Ausdauer-Mangel: Sterberisiko um 400% erhöht – mehr als Rauchen
24.06.2026 - 14:21:07 | boerse-global.de
Besonders die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining zeigt beeindruckende Effekte auf Sterblichkeit und Herzgesundheit.
Schlechte Fitness gefährlicher als Rauchen
Die Zahlen sind deutlich: Eine schlechte Ausdauer erhöht das Sterberisiko um rund 400 Prozent – im Vergleich zu Menschen mit hoher Fitness. Zum Vergleich: Rauchen steigert das Risiko „nur“ um 50 Prozent. Auch mangelnde Muskelkraft schlägt mit einem um 200 Prozent erhöhten Sterberisiko zu Buche.
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Die gute Nachricht: Wer beide Trainingsformen kombiniert, senkt die Sterblichkeit um insgesamt 40 Prozent. Dabei ist intensives Training viermal effektiver als moderate Einheiten. Für den Muskelerhalt empfehlen Experten bei einem Körpergewicht von 79 Kilogramm eine täliche Eiweißzufuhr von 120 Gramm.
Krafttraining schützt Frauenherzen
Eine aktuelle Studie des Journal of the American College of Cardiology liefert spezifische Erkenntnisse für Frauen. Wer mindestens zwei Stunden pro Woche Krafttraining absolviert, hat ein geringeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Effekt tritt zusätzlich zu den Vorteilen des Ausdauertrainings auf. Die Untersuchung basiert auf Daten von über 117.000 Frauen.
Höchstleistungen im hohen Alter
Dass sportliche Spitzenleistungen auch jenseits der 70 möglich sind, zeigt Jean-Pierre Schupp. Am 15. Juni 2026 bewältigte der 71-Jährige 22 Alpenpässe – 932 Kilometer nonstop in 15 Stunden. Berichten zufolge trat dabei keine übermäßige Erschöpfung auf.
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Weitere Beispiele für aktive Lebensgestaltung im Alter: Joan MacDonald begann erst mit 70 mit dem Training. Die 85-jährige Ramona Gorraiz besucht fast täglich das Fitnessstudio und empfiehlt Anfängern einen progressiven Einstieg.
Die sechs L des gesunden Alterns
Die Gerontologin Ulla Reyle erklärte auf einer Fachveranstaltung in Albstadt: Biologische Alterungsprozesse setzen bereits mit etwa 40 Jahren ein, wenn die Leistung der Sinnesorgane nachlässt. Sie identifizierte fünf Strukturmerkmale des modernen Alters: Individualisierung, Pluralisierung, Verjüngung, Entberuflichung und Feminisierung.
Ihr Leitfaden für gesundes Altern: die sechs L – Liebe, Lernen, Laufen, Lachen, Loslassen und Leben.
Wohnprojekte setzen auf Longevity
Die Vivir GmbH in Dresden entwickelt Mietwohnungen nach dem Longevity-Konzept. Barrierefreiheit, natürliche Materialien und Gemeinschaftsräume für Bewegung und Gesundheitsangebote stehen im Fokus. Die Projekte konzentrieren sich auf fünk Kernbereiche: Materialbeschaffenheit, barrierefreies Wohnen, Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit.
Neue Kursangebote für Senioren
In Stadtroda startet Ende Juni 2026 das Sportangebot Fit55+ mit Rückenpilates und Seniorentraining. Ähnliche Initiativen in De Bilt und Loppersum zeigen den Trend zur institutionalisierten Seniorenfitness. Auch spezifische Kurse wie Yoga für Beckenbodentraining in Bernau ergänzen das Angebot.
Dass Fitness auch medizinische Eingriffe erleichtert, zeigt das Beispiel des 85-jährigen Jochen Busse. Nach seinem Umzug in eine Seniorenresidenz in Köln sind für Ende Juni eine Operation wegen eines Aneurysmas sowie ein anschließender Hüfteingriff geplant. Sein Ziel: die Rückkehr auf die Bühne Anfang 2027.
