Brustkrebs, Flavonoidreiche

Brustkrebs: Flavonoidreiche Ernährung senkt Risiko um 15 Prozent

03.07.2026 - 21:51:35 | boerse-global.de

Langzeitstudie belegt: Hoher Konsum flavonoidreicher Lebensmittel senkt das Brustkrebsrisiko um 15 Prozent, besonders bei genetisch vorbelasteten Frauen.

Flavonoidreiche Kost: 15 Prozent weniger Brustkrebsrisiko
Brustkrebs - Eine Nahaufnahme von flavonoidreichen Lebensmitteln wie Beeren, Äpfeln, Orangen, Zwiebeln, Paprika, Tee und dunkler Schokolade. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine Langzeitstudie mit über 93.000 Frauen.

Forscher werteten Daten der UK Biobank über einen Zeitraum von knapp zwölf Jahren aus. In dieser Zeit erkrankten 3.110 Teilnehmerinnen an Brustkrebs. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im Juli 2026 im Fachjournal npj Breast Cancer.

Schutz durch pflanzliche Kost

Im Kern der Untersuchung steht der sogenannte Flavodiet-Score (FDS). Frauen mit dem höchsten Konsum flavonoidreicher Lebensmittel erkrankten seltener als jene mit der geringsten Zufuhr. Zu den wirksamsten Lebensmitteln zählen Tee, Äpfel, Orangen, Beeren, Zwiebeln, Paprika und dunkle Schokolade.

Auch Rotwein fällt in diese Kategorie. Die statistische Signifikanz blieb jedoch auch nach dem Ausschluss von Rotwein bestehen. Die Autoren betonen: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt Korrelationen, belegt aber keine direkte Kausalität.

Genetisches Risiko abfedern

Besonders deutlich fielen die Ergebnisse bei Frauen mit hohem genetischem Risiko aus. Bei ihnen war der Zusammenhang zwischen flavonoidreicher Ernährung und niedrigerem Krebsrisiko stärker ausgeprägt.

Das deutet darauf hin: Gezielte Ernährungsumstellungen könnten die Auswirkungen einer genetischen Veranlagung abmildern. Parallel dazu zeigen US-Gesundheitsdaten mit über 68.000 Frauen: Viele meiden Vorsorgeuntersuchungen – obwohl regelmäßige Brustkrebs-Screenings die Sterblichkeit um 20 bis 30 Prozent senken.

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Ernährungstherapie gefordert

Am 2. Juli 2026 stellten Fresenius Kabi Austria und das Austrian Health Forum in Wien das erste Weißbuch zur medizinischen Ernährungstherapie vor. Es fordert eine stärkere Verankerung in der onkologischen Versorgung.

Der Hintergrund: Laut WHO und der Fachgesellschaft ESPEN sind bis zu 40 Prozent der Krebspatienten von Mangelernährung betroffen. Experten empfehlen flächendeckende Screenings, multiprofessionelle Teams und einheitliche Standards.

Lebensstil beeinflusst Prognose

Die Bedeutung der Ernährung geht über die Erstprävention hinaus. Eine Auswertung der University of California San Francisco (UCSF) von 2026 zeigt: Auch nach einer Krebsdiagnose kann eine pflanzenbasierte Ernährung den Verlauf positiv beeinflussen.

Bei Prostatakrebs-Patienten über 65 Jahre sank das Progressionsrisiko um 47 Prozent. Bei Darmkrebs im Stadium III war ein gesunder Lebensstil mit einem um 42 Prozent niedrigeren Sterberisiko verbunden – und einem um 31 Prozent verringerten Rückfallrisiko.

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Bewegung als entscheidender Faktor

Auch körperliche Aktivität spielt eine zentrale Rolle. Eine Studie in PLOS Medicine aus dem Jahr 2026 nutzte ebenfalls UK-Biobank-Daten. Ergebnis: Pro Stunde ununterbrochenen Sitzens steigt das Krebssterberisiko um zehn Prozent.

Wer eine Stunde Sitzen durch leichte Aktivität ersetzt, senkt das Risiko um zwölf Prozent. Bereits fünf Minuten intensive Bewegung bewirken eine Reduktion von 22 Prozent.

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