Copilot Cowork: Microsoft wechselt zu Verbrauchsabrechnung ab sofort
17.06.2026 - 09:27:01 | boerse-global.de
Microsoft wagt den radikalen Bruch mit seinem bewährten Abrechnungsmodell. Der neue KI-Assistent Copilot Cowork ist ab sofort weltweit verfügbar – und wird nicht mehr pro Sitzplatz, sondern nach tatsächlicher Nutzung abgerechnet.
Seit dem 16. Juni 2026 ist der KI-Agent für Unternehmen freigeschaltet. Das Besondere: Statt fester Lizenzen pro Mitarbeiter führt Microsoft ein Verbrauchsmodell ein. Jede Aufgabe kostet einen sogenannten Copilot Credit – zum Preis von umgerechnet rund 0,9 Cent pro Einheit. Damit reagiert der Konzern auf die immensen Rechenkosten, die moderne KI-Modelle verursachen.
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Kontrolle statt Kostenfalle
Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, ist der Dienst standardmäßig deaktiviert. Administratoren müssen Copilot Cowork erst manuell freischalten. Sie können Ausgabenlimits festlegen und Nutzungswarnungen für einzelne Mitarbeiter, Teams oder ganze Abteilungen einrichten. Die Überwachung läuft über die zentrale Steuerungsebene Agent 365.
Das ist kein Zufall: Microsoft setzt auf das sogenannte FinOps-Prinzip – Finanzdisziplin für die Cloud. Unternehmen sollen jederzeit im Blick behalten, was ihre KI-Nutzung kostet.
Modelle aus mehreren Quellen
Hinter Copilot Cowork steckt kein einzelnes KI-Modell. Die Standardversion greift auf Anthropics Modelle Opus 4.8 und Sonnet 4.6 zurück. Kunden der Frontier-Vorschau erhalten zudem Zugriff auf GPT 5.5. Gleichzeitig arbeitet Microsoft an einem eigenen Modell namens „Cowork 1", das günstiger sein soll.
Spannend ist ein weiterer Plan: Microsoft prüft offenbar die Integration des chinesischen Modells DeepSeek V4. DeepSeek ist seit Januar 2025 über Azure AI Foundry verfügbar. Branchenkenner sehen darin einen strategischen Schachzug – eine Art Versicherung gegen steigende Preise anderer Anbieter. Allerdings könnte dies politische Wellen schlagen: Die Herkunft des Modells aus China dürfte in Washington genau beobachtet werden.
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Großkonzerne sind bereits an Bord
Der Vorlauf war vielversprechend. In der dreimonatigen Testphase vor dem Launch haben mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen den KI-Agenten getestet. Zu den ersten Kunden zählen Accenture, Capital Group, Koch Industries und die Zürich Versicherung.
Microsofts eigene Tests zeigen: Copilot Cowork arbeitet 30 bis 40 Prozent günstiger als vergleichbare Angebote von Wettbewerbern.
Partner-Plugins erweitern die Möglichkeiten
Zum Start stehen zahlreiche Integrationen bereit. Finanzdienstleister wie LSEG, Moody's, Morningstar und S&P Global Energy sind ebenso dabei wie die KI-Rechtsplattform Harvey oder die Kollaborationstools Miro und monday.com.
Sicherheit hat Vorrang
Für Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen hält Copilot Cowork umfangreiche Sicherheitsfunktionen bereit: Prüfprotokolle, eDiscovery und Data Security Posture Management (DSPM). Ein entscheidendes Detail: Selbst bei Nutzung fremder KI-Modelle bleiben alle Daten auf Microsofts Servern – Datenschutz und Datenresidenz sind damit gewährleistet. Die Interaktion läuft über den Edge-Browser.
