Atemtechnik, Stress

Atemtechnik gegen Stress: Vier Sekunden ein, sechs Sekunden ausatmen

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schlafrhythmen, Bewegung und Achtsamkeit können laut Experten bei innerer Unruhe helfen; anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
Ein minimalistisch eingerichtetes, ruhiges Schlafzimmer mit sanftem Morgenlicht und einer ordentlich gemachten Bettstatt. Illustration mit AI erstellt.

Anhaltende Angstzustände und Schlafstörungen belasten das Nervensystem vieler Menschen im Alltag nachhaltig. Laut einem Bericht vom 26.10.2026 empfiehlt der Psychiater und Psychotherapeut Anton Schestakow gezielte Maßnahmen wie Meditation, strukturierte Atemübungen, regelmäßige Spaziergänge sowie moderate körperliche Bewegung, um solchen Belastungen wirksam entgegenzutreten.

Feste Rhythmen und Hygiene für erholsamen Schlaf

Um das Stresshormon Cortisol im Körper abzusenken, rät Schestakow zu strikt eingehaltenen, täglich gleichen Schlafens- und Aufstehzeiten. Für das Schlafzimmer empfiehlt der Fachmann eine Raumtemperatur von 18 bis 19 Grad Celsius sowie ein Einschlafen in vollständiger Dunkelheit und Stille. Zudem sollte mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen auf die Nutzung technischer Geräte wie Smartphones oder Tablets verzichtet werden.

Ergänzend weist Schestakow auf die Rolle der Ernährung hin: Der verstärkte Verzehr von Fisch, Nüssen, Samen, Kräutern und Produkten mit hohem Vitamin-B-Gehalt könne die Produktion von Serotonin und Dopamin fördern. Auch die bewusste Pflege sozialer Kontakte zu Freunden und Familie trage zur Stabilisierung bei.

Halten Schlafmangel und innere Unruhe jedoch länger als zwei Wochen an, sei laut Schestakow ein Arztbesuch ratsam. In solchen Fällen kämen medikamentöse Unterstützung oder eine kognitive Verhaltenstherapie speziell für Schlaflosigkeit infrage. Wie der Neurologe Alexander Komarow in diesem Kontext darlegt, könne ein länger anhaltender Schlafmangel infolge einer Erschöpfung des Gehirns lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.

Regulierung des Nervensystems durch Atmung und Achtsamkeit

Die Notwendigkeit zur Erholung ist weit verbreitet. Bereits im Jahresbericht der Deutschen Krankenkassen aus dem Jahr 2018 gaben 33 Prozent der Befragten an, mehr Ruhe und Schlaf zur Regeneration von täglichem Stress zu benötigen. Unregelmäßige Schlafzeiten und ein gestresster Organismus bringen den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander.

Bei akuten Einschlafproblemen empfiehlt sich demnach, die Wachheit zunächst zu akzeptieren, statt dagegen anzukämpfen, oder kurzzeitig aufzustehen. Zudem bieten sich Techniken wie Bodyscan, Meditation und progressive Muskelrelaxation an.

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Einen konkreten physiologischen Hebel bildet die Atemtechnik. Laut einem Bericht vom 25.10.2026 über ein Vagusnerv-Übungsprogramm unterstützt eine ruhige Atmung mit verlängerter Ausatmung – konkret vier Sekunden einatmen und sechs Sekunden ausatmen – die autonome Regulation. Eine tägliche Übungsdauer von drei bis fünf Minuten diene dabei als wirksamer Anker in stressigen Situationen oder unmittelbar vor dem Einschlafen.

In einem Podcast von Alexandra Keyling wird betont, dass neben dem Wissen über Angst auch die Nervensystemregulation, die Verarbeitung belastender Erfahrungen und der Umgang mit eigenen Gedanken zusammenwirken müssen. Ziel sei dabei keine vollständige Angstfreiheit, sondern die Rückgewinnung von persönlichem Handlungsspielraum.

Auch bei akuten Belastungen, etwa nach dem Schauen aufwühlender Filme, helfe das Wahrnehmen der körperlichen Anspannung, ruhiges Ausatmen, das bewusste Betrachten der Umgebung oder das Einschalten eines gedämpften Lichts, um die normale Angstreaktion abklingen zu lassen.

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Pflanzliche Unterstützung und meditative Praxis

Zur Linderung nervöser Unruhe nennt ein am 25.10.2026 veröffentlichter Ratgeber verschiedene Heilpflanzen wie Melisse, Passionsblume, Lavendel, Hopfen sowie die traditionell thailändische Pflanze Cassia siamea. Bei Baldrian trete eine beruhigende Wirkung in der Regel erst nach einer mehrwöchigen, regelmäßigen Anwendung ein.

Da pflanzliche Präparate individuell wirken, sollte bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme oder bei Beschwerden, die über mehrere Wochen anhalten, ärztlicher Rat eingeholt werden. Dasselbe gilt beim Auftreten von Symptomen wie Herzrasen, Schwindel oder Depressionen.

Für eine tiefere mentale Regeneration suchen manche Menschen spezielle Meditationszentren auf. Am Benediktushof bei Würzburg ist laut einem Bericht vom 26.10.2026 für ein mehrtägiges Sesshin mit intensiver Zen-Meditation ein anderthalbtägiger Einführungskurs vorgeschrieben. Das traditionelle Zazen-Sitzen in Stille wird für Anfänger dort schrittweise mit Einheiten von zunächst 15 Minuten statt der sonst üblichen 25 Minuten am Stück praktiziert.

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