Büroumbau-Programm: 300 Millionen Euro für Wohnungen ab Juli
30.06.2026 - 20:48:18 | boerse-global.de
Eine aktuelle Umfrage des Jobportals Indeed zeigt: Jeder zehnte Beschäftigte arbeitet häufiger im Homeoffice, als es die offiziellen Regeln erlauben. Rund 27 Prozent umgehen feste Quoten durch inoffizielle Absprachen mit Vorgesetzten.
Das birgt rechtliche Risiken. Bei Verstößen gegen vertraglich fixierte Präsenzzeiten drohen Abmahnungen oder Kündigungen. Arbeitsrechtler raten zur Vorsicht – auch wenn die Praxis oft anders aussieht.
Microsoft Teams bekommt Standort-Tracking
Parallel entwickeln Softwareanbieter neue Kontrollmöglichkeiten. Microsoft kündigte für Ende Juni eine Funktion an, die den Standort von Mitarbeitern über das Firmen-WLAN automatisch abgleicht. Das Werkzeug ist standardmäßig deaktiviert und muss von Administratoren aktiv geschaltet werden.
Die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte bleiben dabei zentral. Laut Betriebsverfassungsgesetz müssen sie solchen Tools zustimmen. Zudem ist eine täliche Löschung der erfassten Daten vorgesehen – ein Zugeständnis an den Datenschutz.
Angesichts neuer Kontrolltools wie dem Standort-Tracking gewinnt das Herzstück der Betriebsratsarbeit an Bedeutung. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklärt praxisnah, wie Sie Ihre Mitbestimmungsrechte nach § 87 BetrVG bei Arbeitszeit und technischer Überwachung gezielt durchsetzen. Das Herzstück der Betriebsratsarbeit: So nutzen Sie § 87 BetrVG wirklich aus
Büromarkt unter Druck: 12 Millionen Quadratmeter Leerstand
Die veränderten Arbeitsgewohnheiten hinterlassen tiefe Spuren am Immobilienmarkt. Analysten von Savills prognostizieren für 2026 ein Fertigstellungsvolumen von rund 3,5 Millionen Quadratmetern Bürofläche in Europa – ein Rückgang von 28 Prozent gegenüber 2022. Für 2027 erwarten die Experten einen weiteren Einbruch auf 2,7 Millionen Quadratmeter.
Besonders in den sechs größten deutschen Städten liegt das Neubauvolumen unter dem Durchschnitt. Gleichzeitig stehen über 12 Millionen Quadratmeter ältere Bürofläche leer. Die Bundesregierung reagiert: Zum 1. Juli startet ein Förderprogramm für den Umbau von Büros zu Wohnraum.
300 Millionen Euro stehen bereit, Investoren erhalten bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit. Das ifo Institut sieht Potenzial für bis zu 60.000 neue Wohnungen. Marktforscher von JLL sind konservativer und rechnen mit etwa 11.000 Einheiten in den Metropolen.
Wo Präsenzpflichten und Homeoffice-Regelungen aufeinandertreffen, sind rechtssichere Vereinbarungen für beide Seiten unerlässlich. Nutzen Sie diese praxiserprobte Muster-Betriebsvereinbarung inklusive Checklisten, um die Arbeitszeitgestaltung in Ihrem Betrieb erfolgreich und rechtssicher zu verhandeln. Kostenlose Muster-Betriebsvereinbarung: So holen Sie das Beste für Ihre Belegschaft heraus
Industrie baut ab – IT und Pflege legen zu
Der Arbeitsmarkt zeigt ein zweigeteiltes Bild. Die Industrie verliert monatlich rund 15.000 Stellen – 174.000 Arbeitsplätze innerhalb eines Jahres. Rund 60 Prozent der Industrieunternehmen planen bis 2030 weiteren Stellenabbau. Der Fokus liegt auf Automatisierung.
Ganz anders sieht es in anderen Branchen aus: Bau, IT und Pflege bauen kontinuierlich auf. Allein die IT-Branche verzeichnete zuletzt Zuwächse von rund 70.000 Stellen. Die technologische Basis dafür verbessert sich stetig.
Die Glasfaserversorgung (FTTB/H) lag im Dezember 2025 bei 48,91 Prozent. Die Nutzung Künstlicher Intelligenz stieg bis April 2026 auf 58 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren. Die Leistung deutscher Rechenzentren soll 2026 die Marke von 3.000 Megawatt überschreiten.
Trotz einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent im Juni bleiben 648.000 Stellen unbesetzt. Geopolitische Spannungen wie die Krise im Iran belasten das Wirtschaftswachstum zusätzlich. Der Druck auf Unternehmen steigt – Effizienzgewinne durch moderne Arbeitsformen und digitale Infrastrukturen sind gefragter denn je.
