Chatkontrolle, Parlament

Chatkontrolle: Parlament verlängert Schutz für WhatsApp bis April 2028

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 18:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de

EU-Abgeordnete stimmen für Fortbestand der Übergangsregelung zur Chatkontrolle bis April 2028.

EU-Parlament verlängert Ausnahme für verschlüsselte Dienste wie WhatsApp
Eine Hand hält ein Smartphone mit einem leuchtenden digitalen Schloss-Symbol auf dem Bildschirm, das Sicherheit und Datenschutz symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch mit 286 zu 276 Stimmen für den Fortbestand der Übergangsregelung zur Chatkontrolle.

Keine Pflicht zum Scannen privater Chats

Bis April 2028 bleibt die bisherige Praxis bestehen: Unternehmen dürfen freiwillig unverschlüsselte Inhalte nach Kindesmissbrauch durchsuchen, eine Verpflichtung zur Überwachung verschlüsselter Chats gibt es nicht. Das schützt Dienste mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wie WhatsApp oder Signal vor flächendeckendem Client-Side-Scanning.

Kritiker aus der Digitalen Gesellschaft und dem Chaos Computer Club hatten das Verfahren bemängelt. Für eine reguläre Entscheidung wäre eine absolute Mehrheit von 360 Stimmen nötig gewesen. Die Übergangslösung verhindert nun die umstrittene Massenüberwachung.

Fachleute verwiesen auf die hohe Fehlerquote automatisierter Erkennungssysteme von bis zu 20 Prozent. Der Anteil tatsächlich illegaler Nachrichten liegt laut Erhebungen bei lediglich 0,00000077 Prozent. Der EU-Rat muss der Entscheidung innerhalb der nächsten drei Monate noch zustimmen.

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WhatsApp: Neue Betrugsrisiken durch Benutzernamen

Parallel zur regulatorischen Entwicklung gerät WhatsApp wegen einer neuen Funktion in die Kritik. Der Messengerdienst führt Benutzernamen ein, mit denen sich Kontakte knüpfen lassen, ohne die eigene Mobilfunknummer preiszugeben.

Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor einer Zunahme von Betrugsfällen. Da jeder Name nur einmal reservierbar ist, könnten Kriminelle sich prominente Kennungen oder Firmennamen sichern und eine falsche Identität vortäuschen.

In Indien – mit rund 850 Millionen Nutzern der größte WhatsApp-Markt – hat die Regierung den Dienst gebeten, die Einführung vorerst zu pausieren. WhatsApp will bekannte Namen für die rechtmäßigen Inhaber reservieren, um Missbrauch vorzubeugen. Dennoch bleibt die Gefahr von Identitätsdiebstahl und Phishing-Versuchen bestehen.

Passkey-Lösung und neue Phishing-Wellen

WhatsApp plant zudem eine Passkey-Lösung für die Nutzung auf mehreren Geräten. Die Funktion soll als Alternative zum bisherigen QR-Code-Verfahren dienen und den Zugriff über Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder die Bildschirmsperre des Smartphones ermöglichen. Ein konkreter Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

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Verbraucherschützer in Baden-Württemberg warnen derweil vor betrügerischen Nachrichten im Zusammenhang mit Reisebuchungen. Kriminelle nutzen offenbar Datenlecks bei Buchungsportalen, um gezielte Zahlungsaufforderungen per WhatsApp oder E-Mail zu versenden. Die Nachrichten enthalten oft korrekte Buchungsdetails und wirken besonders glaubwürdig.

Empfohlen wird, keine Links in solchen Nachrichten zu verwenden und Kontobewegungen regelmäßig zu kontrollieren.

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