Bauchfett, Minuten

Bauchfett: 75 Minuten Gehen pro Woche reduzieren messbar

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 23:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Hongkonger Studie belegt: Bereits 75 Minuten zügiges Gehen pro Woche verringern Bauchfett nachweislich. Auch Blutzucker und Produktivität profitieren.

Studie: 75 Minuten Gehen pro Woche reduzieren Bauchfett messbar
Eine Person in Sportkleidung beim zügigen Gehen in einem Park bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Schon 75 Minuten zügiges Gehen pro Woche reduzieren Bauchfett messbar. Das zeigt eine aktuelle Studie der University of Hong Kong, veröffentlicht in Nature Communications. 315 Erwachsene mit zentraler Adipositas nahmen 16 Wochen lang teil – mit klarem Ergebnis.

Weniger Training, gleiche Wirkung

Überraschend: Ob die 75 Minuten an einem Stück oder auf drei Einheiten verteilt absolviert wurden, machte kaum einen Unterschied. Professor Parco Siu von der HKUMed sieht darin eine praktikable Lösung für alle mit vollem Terminkalender. Der Effekt hielt zudem an: Auch vier Monate nach Trainingsende blieb der Taillenumfang reduziert.

Fitnessexperte Nico Gonzalez empfiehlt vor allem Menschen ab 45 Jahren, Tempowechsel einzubauen. Zehnminütige Intervalle mit wechselnder Intensität sprechen das stoffwechselaktive viszerale Fett besonders effektiv an.

Spaziergang senkt Blutzucker

Die Wirkung zeigt sich bereits nach wenigen Minuten: Eine Studie aus dem Jahr 2025 belegt, dass ein zehnminütiger Spaziergang nach dem Essen den Blutzuckerspiegel auf durchschnittlich 164 mg/dl senkt. Ohne Bewegung lag der Wert bei 181 mg/dl.

Regelmäßiges Gehen hält zudem Gelenke geschmeidig und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Spezielle Varianten wie „Lymphatic Walking“ fördern durch bewusste Haltung und tiefe Atmung den Lymphfluss. Nordic Walking gilt in Städten wie New York als Ganzkörpertraining – die Stöcke aktivieren die Oberkörpermuskulatur und entlasten die Knie.

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Kurze Gänge, große Wirkung im Kopf

Wer bei der Arbeit regelmäßig aufsteht, profitiert doppelt. Eine Untersuchung der Columbia University mit über 11.000 Teilnehmern zeigt: Fünf Minuten Gehen pro Stunde reduzieren Müdigkeit erheblich und steigern die Produktivität um bis zu drei Prozent. Das berufliche Engagement wächst demnach um vier bis sieben Prozent.

Noch beeindruckender sind die Ergebnisse der Stanford University: Kreativität steigt durch Gehen um bis zu 81 Prozent. Dabei spielt auch die Umgebung eine Rolle. Eine Studie der Universität Padua mit 200 Studierenden fand heraus: Historische Altstadtfassaden wirken ähnlich erholsam wie Natur, während moderne Betonbauten Stressreaktionen auslösen können.

Wo Gehen an Grenzen stößt

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Bei der Knochengesundheit hat Gehen das Nachsehen. Eine Metastudie der Semmelweis Universität mit 1.238 Teilnehmern zeigt: Hochintensive Sportarten wie Fußball oder Handball steigern Knochenbildungsmarker um bis zu 46 Prozent. Gehen und klassisches Krafttraining zeigen hier keinen signifikanten Effekt.

Auch bei Hüftarthrose helfen realistische Erwartungen. Ein Cochrane-Review mit 1.368 Teilnehmern fand zwar eine geringfügige Schmerzlinderung durch Bewegung – eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität allein durch Gehen bleibt jedoch aus. Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt deshalb, Gehen mit Krafttraining zu kombinieren. Zwei Einheiten à 40 bis 60 Minuten pro Woche genügen, um die WHO-Mindeststandards zu erfüllen.

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