Glucosamin-Warnung: 25% höheres Alzheimer-Risiko bei Gedächtnisproblemen
24.06.2026 - 14:21:07 | boerse-global.de
Von Cremes über Kälteanwendungen bis zu neuen Wirkstoffen – aktuelle Studien zeigen, was wirklich hilft und wo Risiken lauern.
Kühle und Wärme als Waffe gegen Schwellungen
Spezielle topische Präparate sollen gezielt helfen. Das Cannabidoc Schmerz&arthritis Gel der Janus Medica GmbH etwa kommt ohne Konservierungs- und Farbstoffe aus und setzt auf kühlende Effekte.
Während Gele oft nur oberflächlich kühlen, setzen alternative Methoden direkt an den Schmerzpunkten der Gelenke an. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen, wie Sie mit gezielter Akupressur Ihre Beschwerden ohne Medikamente lindern können. 101 Druckpunkte gegen Arthrose kostenlos entdecken
Einen anderen Ansatz verfolgt das System Alpha Cooling Professional. Hier wird Kälte über die Handflächen zugeführt – mit angeblich systemischen Wirkungen auf den ganzen Körper. Eingesetzt wird es bei Arthrose, Arthritis, Fibromyalgie und Rheuma.
Auch in der Tiermedizin gibt es Neues: Die BEMER Dog Line nutzt gepulste elektromagnetische Felder zur Unterstützung der Mikrozirkulation bei Hunden mit Osteoarthritis. Eine Studie mit 21 Hunden zeigte Verbesserungen im Gangbild. Der Verkaufsstart ist für Mitte August 2026 geplant.
Glucosamin: Vorsicht bei Gedächtnisproblemen
Nahrungsergänzungsmittel sind beliebt, aber nicht unproblematisch. Eine Studie der University of Florida im Fachjournal Nature Metabolism hat die Wirkung von Glucosamin auf das Gehirn untersucht.
Das Ergebnis: Bei über 50.000 Patientenakten zeigte sich, dass Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen unter Glucosamin ein 25 Prozent höheres Risiko für Alzheimer-Demenz haben. Paradoxerweise zeigte eine britische Bevölkerungsstudie bei gesunden Erwachsenen ein leicht reduziertes Risiko.
Fachleute raten daher: Bei bestehenden kognitiven Einschränkungen auf Glucosamin verzichten. Und nur das verschreibungspflichtige Glucosaminsulfat in 1500 mg Dosis täglich hat ausreichende Belege für seine Wirkung.
Omega-3: Mehr hilft nicht mehr
Die Keck Medicine of USC veröffentlichte im Juni 2026 eine placebokontrollierte Doppelblindstudie zu Omega-3-Fettsäuren. 365 Probanden mit erhöhtem Alzheimer-Risiko nahmen täglich 2.000 mg DHA – über zwei Jahre zeigte sich kein signifikanter Vorteil für Gedächtnis oder kognitive Leistung.
Eine andere Studie (DO-HEALTH) deutete immerhin an, dass eine geringere Dosis Omega-3 die epigenetische Alterung verlangsamen könnte. Die Dosis macht also den Unterschied.
Neue Wirkstoffe in der Pipeline
In der Pharmaforschung gibt es vielversprechende Entwicklungen. Das Unternehmen Ningbo Inno Pharmchem untersucht die NAG-Derivate BNAG1 und BNAG2. In Entzündungsmodellen reduzierte BNAG1 die Freisetzung von Entzündungsmarkern wie IL-6 und TNF-? stärker als der Basiswirkstoff NAG.
Das könnte neue Optionen für chronisch-entzündliche Erkrankungen eröffnen.
Bereits etabliert ist Upadacitinib (Rinvoq) für rheumatoide Arthritis und Psoriasis-Arthritis. Die Fachinformationen betonen: Bei Patienten ab 65 Jahren liegt die empfohlene Tagesdosis bei 15 mg. Ärzte müssen auf Risiken wie venöse Thromboembolien und maligne Erkrankungen achten.
Prävention: Die Knie schonen
Neben Medikamenten bleibt die Belastungssteuerung zentral. Analysen aus dem Wandersport zeigen: Beim Bergabgehen tragen die Knie das Drei- bis Fünffache des Körpergewichts. Trekkingstöcke können die Belastung um etwa 25 Prozent reduzieren.
Auch ein leichterer Rucksack und regelmäßige Ruhetage beugen Überlastungsschäden wie dem Iliotibialband-Syndrom vor.
Zur langfristigen Entlastung der Gelenke ist eine stabile Muskulatur unerlässlich, da sie Stöße abfängt und die Beweglichkeit fördert. Ein Experte hat sechs spezielle Übungen zusammengestellt, mit denen Sie ganz einfach von zuhause aus Ihre Kraft und Vitalität steigern können. Kostenlosen Krafttrainings-Ratgeber jetzt herunterladen
Apothekenreform: Mehr Aufgaben für die Primärversorgung
Der Bundesrat billigte im Juni 2026 eine Apothekenreform. Künftig sollen Apotheken stärker in die Primärversorgung eingebunden werden – etwa durch Point-of-Care-Tests und Blutabnahmen.
Neu ist auch: Bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente können in kleinsten Packungsgrößen zur Selbstzahlung abgegeben werden, wenn Patienten sie regelmäßig einnehmen. Das soll besonders die Versorgung in ländlichen Regionen stabilisieren.
