Sparkassen starten Krypto-Handel: 50 Millionen Kunden erhalten Bitcoin-Zugang
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 03:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die separate S-ID-Check-App wird bis Ende Januar 2027 eingestellt. Künftig laufen alle Zahlungsfreigaben für Online-Transaktionen über die S-pushTAN-App.
Weniger Apps, weniger Aufwand
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) begründet den Schritt mit der Entlastung der Kunden. Statt zwei Apps zu verwalten, reicht künftig eine einzige Anwendung für alle Sicherheitsfreigaben – egal ob für Überweisungen oder Kreditkartenzahlungen beim Online-Shopping.
Wer bislang S-ID-Check nutzt, muss seine Karten rechtzeitig in der S-pushTAN-App registrieren. Die Frist läuft Ende Januar 2027 ab. Die Geldinstitute warnen zudem vor Betrugsversuchen in der Übergangsphase: Kunden sollten keine verdächtigen Links oder Nachrichten öffnen.
Neues Design für Millionen Karten
Parallel zur Software-Änderung erhalten die physischen Karten ein neues Gesicht. Rund 14 Millionen Sparkassen-Cards und eine Million Kreditkarten werden im Laufe des Jahres 2026 umgestellt. Das Design fällt minimalistischer aus: Das Sparkassen-Logo prangt auf der Vorderseite, während sensible Daten wie Kartennummer, IBAN, Ablaufdatum und Prüfziffer auf die Rückseite wandern.
Der klassische Unterschriftsstreifen entfällt komplett – moderne Sicherheitsstandards machen ihn überflüssig. Bestehende Karten bleiben bis zum jeweiligen Ablaufdatum gültig.
Girocard bekommt neue Funktionen
Das Girocard-System erhält mehrere technische Upgrades:
- Anfang 2026: Reservierungsbuchungen werden möglich – etwa für Hotelaufenthalte oder Mietwagen.
- Frühjahr 2027: Ein größeres Update ermöglicht In-App-Zahlungen direkt in Händler-Apps.
- Weitere Neuerungen: Eine „Whitelist"-Funktion erlaubt es, wiederkehrende Authentifizierungen bei vertrauenswürdigen Händlern zu überspringen. Zudem sind die Integration des Payback-Programms und eine elektronische Altersverifikation an Selbstbedienungskassen geplant.
Mobile Payment und digitale Banken verändern die Finanzwelt rasant und bieten Anlegern völlig neue Möglichkeiten. Dieser kostenlose Experten-Report enthüllt die größten Chancen im digitalen Finanzmarkt und zeigt, wie Sie von diesen Trends profitieren. Fintech-Revolution: Kostenlosen Report jetzt sichern
Bitcoin und Ether für Sparkassen-Kunden
Die Sparkassen wagen den Schritt in die Kryptowelt. Ab Sommer 2026 können rund 50 Millionen Privatkunden Bitcoin und Ether handel. Die Abwicklung erfolgt über die DekaBank-Plattform und die Infrastruktur der Boerse Stuttgart Digital. Damit ziehen die Sparkassen mit genossenschaftlichen Instituten gleich, die bereits entsprechende Lizenzen erworben haben.
Der digitale Wandel trifft auf eine breite Nutzerbasis: Laut Bitkom nutzen 86 Prozent der Deutschen Online-Banking. Die Bundesbank verzeichnete 2025 bei 55 Prozent der täglichen Einkäufe bargeldlose Zahlungen. Trotz aller Digitalisierung betonen die Sparkassen, am Filialnetz festzuhalten. Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge sollen die persönliche Beratung ergänzen, nicht ersetzen.
Während etablierte Institute Kryptowährungen und Blockchain integrieren, fragen sich viele Anleger, welche Auswirkungen diese Transformation langfristig hat. Ein neuer Gratis-Report deckt auf, wie die Finanzwelt sich wirklich verändert und was Sie über Krypto und DeFi wissen müssen. Kostenlosen Überblick über die digitale Finanzwelt herunterladen
Rechtsstreit um AGB-Zustimmung
Die Digitalisierung hat auch eine juristische Schattenseite. Die Verbraucherzentrale Sachsen hat die Sparkasse Zwickau vor dem Landgericht Zwickau verklagt. Streitpunkt ist ein Pop-up-Fenster im Online-Portal, das Kunden angeblich nur die Wahl zwischen „Zustimmen" oder „Später zustimmen" ließ – ohne explizite „Ablehnen"-Option.
Die Verbraucherschützer sehen darin einen Verstoß gegen Verbraucherrechte. Der Fall erinnert an ein Urteil des Bundesgerichtshofs von 2021: Damals entschieden die Karlsruher Richter, dass Banken nicht von einer stillschweigenden Zustimmung der Kunden bei AGB-Änderungen ausgehen dürfen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
