Cyberkriminalität, Senioren

Cyberkriminalität gegen Senioren: Verluste steigen um 37 Prozent

29.06.2026 - 02:36:05 | boerse-global.de

Weltweit nehmen Betrugsfälle gegen ältere Menschen drastisch zu. Allein in den USA stiegen die Schäden 2025 um 37 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar.

Cyberkriminalität gegen Senioren: Milliardenverluste steigen rasant
Cyberkriminalität - Eine ältere Hand hält ein Smartphone mit einem digitalen Schlosssymbol auf dem Bildschirm, im Hintergrund eine verschwommene Polizistenhand mit einem Hammer. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kriminelle setzen verstärkt auf Fernzugriffs-Software, Phishing und Messenger-Dienste, um ihre Opfer unter Druck zu setzen. Aktuelle Daten aus mehreren Ländern zeigen das Ausmaß der Schäden.

Milliardenverluste in den USA

Besonders alarmierend sind die Zahlen aus den USA. Nach Angaben des FBI verloren Bürger über 60 Jahre im Jahr 2025 rund 7,7 Milliarden US-Dollar durch Betrug – ein Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In Indien zeichnet sich ein ähnliches Bild. Das National Crime Records Bureau meldet für 2024 einen Anstieg der Straftaten gegen ältere Menschen um 17 Prozent. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Telangana mit einem Plus von 35 Prozent.

Experten wie Hemanshu Jain von der Khyaal Foundation sehen die Ursachen unter anderem in sozialer Isolation und geringerer digitaler Kompetenz der Betroffenen.

Polizei zerstört Handy mit Hammer

Die Täter gehen hochmanipulativ vor. In der chinesischen Stadt Shifang griff die Polizei Ende Mai zu drastischen Mitteln. Beamte stellten fest, dass Betrüger das Smartphone eines älteren Mannes ferngesteuert hatten. Um eine Überweisung von über 20.000 Yuan zu verhindern, zerschlugen sie das Gerät mit einem Hammer.

Auch in Europa sind ähnliche Taktiken verbreitet. In Essen gaben sich Betrüger als Mitarbeiter der Bundesbank aus. Sie überredeten einen 78-Jährigen, eine Messenger-App zu installieren, bauten Druck auf und brachten ihn zur Abhebung eines vierstelligen Betrags. Erst am nächsten Tag informierte das Opfer die Polizei.

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Organisierte Abholer-Netzwerke

Neben digitalen Angriffen setzen Kriminelle weiterhin auf persönliche Abholungen. In Florida wurde ein 40-jähriger Kurier zu 27 Monaten Haft verurteilt. Er war Teil eines Rings, der über 40 Senioren um 3,5 Millionen Dollar betrog.

In einem anderen Fall alarmierte ein 81-jähriges Opfer gemeinsam mit ihrem Ehemann die Polizei, während ein Kurier zur Abholung von 18.000 Dollar anreiste. Der Festgenommene gab an, pro Abholung 1.000 Dollar Provision erhalten zu haben.

In Deutschland kam es Anfang April im Kreis Paderborn zu ähnlichen Vorfällen. Eine 82-Jährige übergab einen vierstelligen Betrag. Bei einer 75-Jährigen scheiterte der Versuch: Der Abholer flüchtete, als überraschend Familienmitglieder auftauchten. Gefordert wurden 65.000 Euro.

Was Angehörige wissen sollten

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Ermittler warnen eindringlich vor verdächtigen Anrufen und Nachrichten. Bei Forderungen nach Geld oder dem Download unbekannter Software gilt: Sofort auflegen. Offizielle Stellen fordern niemals zur Herausgabe von Passwörtern oder zur Installation von Fernwartungsprogrammen auf.

Angehörige sollten ältere Familienmitglieder regelmäßig über aktuelle Betrugsmaschen informieren – ob angebliche Notfälle von Verwandten oder gefälschte Bankanrufe.

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