Chrome 151: Google schließt 382 Sicherheitslöcher in Eilmeldung
03.07.2026 - 21:56:30 | boerse-global.de
Innerhalb weniger Tage haben Google, Vivaldi und das Tor-Projekt zahlreiche Sicherheitsupdates veröffentlicht. Grund sind schwerwiegende Schwachstellen und eine neuartige Ransomware-Methode, die speziell Mobilgeräte bedroht.
Die Update-Welle begann Ende Juni und setzt sich Anfang Juli unvermindert fort. Google legte mit gleich zwei Chrome-Versionen vor, während die Nischen-Browser Vivaldi und Tor Browser nachzogen. Parallel dazu enthüllten Sicherheitsforscher eine beunruhigende Proof-of-Concept-Ransomware, die ausschließlich im Browser läuft.
Google schließt hunderte Sicherheitslöcher
Am 3. Juli veröffentlichte Google Chrome 150 für Desktop und Android. Der Fokus liegt auf mehreren hochpriorisierten Speicher-Sicherheitspatches. Nur drei Tage zuvor, am 30. Juni, war bereits Chrome 151 erschienen – und das aus gutem Grund: Die Version stopfte ganze 382 Schwachstellen.
Besonders brisant: Darunter befanden sich 15 kritische Fehler. Dazu zählen Use-After-Free- und Type-Confusion-Lücken in Komponenten wie der GPU, WebUSB und den Erweiterungen. Sicherheitsexperten identifizierten zudem neun hochriskante Bugs, die speziell Chromecast-Geräte betreffen.
Die indische CERT-In-Behörde gab bereits am 2. Juli eine dringende Warnung heraus. Nutzer sollen ihre Browser umgehend aktualisieren, um potenzielle Denial-of-Service-Angriffe oder die Ausführung von Schadcode zu verhindern.
InfernoGrabber: Ransomware direkt aus dem Browser
Einen neuen Angriffsvektor enthüllten Forscher von Check Point am 2. Juli. Ihre Proof-of-Concept-Ransomware namens InfernoGrabber missbraucht die Chrome File System Access API auf Android-Geräten – und das ab Chrome-Version 132.
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Die Tarnung ist raffiniert: Die Malware tarnt sich als KI-gestütztes Tool zum Hochskalieren von Avataren. Im Hintergrund greift sie auf Fotos im DCIM-Ordner zu. Ein Trost: Aktive Angriffe mit dieser Methode wurden bislang nicht beobachtet. Dennoch zeigt der Fund, welche Risiken browserbasierte Dateizugriffsrechte auf Mobilgeräten bergen.
Vivaldi und Tor Browser ziehen nach
Auch die Nischenanbieter reagierten zeitnah. Vivaldi veröffentlichte am 3. Juli kleinere Updates für Version 8.0 auf Android und Desktop. Sie nutzen eine erweiterte stabile Version von Chromium 148, die Sicherheitsfixes aus Chromium 150 enthält.
Bereits am 2. Juli brachte Vivaldi Snapshot 8.1.4092.4 für Android heraus. Der Wechsel auf Chromium 150 behebt mehrere funktionale Rückschritte – darunter Probleme mit dem Reload-Button, Cloudflare-Schleifen und langsame Startzeiten bei vielen Tabs. Parallel erschien Vivaldi 8.1 RC 2 für den Desktop, das Fehler bei Tab-Stapeln und der Speed-Dial-Funktion ausmerzt.
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Das Tor-Projekt aktualisierte ebenfalls am 2. Juli seinen Test-Zweig. Tor Browser 16.0a8 basiert auf Firefox 152.0a1 und enthält aktualisierte Versionen von NoScript, OpenSSL und dem Tor-Protokoll.
KI-Browser und Android-Beta im Update-Rausch
PerplexityAI aktualisierte am 1. Juli seinen Comet AI Browser für Android. Die App, die bereits über eine Million Downloads verzeichnet, punktet mit integrierten KI-Funktionen wie Sprachmodus, intelligenter Zusammenfassung und Werbeblocker.
Parallel dazu veröffentlichte Google die sechste Beta von Android 17 QPR1 für Pixel-Geräte. Dieser Meilenstein finalisiert die APIs und behebt UI-Fehler in der Medienkarussell- und Lautstärkeregelung. Auch Probleme mit WLAN-Hotspot-Verbindungen und Systemabstürzen wurden adressiert.
