstellung auf Vollwertkost.

Bestimmte Lebensmittelgruppen wirken besonders effektiv. Haferprodukte stabilisieren den Blutzucker und regulieren das LDL-Cholesterin. Kombiniert mit Chiasamen, Nüssen und Früchten liefern solche Mahlzeiten pro Portion etwa 11 Gramm Ballaststoffe und 12 Gramm Eiweiß.

Die Präventivkardiologin Dr. Tracy Paeschke empfiehlt täglich eine Drittel Tasse ungesalzene Nüsse wie Walnüsse oder Mandeln. Das senkt Blutdruck und kardiovaskuläre Sterblichkeit. Auch Linsen sind wertvoll: Ihre löslichen Ballaststoffe sowie Magnesium und Kalium unterstützen die Herzgesundheit.

Darmfreundlich essen, länger leben

Dass Ernährung nicht nur Laborwerte verbessert, sondern die Sterblichkeit beeinflusst, belegt die US-Langzeitstudie NHANES. Sie untersuchte 1.537 Erwachsene mit koronarer Herzkrankheit von 2005 bis 2018.

Das Ergebnis: Eine darmfreundliche Ernährung senkt das Sterberisiko um bis zu 40,7 Prozent. Allerdings gibt es einen Plateau-Effekt. Ab einem bestimmten Punkt bringt eine weitere Steigerung der Diätqualität keine zusätzliche Risikosenkung.

Probiotika gewinnen dabei an Bedeutung. Eine Übersichtsarbeit von Jiang et al. im Journal of Hypertension zeigt: Lactobacillus-Arten senken bei Bluthochdruck-Patienten den systolischen Blutdruck um 3 bis 14 mmHg. Die Mechanismen reichen von der Steigerung von Stickstoffmonoxid bis zur Verbesserung der Darmbarriere. Bei älteren Rauchern oder postmenopausalen Frauen mit metabolischem Syndrom fallen die Effekte schwächer aus.

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Vorsicht bei Omega-3-Kapseln

Omega-3-Präparate sind beliebt – aber nicht unbedenklich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt: Mehr als 1,5 Gramm täglich können das LDL-Cholesterin erhöhen und die Blutungsneigung verstärken. Bei Herzpatienten steigt zudem das Risiko für Vorhofflimmern.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält hingegen bis zu 5 Gramm pro Tag für sicher. Gängige Präparate wie von Alsiroyal, Dr. Loges oder Doppelherz enthalten meist 300 bis 500 mg Omega-3 pro Kapsel.

Schon 2020 bewertete die Stiftung Warentest die damaligen Präparate als qualitativ einwandfrei. Den therapeutischen Nutzen sahen die Tester jedoch nicht für alle Anwendungsbereiche als ausreichend belegt an.

Atmen gegen Bluthochdruck

Technologie eröffnet neue Wege. Das AIT Austrian Institute of Technology hat das „BPRelax-System“ entwickelt – eine Biofeedback-Lösung, die durch gezielte Atemübungen den systolischen Blutdruck senkt. Die Wirkung soll mit der von Medikamenten vergleichbar sein.

Das System durchläuft derzeit den Zertifizierungsprozess als Medizinprodukt. Eine erste Serie von 3.000 Geräten soll in Zusammenarbeit mit der GO Europe GmbH in der DACH-Region auf den Markt kommen.

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PCOS wird zu PMOS – und das hat Folgen

Das Verständnis metabolischer Erkrankungen bei Frauen wandelt sich. Im Frühjahr 2026 wurde das bisher als PCOS bekannte Syndrom in PMOS (Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom) umbenannt. Weltweit sind rund 170 Millionen Frauen betroffen.

85 Prozent der Patientinnen haben eine Insulinresistenz. Ihr Risiko für Typ-2-Diabetes ist vierfach erhöht. Die Verbindung zwischen hormoneller Gesundheit und kardiovaskulärem Risiko wird hier besonders deutlich.

Seit dem 22. Mai 2026 liegt eine Zulassungsempfehlung der EMA für eine orale Semaglutid-Tablette zur Behandlung adipöser Patientinnen vor.

Die Leber im Blick behalten

Die Fettleber (MASLD) rückt als Risikofaktor in den Fokus. Experten empfehlen eine Gewichtsreduktion: Bereits ab 5 Prozent Abnahme sinkt der Leberfettgehalt. Bei 7 bis 10 Prozent können Entzündungen und Fibrosen zurückgehen.

Schützend wirken mediterrane Ernährung und Kaffee. Zuckerhaltige Säfte sollten wegen ihres Fructosegehalts gemieden werden.

Pfefferminzöl als Blutdrucksenker?

Eine britische Studie an 40 Erwachsenen zeigt einen überraschenden Effekt: Bereits 0,1 ml Pfefferminzöl täglich senkte über 20 Tage den systolischen Blutdruck um mehr als 8 mmHg. Fachleute mahnen zur Vorsicht – die Probandenzahl ist gering, die Studiendauer kurz. Weitere Forschung ist nötig, um die Ergebnisse abzusichern.

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