Bewegung, Minuten

Bewegung: 560 Minuten pro Woche senken Herz-Kreislauf-Risiko um 30%

02.06.2026 - 19:25:21 | boerse-global.de

Mikrozensus 2025 zeigt: Über 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig. Bewegung und Arbeitszeiten rücken in den Fokus.

Bewegung: 560 Minuten pro Woche senken Herz-Kreislauf-Risiko um 30% - Bild: über boerse-global.de
Bewegung: 560 Minuten pro Woche senken Herz-Kreislauf-Risiko um 30% - Bild: über boerse-global.de

Laut Mikrozensus 2025 gelten 53,4 Prozent der Erwachsenen als übergewichtig (BMI über 25), 17,9 Prozent sogar als adipös (BMI über 30). Besonders Männer sind betroffen: 62,6 Prozent von ihnen wiegen zu viel, bei den Frauen sind es 43,8 Prozent.

Das Durchschnittsgewicht der Bevölkerung klettert kontinuierlich nach oben. Lag es 2017 noch bei 77 Kilogramm, stieg es bis 2021 auf 77,7 Kilo und erreichte 2025 einen Wert von 78,3 Kilogramm. Die Durchschnittsgröße stagniert bei 1,73 Metern. Die schwerste Altersgruppe: Menschen zwischen 50 und 59 Jahren mit durchschnittlich 81,3 Kilogramm. Auch regional gibt es Unterschiede – in Rheinland-Pfalz sind 54 Prozent übergewichtig, in Bayern 51 Prozent.

Bewegung als Schutzfaktor: Mehr ist deutlich mehr

Die Standardempfehlung von 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur um 8 bis 9 Prozent. Das zeigt eine britische Beobachtungsstudie mit 17.000 Teilnehmenden, über die Anfang Juni 2026 berichtet wurde.

Deutlich besser: Ein wöchentliches Pensum von 560 bis 610 Minuten. Das senkt das Risiko um über 30 Prozent. Als zentraler Fitness-Indikator gilt der VO2max-Wert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont zudem: Ein aktiver Lebensstil schützt auch die mentale Gesundheit im Alter. Schätzungen zufolge ließen sich 35 Prozent der Demenzfälle durch den Lebensstil vermeiden – regelmäßige Bewegung senkt das Demenzrisiko um 30 Prozent.

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Lange Arbeitstage gefährden die Gesundheit

Die Arbeitswelt setzt Bewegung oft enge Grenzen. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) untersuchte im Frühjahr 2026 die Folgen einer geplanten Arbeitszeitreform. Diese sieht eine maximale Wochenarbeitszeit statt einer täglichen Höchstgrenze vor. Das Ergebnis: 75 Prozent der Beschäftigten befürchten negative gesundheitliche Folgen bei Arbeitstagen von mehr als zehn Stunden. Experten warnen vor erhöhtem Burnout-Risiko und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Arbeitstagen über zwölf Stunden könne sich das Unfallrisiko verdoppeln.

Auch der digitale Lebensstil wird zum Gesundheitsfaktor. Eine österreichische Untersuchung mit 70.000 Schülern zeigte: Ein mehrwöchiger Verzicht auf Smartphones und soziale Medien verbessert Schlaf und psychisches Wohlbefinden. Zwei Drittel der Jugendlichen sprachen sich nach der Erfahrung für entsprechende Einschränkungen aus.

Das Darmmikrobiom im Alter: Immunsystem verliert Kontrolle

Die Altersforschung liefert neue Erklärungen für gesundheitliche Instabilitäten. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Studie des Fritz-Lipmann-Instituts (FLI) zeigt: Das Darmmikrobiom wird im Alter nicht primär durch eine Veränderung der Mikroben instabil, sondern durch eine nachlassende Immunüberwachung. Verliert das Immunsystem die Kontrolle über dominante Bakterienarten, können chronische Entzündungsprozesse entstehen.

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Um Bewegungsmangel schon bei Kindern zu bekämpfen, fordert die Deutsche Sportjugend (dsj) in Handlungsempfehlungen von 2025: Sportangebote müssen fest im Ganztagsschulbetrieb verankert werden. Ziel ist es, Bewegung als Strukturprinzip zu etablieren und durch Kooperation verschiedener Akteure eine geeignete Infrastruktur für alle Jugendlichen zu schaffenn.

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