Bluthochdruck, DASH-Kost

Bluthochdruck: DASH-Kost blieb trotz kaliumsteigernder Medikamente sicher

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 356 Schwarzen Erwachsenen stieg das Hyperkaliämierisiko während dreimonatiger DASH-Kost auch mit bestimmten Medikamenten nicht an.
Frisches Gemüse wie Grünkohl und Süßkartoffeln in Keramikschalen auf einem Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine Ernährung nach dem DASH-Muster gilt in der Kardiologie seit Langem als wirksames Mittel zur Senkung des Blutdrucks. Auf den wissenschaftlichen Hypertonie-Sitzungen der American Heart Association (AHA), die vom 7. bis zum 11. Oktober 2026 in Arlington stattfanden, präsentierte Marian Budu vom Beth Israel Deaconess in Boston neue Ergebnisse zu den Sicherheitsaspekten dieser Kostform.

Eine Sekundäranalyse der Studien GoFresh und GoFresh-Rx untersuchte, ob eine deutliche Steigerung der Kaliumaufnahme das Risiko einer gefährlichen Hyperkaliämie erhöht. Bei 356 Schwarzen Erwachsenen mit und ohne behandelte Hypertonie zeigte sich über eine Dauer von drei Monaten kein erhöhtes Risiko – selbst unter der gleichzeitigen Einnahme kaliumsteigernder Medikamente.

Stabile Laborwerte trotz risikoreicher Begleitmedikation

Im Rahmen der Untersuchung zielte die DASH-Ernährung auf eine tägliche Zufuhr von 4.700 mg Kalium sowie ein Kalium-Natrium-Verhältnis von 2:1 ab. Mehrere Teilnehmende nahmen parallel Präparate ein, die den Serum-Kaliumspiegel typischerweise ansteigen lassen, darunter ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB), kaliumsparende Diuretika, Betablocker sowie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR).

Trotz dieser potenziell kritischen Kombination blieben die Blutwerte im Normbereich. Laut einem Bericht vom 22. Oktober 2026 lag das mittlere Serum-Kalium in der Gruppe, welche die DASH-Lebensmittel direkt erhielt, bei 4,16 mmol/L. In der Vergleichsgruppe, die ein Geldstipendium für den eigenständigen Einkauf bezog, betrug der Wert 4,18 mmol/L. Zwischen beiden Studienarmen bestand damit kein signifikanter Unterschied.

Einschränkungen und methodischer Rahmen

Hinsichtlich der Nierenfunktion wiesen 7 Prozent der Probanden eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) zwischen 30 und 60 auf, während 40 Prozent im Bereich von 60 bis 90 lagen.

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Personen mit einer schweren Niereninsuffizienz (eGFR unter 30) sowie Ausgangskaliumwerten von unter 3,5 oder über 5,0 mmol/L waren von der Teilnahme ausgeschlossen.

Aus diesen Auswahlkriterien ergeben sich klare Limitationen: Die Ergebnisse lassen sich nicht auf Patientengruppen mit einer chronischen Nierenerkrankung der Stadien 4 oder 5 oder vorbestehenden Hyperkaliämien übertragen. Zudem beschränkte sich die Stichprobe ausschließlich auf Schwarze Erwachsene in Boston.

Die durch die AHA finanzierte Forschungsarbeit durchlief zum Zeitpunkt der Vorstellung noch kein Peer-Review-Verfahren; zudem wurden laut einer vorläufigen Analyse bislang keine detaillierten Teilnehmerzahlen oder Kalium-Messwerte vollständig veröffentlicht.

Bedeutung von Kalium für das Hypertoniemanagement

Fachleute betonen vor diesem Hintergrund die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes, der neben der Reduktion von Natrium auch eine gezielte Steigerung der Kaliumaufnahme umfasst. Kalium fungiert im Körper als natürlicher Gegenspieler des Natriums.

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Zu den wesentlichen Quellen zählen Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Milchprodukte. Wissenschaftliche Simulationen legen nahe, dass eine Erhöhung der Kaliumzufuhr den Blutdruck mitunter noch stärker beeinflussen könnte als eine reine Natriumrestriktion.

Auch kaliumbasierte Salzersatzstoffe zeigen Potenzial für die Blutdruckkontrolle, bringen jedoch mitunter einen metallischen Geschmack mit sich. Experten raten Patienten mit vorbestehenden Nierenerkrankungen oder solchen, die kaliumregulierende Medikamente einnehmen, vor einer eigenständigen Ernährungsumstellung zur Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

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