Bluthochdruck, Magnesium

Bluthochdruck: 360 mg Magnesium senkt Druck um 10 mmHg

07.06.2026 - 10:02:56 | boerse-global.de

Magnesium zeigt in Studien blutdrucksenkende Effekte. Experten raten zur Prüfung des Mineralstoffstatus bei Hypertonie.

Magnesium senkt Bluthochdruck: Neue Studien belegen Wirkung
Bluthochdruck - Eine Hand hält eine Magnesiumkapsel, im Hintergrund ist ein Blutdruckmessgerät mit sinkenden Werten unscharf zu sehen. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle klinische Daten zeigen: Das Mineral kann sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senken.

Das belegen die Studien

Die Gesellschaft für Magnesiumforschung hat konkrete Zahlen vorgelegt. Eine tägliche Zufuhr von 360 mg Magnesium senkt den diastolischen Blutdruck um durchschnittlich 10 mmHg. Noch besser: 368 mg über drei Monate verbessern beide Blutdruckwerte.

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt Patienten mit unkontrolliertem Bluthochdruck, ihren Magnesiumstatus prüfen zu lassen. Ein Mangel könne den Blutdruck zusätzlich in die Höhe treiben.

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Besonders betroffen: Patienten, die Diuretika einnehmen. Diese entwässernden Medikamente führen laut der Gesellschaft für Biofaktoren häufig zu Magnesiumverlust. Das Center for Magnesium Education and Research betont: Auch wer bereits Bluthochdruck-Medikamente nimmt, profitiert von einer zusätzlichen Magnesiumgabe.

Neuartiges Magnesium aus Reiskleie

Bei Nahrungsergänzungsmitteln tut sich einiges. Das japanische Unternehmen Tsuno Rice Fine Chemicals hat ein Magnesiumphosphat aus Reiskleie entwickelt. Eine interne Humanstudie mit zehn Probanden zeigt: Dieses „Reis-Magnesium“ wird langsamer und über mehrere Stunden aufgenommen als herkömmliche Präparate.

Die Vorteile? Ein schonenderes Resorptionsprofil, das die Schlafqualität verbessern und Muskelermüdung vorbeugen soll. Zudem sei es besonders magenfreundlich. Nach dem Marktstart in Asien plant das Unternehmen den Export nach Europa und in die USA.

Wegovy: Neue Option für Übergewichtige mit Bluthochdruck

Neben Supplementen gibt es neue pharmakologische Entwicklungen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat sich für die Zulassung von Semaglutid (Wegovy) zur Gewichtsabnahme ausgesprochen. Das Medikament ist für Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht gedacht – sofern mindestens eine Begleiterkrankung wie Bluthochdruck vorliegt.

Eine 64-wöchige klinische Studie zeigt: Probanden verloren durchschnittlich 13,61 Prozent ihres Körpergewichts. Das stabilisiert indirekt den Blutdruck. Die EU-Kommission entscheidet bis Ende Juli 2026.

Maßhalten bei den Zielwerten

Eine Studie im Fachmagazin Nature Communications liefert neue Erkenntnisse zu Behandlungszielen. Moderatere Blutdruckzielwerte bieten bei unkomplizierter Hypertonie das beste Nutzen-Risiko-Profil. Jüngere Patienten profitieren von strengerer Kontrolle, ältere tolerieren höhere Werte besser – ohne dass das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte übermäßig steigt.

Vorsicht bei bestimmten Medikamenten-Kombinationen

Experten warnen vor Risiken. Auf dem 63. ERA-Kongress in Glasgow wurden Daten vorgestellt: Die zusätzliche Einnahme von Dihydropyridin-Calciumkanalblockern (DCCBs) bei Typ-2-Diabetes erhöht das Risiko für schwere Nierenereignisse um 33 Prozent. Mögliche Ursache: ein erhöhter Druck in den Nierenkörperchen.

Lebensstil als entscheidender Faktor

Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns weist auf einen oft übersehenen Punkt hin: Chronischer Schlafmangel versetzt den Körper in Stress und steigert das Risiko für Bluthochdruck und stille Entzündungen. Magnesium am Abend könne hier durch seine muskelentspannende Wirkung unterstützen.

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Was Sie in der Praxis beachten sollten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 350 mg Magnesium täglich für Männer und 300 mg für Frauen. Vorsicht: Ab 2500 mg pro Tag drohen schwere Nebenwirkungen wie Lähmungserscheinungen.

Für eine natürliche Blutdruckregulierung raten Fachleute zu einer kalium- und ballaststoffreichen Ernährung:

  • Hülsenfrüchte wie Bohnen (bioaktive Peptide)
  • Vollkornprodukte, besonders Hafer (Beta-Glucan)
  • Fermentierte Lebensmittel wie Kefir, Sauerkraut oder Miso
  • Dunkle Schokolade mit hohem Flavonol-Anteil

Ein wichtiger Hinweis: Bei Hitze kann der Blutdruck vorübergehend abfallen. Doch Medikamente ohne ärztliche Rücksprache abzusetzen, ist gefährlich. Das Risiko für hypertensive Krisen oder Schlaganfälle steigt massiv. Besser: Ausreichend trinken und morgens sowie abends regelmäßig messen.

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