Bewegung, Psyche

Bewegung und Psyche: Studie mit 10.000 Studierenden zeigt Schutz

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen den Nutzen regelmäßiger Bewegung für die Psyche. Wanderveranstaltungen, Sauna und Achtsamkeit ergänzen die Strategien gegen Stress.

Wandern, Bewegung und Sauna: Wege zu weniger Stress
Ein von der Sonne durchfluteter Nadelwald mit einem schmalen Wanderpfad im Erzgebirge. Illustration mit AI erstellt.

Der Aufenthalt in der Natur sowie regelmäßige körperliche Aktivität gewinnen als Instrumente zur mentalen Erholung zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Berichte und wissenschaftliche Untersuchungen unterstreichen das Potenzial von Wanderungen, Campingaufenthalten und gezielten Entspannungstechniken, um Stress abzubauen und das psychische Wohlbefinden nachhaltig zu stärken.

Große Wanderveranstaltungen im Erzgebirge und Saarland

Im September 2026 rücken mehrere Großveranstaltungen den Wandersport in den Mittelpunkt. Vom 20. bis 27. September findet im Erzgebirge das Eurorando 2026 statt.

Mit den Zentren Boží Dar und Oberwiesenthal werden bis zu 7000 Wanderer aus 15 Ländern erwartet. Das Programm umfasst täglich 30 geführte Touren, wobei die Teilnahmeplakette für 15 Euro erhältlich ist.

Unmittelbar folgend ist Oberwiesenthal Austragungsort des 123. Deutschen Wandertags vom 24. bis 27. September. Ein entsprechender Stadtratsbeschluss sieht hierfür ein Budget von 300.000 Euro vor. Die Organisatoren rechnen mit mehr als 20.000 Übernachtungsgästen, denen 50 geführte Themenrouten sowie ein Festumzug am 26. September angeboten werden. Die Kosten für die zugehörige Plakette belaufen sich auf 20 Euro.

Auch im Saarland finden regionale Angebote statt. Der SaarForst beteiligt sich am dritten Septemberwochenende an den Deutschen Waldtagen unter dem Motto „Wald und Wirtschaft!“. In diesem Rahmen ist für den 20. September eine Sternenwanderung durch den Saarkohlenwald zur Scheune Neuhaus geplant, die aus sechs verschiedenen Richtungen startet. Das Programm vor Ort dauert bis 18 Uhr an.

Wissenschaftliche Belege für den Nutzen von Bewegung

Die positiven Effekte körperlicher Aktivität auf die Psyche werden durch diverse aktuelle Studien gestützt. Eine Untersuchung der Western Norway University of Applied Sciences mit über 10.000 Studierenden ergab, dass vor allem die Häufigkeit der Bewegung mit einem geringeren Risiko für Depressionen und generalisierte Angststörungen korreliert. Dabei zeigten sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Während bei Frauen eine sehr intensive Belastung günstig war, profitierten Männer eher von längeren Einheiten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in diesem Zusammenhang wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Bewegung.

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Ergänzend untersuchte eine Arbeitsgruppe der Universität Duisburg-Essen die biochemischen Prozesse bei Langstreckenläufern. Bei Marathonläufern konnte ein kontinuierlicher Anstieg des Endocannabinoids Anandamid (AEA) nachgewiesen werden, der auch 45 Minuten nach dem Ziel erhöht blieb.

Zudem stieg der Wert von 2-AG vor allem in der späten Belastungsphase und der frühen Regeneration an, was auf eine natürliche Regulation der Stimmungslage hindeutet.

Gezielte Methoden zur Stressbewältigung

Neben der aktiven Bewegung spielen regenerative Maßnahmen eine wesentliche Rolle. Der Deutsche Sauna-Bund ruft für den 24. September den bundesweiten „Tag der Sauna“ unter dem Motto „SAUNA. Wurzeln bewahren – Neues gestalten!“ aus. Der gezielte Wechsel von Hitze und Kälte stärke das Immunsystem und senke Stresshormone. Fachleute empfehlen nach dem Abkühlen eine Ruhephase von mindestens 15 bis 20 Minuten in Stille.

In Kaiserslautern bietet die Stadtteilwerkstatt Pfaffstraße einen zertifizierten Kurs zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit (MBSR) an. Nach einem Infotreffen am 25. September läuft der Kurs vom 2. Oktober bis zum 20. November. Das Programm unter der Leitung von Ingeborg Reinhard-Meyer umfasst wöchentliche Termine sowie einen Achtsamkeitstag am 7. November. Die Kosten von 300 Euro werden von Krankenkassen teilweise oder ganz übernommen.

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Untersuchungen der Thermengruppe Josef Wund zum sogenannten „Forest Bathing“ in einem immersiven Umfeld stützen diesen Trend. Neurowissenschaftler stellten bei den 23 Probanden eine tiefere Entspannung, reduzierte Angstwerte und eine gesteigerte Gedankenklarheit fest.

Prävention im Alltag

Zur Vorbeugung des sogenannten Herbstblues raten Experten zudem zur Nutzung des Tageslichts, etwa durch Spaziergänge in der Mittagspause. Neben mindestens 30 Minuten täglicher Bewegung wird eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten und Omega-3-Fettsäuren empfohlen.

Zudem sollten Erwachsene auf eine Schlafdauer von sieben bis neun Stunden achten und bei abnehmender Sonneneinstrahlung ihren Vitamin-D-Status prüfen lassen. Dass auch extreme Distanzen bewältigt werden können, zeigte jüngst der 24-Stunden-Wandermarathon in Orscholz, bei dem 234 Starter Strecken von bis zu 75 Kilometern zurücklegten.

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