Ballaststoffe, Gramm

Ballaststoffe: 30 Gramm täglich schützen Darm und Cholesterin

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 15:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Viele Menschen erreichen die empfohlene Ballaststoffmenge nicht, während Protein ausreichend aufgenommen wird. Pflanzliche Lebensmittel können beides verbinden.

Protein ist reichlich vorhanden, Ballaststoffe bleiben zurück
Eine Auswahl an unverarbeiteten Hülsenfrüchten, Getreide und frischem Gemüse auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

In der modernen Ernährungswissenschaft stehen Proteine und Ballaststoffe gleichermaßen im Fokus, erfüllen im Körper jedoch völlig unterschiedliche Aufgaben. Während Eiweißprodukte im Handel boomen, geraten pflanzliche Faserstoffe im Alltag häufig ins Hintertreffen.

Die Ernährungsberaterin Dr. Linia Patel und die Diätassistentin Laura Tilt haben die spezifischen Unterschiede sowie die gesundheitlichen Vorteile beider Nährstoffgruppen in der täglichen Ernährung analysiert.

Proteinboom versus Ballaststoffdefizit

Nach Angaben von Laura Tilt liegt die offizielle Verzehrempfehlung im Vereinigten Königreich für Eiweiß bei etwa 0,75 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. In der Praxis nehmen die meisten Menschen jedoch rund 1,5 Gramm pro Kilogramm zu sich und decken ihren Bedarf damit mehr als ausreichend.

Ganz anders stellt sich die Situation bei den Ballaststoffen dar. Hier empfiehlt Dr. Patel eine Zufuhr von 30 Gramm täglich, die idealerweise gleichmäßig über die Mahlzeiten verteilt werden sollte. Daten des National Diet and Nutrition Survey belegen jedoch, dass der britische Durchschnittswert deutlich unter dieser Marke von 30 Gramm liegt.

Auch im deutschsprachigen Raum zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen ebenfalls eine Zufuhr von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag. Berichten zufolge erreicht ein Großteil der Bevölkerung jedoch lediglich etwa die Hälfte dieses Richtwerts.

Wissenslücken und Prioritäten bei Verbrauchern

Die Diskrepanz zwischen Proteinen und Ballaststoffen spiegelt sich auch im öffentlichen Bewusstsein wider. Eine im Auftrag von Kellogg’s durchgeführte Untersuchung unter 2.000 Erwachsenen ergab, dass lediglich 35 Prozent der über 50-Jährigen die offizielle Empfehlung von etwa 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag überhaupt kannten. Fast die Hälfte der Befragten, konkret 48 Prozent, wusste nicht, welche Lebensmittel zur Steigerung der Zufuhr beitragen können.

In der Generation Z gaben zwar 75 Prozent an, sich beim Thema Ballaststoffe sicher zu fühlen, allerdings stuften 27 Prozent diese nicht als wichtigen Faktor ein. Rund 30 Prozent dieser Altersgruppe vermuteten, zu wenig davon aufzunehmen.

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Das Thema Protein führte die Rangliste der persönlichen Gesundheitsthemen mit 29 Prozent an, gefolgt von Kalorien und Darmgesundheit mit jeweils 24 Prozent. Ballaststoffe erreichten lediglich 12 Prozent. Bei der Frage nach Anpassungen gaben 33 Prozent an, am ehesten das Frühstück ergänzen zu wollen.

Wertvolle Quellen für eine ausgewogene Versorgung

Ernährungsfachleute weisen darauf hin, dass pflanzliche Lebensmittel beide Nährstoffe wirksam kombinieren können. So liefern Bohnen und Hülsenfrüchte pro 100 Gramm etwa 8 bis 9 Gramm Protein sowie 7 bis 8 Gramm Ballaststoffe. Eine halbe Tasse gekochte Linsen stellt bereits gut 8 Gramm Ballaststoffe neben pflanzlichem Eiweiß bereit. Allein der Wechsel von Weißmehlprodukten auf Vollkornvarianten kann die Ballaststoffaufnahme nahezu verdreifachen.

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Auch Haferflocken bieten pro 100 Gramm rund 10 Gramm Ballaststoffe, etwa 13 Gramm pflanzliches Protein sowie circa 130 Milligramm Magnesium. Zudem senkt das darin enthaltene Beta-Glucan nachweislich Cholesterinwerte und verzögert die Magenentleerung.

Für die reine Proteinzufuhr liefern Milch- und Sauermilchprodukte wie Magerquark rund 12 bis 13 Gramm und Skyr etwa 11 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Fachleute betonen jedoch, dass eine umstellung auf eine ballaststoffreichere Kost stets schrittweise und in Verbindung mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr erfolgen sollte, um den Verdauungstrakt nicht zu überlasten.

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