Windows, KB5094126

Windows KB5094126: Update lahmt HP und Dell mit Boot-Fehler

17.06.2026 - 09:27:01 | boerse-global.de

Das Update KB5094126 verursacht Boot-Fehler und BitLocker-Probleme auf High-End-Modellen von HP und Dell. IT-Abteilungen suchen nach Lösungen.

Windows-11-Update legt Business-PCs von HP und Dell lahm
Windows - Close-up of a laptop keyboard with binary code reflected on the screen, representing enterprise technology and security challenges. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Betroffen sind vor allem High-End-Modelle von HP und Dell.

Boot-Fehler und BitLocker-Alarm

Das Update KB5094126 (Build 26200.8655) bereitet IT-Abteilungen erhebliche Kopfschmerzen. Auf Systemen wie dem HP EliteBook 840 G10 und dem Dell Precision 7530 kommt es zu Startfehlern, blauen Bildschirmen und unerwarteten BitLocker-Wiederherstellungsbildschirmen. Der Fehler liegt offenbar in einem Konflikt mit der EFI-Partition begründet.

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100-MB-Limit wird zum Problem

Die Ursache: Eine Aktualisierung der Secure-Boot-Zertifikate. Viele Unternehmensrechner haben ihre EFI-Partition auf schlanke 100 Megabyte begrenzt. Die neuen Zertifikate aus KB5094126 passen schlicht nicht mehr hinein – das System verweigert den Bootvorgang.

IT-Administratoren haben einen provisorischen Workaround gefunden: Secure Boot im BIOS deaktivieren, das Update installieren, Secure Boot wieder aktivieren. Zusätzlich zu den Startproblemen melden Anwender Integrationsschwierigkeiten mit Microsoft Word und OneDrive. Eine offizielle Stellungnahme von Microsoft zu den Ausfällen steht noch aus.

Microsoft testet neuen Update-Prozess

Parallel arbeitet der Konzern an einer Vereinfachung des Update-Wesens. Mit der Insider Preview Build 26300.8687 läuft die „Windows K2 Initiative“ an. Das Ziel: Sicherheits-, Treiber-, Firmware- und .NET-Updates in einem einzigen Paket bündeln – mit nur einem Neustart. Insider erhalten die Pakete wöchentlich, für den Massenmarkt sind zwei Updates pro Monat vorgesehen.

Neue Sicherheitslücken und Identitätsprobleme

Die Lage in Unternehmen wird zusätzlich durch neue Schadsoftware erschwert. Forscher entdeckten Windows-Varianten der Hintertür SprySOCKS (WIN_DRV und WIN_PLUS). Die Werkzeuge stammen von der China-nahen Gruppe FishMonger (alias Earth Lusca) und waren bereits gegen Regierungsstellen in Asien und Lateinamerika im Einsatz. Der Schädling nutzt einen Treiber auf Kernel-Ebene, um seine Prozesse zu verstecken – und könnte Schwachstellen im Secure Boot ausnutzen.

Eine Studie von FIDO Alliance und HID unter 500 IT-Entscheidern offenbart zudem ein gefährliches Missverhältnis: 94 Prozent der Organisationen glauben, Zugriffsrechte innerhalb von 24 Stunden entziehen zu können. Doch 35 Prozent berichten von tatsächlichen Fehlschlägen oder Verzögerungen in den vergangenen zwei Jahren. Zwar haben 70 Prozent der Unternehmen identitätsbezogene Sicherheitsvorfälle erlitten, doch nur 13 Prozent setzen Passkeys im großen Stil ein.

Training und Compliance

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Abhilfe verspricht eine strategische Allianz: Hack The Box und Semperis gaben am 16. Juni 2026 eine Partnerschaft bekannt. Ziel ist es, Sicherheitsteams mit spezialisierten Trainingsplattformen gegen Identitätsangriffe auf Active Directory und Cloud-Identitätsanbieter zu wappnen.

Im Sommer 2026 will BlackBerry zudem neue UEM-Funktionen ausliefern – darunter On-Premises-macOS-Management und Post-Quanten-Kryptografie für Organisationen, die Endpunktkontrolle ohne Cloud-Anbindung suchen.

Und auf die Unternehmen kommt regulatorischer Wind zu: Mitte Juni stehen Sitzungen zur praktischen Umsetzung der NIS-2-Richtlinie für kleine und mittlere Unternehmen an. Diskutiert werden IT-Risikomanagement und die seit Ende 2025 verpflichtenden Meldeverfahren – sowie die Datenschutzrisiken beim Einsatz von KI-Werkzeugen am Arbeitsplatz.

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