Bauchfett, Studie

Bauchfett: Studie belegt 50% höheres Herzrisiko bei Normalgewicht

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue JHU-Analyse: Bauchfett erhöht Herzrisiko auch bei Normalgewicht um bis zu 50%. BMI allein reicht zur Risikobewertung nicht aus.

Bauchfett als Risikofaktor: JHU-Studie zeigt Gefahr bei Normalgewicht
Eine Person steht in einem hellen medizinischen Behandlungsraum und fokussiert auf die Körpermitte, um die Bedeutung des Bauchumfangs zu verdeutlichen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse der Johns Hopkins University stellen die herkömmliche Bewertung von Herz-Kreislauf-Risiken infrage. Eine im August 2026 im Journal of the American College of Cardiology (JACC) veröffentlichte Analyse zeigt, dass das Vorhandensein von Bauchfett die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende Erkrankungen massiv erhöht – selbst wenn das Körpergewicht laut Body-Mass-Index (BMI) im Normalbereich liegt. Damit gewinnt der Taillenumfang gegenüber dem BMI als diagnostisches Instrument erheblich an Bedeutung.

Die unterschätzte Gefahr bei normalem Körpergewicht

Die Untersuchung macht deutlich, dass ein vermeintlich gesundes Gewicht trügerisch sein kann, sofern sich Fettgewebe primär in der Bauchregion ansammelt. Den Studienergebnissen zufolge haben Normalgewichtige mit einem erhöhten Taillenumfang ein bis zu 50 % höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forscher stellten fest, dass in dieser Gewichtsklasse rund 5 % der Personen einen hohen Taillenumfang aufweisen, während sogar 18 % ein hohes Taillen-Hüft-Verhältnis besitzen.

Für diese Gruppe, die oft nicht als Risikopatienten wahrgenommen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit für Schlaganfälle und Herzkrankheiten laut der Analyse um 15–50 %. Damit erweist sich der Bauchumfang als wesentlich verlässlicherer Prädiktor für Infarkte und andere kardiovaskuläre Ereignisse als die reine Betrachtung des Verhältnisses von Körpergröße zu Gewicht.

Adipositas ohne erhöhtes kardiovaskuläres Risiko

Anzeige

Die aktuelle Studie der Johns Hopkins University zeigt: Auch bei Normalgewicht kann Bauchfett das Herzrisiko um bis zu 50% erhöhen. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Risiko mit einfachen Messungen erkennen und gezielt reduzieren. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Ein zentraler Aspekt der Studie betrifft die Gruppe der Menschen mit Adipositas. Hier zeigen die Daten eine überraschende Differenzierung: Personen, die zwar als adipös eingestuft werden, aber einen niedrigen Taillenumfang aufweisen, tragen kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihr gesundheitliches Profil in Bezug auf kardiovaskuläre Vorfälle sei vergleichbar mit dem von Normalgewichtigen, die ebenfalls wenig Bauchfett besitzen.

Diese Erkenntnis führt zu einer teilweisen Entwertung des BMI als alleiniger Indikator für die klinische Risikobewertung. Ein hoher BMI bei gleichzeitig schlanker Taille führt den Forschungsergebnissen nach zu einer erheblichen Überschätzung des tatsächlichen Risikos. Umgekehrt führt ein normaler BMI bei ausgeprägtem Bauchfett dazu, dass bestehende Gefahren systematisch unterschätzt werden.

Umfangreiche Datenbasis über zwei Jahrzehnte

Anzeige

Ihr BMI sagt Ihnen nichts über Ihr Bauchfett – und genau das kann gefährlich werden. Mit unserem Leitfaden lernen Sie, Ihr wahres Herzrisiko zu erkennen und mit effektiven Übungen zu senken. Leitfaden jetzt kostenlos sichern

Die Validität der Ergebnisse stützt sich auf eine breite wissenschaftliche Grundlage. Die Analyse der Johns Hopkins University umfasst insgesamt 15 Kohortenstudien, in denen Daten von über 260.000 Menschen ausgewertet wurden. Besonders die Langfristigkeit der Beobachtung unterstreicht die Relevanz der Aussagen, da der Untersuchungszeitraum etwa 20 Jahre umfasst.

In der medizinischen Bewertung deutet sich durch die Studie eine Verschiebung der Standards an. Während der BMI weiterhin einfach zu bestimmen bleibt, legen die Daten nahe, dass Taillenumfang und das Taillen-Hüft-Verhältnis in der klinischen Praxis sowie in der Präventivmedizin zwingend herangezogen werden sollten, um die individuelle Gefährdung für Herz und Kreislauf präzise beurteilen zu können. Das Bauchfett gilt dabei als der kritische Faktor, der den Stoffwechsel und das Gefäßsystem unabhängig vom Gesamtgewicht belastet.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69941511 |