Arzneimittel-Wirkstoffe: Pakistan senkt 90%-Importquote durch chinesische Partnerschaften
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 02:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Im Fokus stehen die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Milliardeninvestitionen in die Pharmaindustrie. Ziel: Weniger Importabhängigkeit und eine neue Rolle als regionales Produktionszentrum für Arzneimittel.
TCM-Zentrum in Karatschi gegründet
Ein zentraler Baustein ist das neue Sino-Pakistan Cooperation Center on Traditional Chinese Medicine (SPCCTCM). Es entstand aus einer Kooperation zwischen der Hunan University of Medicine und der Universität von Karatschi. Das Institut soll gemeinsame Forschung, akademischen Austausch und die Entwicklung pflanzlicher Arzneimittel vorantreiben.
Die Pakistan China Joint Chamber of Commerce and Industry (PCJCCI) sieht großes Potenzial für Technologietransfer. Pakistan könne von Chinas TCM-Expertise profitieren und im Gegenzug Ressourcen für den Anbau von Arzneipflanzen liefern. Besonders nach den Erfahrungen der weltweiten Pandemie habe diese Medizinform international an Anerkennung gewonnen.
Bereits am 17. Juli wurde zudem eine dreiseitige Vereinbarung unterzeichnet. Die Punjab Skills Development Authority (PSDA), die TANG International Education Group und das China Global Professional and Technical Certification Center wollen TCM-Inhalte in die berufliche Bildung integrieren.
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440 Millionen Dollar für Pharmaproduktion
Parallel zur akademischen Kooperation treibt Pakistan die industrielle Entwicklung voran. Am 17. und 18. Juli fand in Islamabad eine große Investitionskonferenz für Pharmazie und Biotechnologie statt. Rund 150 chinesische Unternehmen mit über 200 Delegierten trafen auf mehr als 300 pakistanische Firmen.
Das Ergebnis: neun Abkommen mit einem Gesamtvolumen von rund 440 Millionen US-Dollar. Sie decken kritische Bereiche ab: lokale Impfstoffherstellung, biotechnologische Forschung, Generikaproduktion und Hepatitis-Prävention.
Noch ambitionierter sind die Fortschritte bei bereits bestehenden Absichtserklärungen. Deren Gesamtwert beläuft sich auf über 20 Milliarden US-Dollar – verteilt auf Pharmazie, Biotechnologie und Logistik.
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90 Prozent der Wirkstoffe kommen aus dem Ausland
Die pakistanische Regierung verfolgt mit diesen Abkommen klare Ziele. Aktuell stellt Pakistan zwar rund 85 Prozent seiner fertigen Arzneimittel selbst her. Doch bei den pharmazeutischen Wirkstoffen (APIs) liegt die Importquote bei 90 Prozent. Die neue Kooperationswelle soll die Eigenproduktion dieser Rohstoffe ankurbeln und die Devisenreserven entlasten.
Die gesamte Dynamik ist Teil der zweiten Phase des China-Pakistan Economic Corridor (CPEC). Die erste Phase konzentrierte sich mit Investitionen von über 30 Milliarden Dollar auf Infrastruktur und Energie. Jetzt stehen industrielle Entwicklung, Technologietransfer und Landwirtschaft im Fokus.
Regierungsvertreter betonten, dass die Sicherheit chinesischer Investoren und Fachkräfte oberste Priorität habe. Nur so sei die langfristige Umsetzung der Projekte gewährleistet. Durch die verstärkte Produktion von lebensrettenden Medikamenten und Impfstoffen im eigenen Land will Pakistan zudem seine Position im regionalen Exporthandel stärken.
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