Apple vs. EU: 450 Millionen Nutzer gehen bei Siri-KI leer aus
01.07.2026 - 16:58:52 | boerse-global.de
Apple-Chef Tim Cook hat sich am Dienstag in einer Videokonferenz mit EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen getroffen – das Thema: der drohende Start ohne Siri-KI in Europa.
Der Austausch sei konstruktiv verlaufen, teilten beide Seiten mit. Dennoch bleibt der grundlegende Konflikt ungelöst. Apples Entscheidung, die neue Siri-KI nicht mit iOS 27 und iPadOS 27 in der EU auszuliefern, sorgt für Spannungen mit der Europäischen Kommission.
Interoperabilität als Knackpunkt
Apple begründet den Schritt mit den Interoperabilitätsanforderungen des Digital Markets Act (DMA). Das Unternehmen sieht darin Hürden für den Einsatz der KI-Funktionen. Die EU-Kommission widerspricht: Das Gesetz verbiete keine Produkteinführungen – die Entscheidung liege allein bei Apple.
Betroffen sind rund 450 Millionen Nutzer im europäischen Markt. Während iPhones und iPads in der EU leer ausgehen, plant Apple die Siri-KI auf anderen Plattformen wie macOS 27, visionOS 27 und watchOS 27 zu starten.
Abgelehnte Vorschläge und Druck aus Brüssel
Apple schlug einen Trusted System Agent mit einer 18-monatigen Übergangsfrist vor. Die EU lehnte ab – sie wertete den Vorstoß als Versuch einer pauschalen Ausnahme vom DMA.
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Die Kommission betont: Apple habe die nötigen Interoperabilitätsfunktionen für einen Mobilstart schlicht nicht entwickelt. Hunderte Verbraucherbeschwerden über die fehlenden KI-Funktionen liegen in Brüssel vor.
Milliardenschwere Konsequenzen
Der Streit hat für Apple existenzielle Bedeutung: Der europäische Markt macht knapp 27 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Bei Verstößen gegen den DMA drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – für Apple wäre das ein zweistelliger Milliardenbetrag.
Führungswechsel als zusätzlicher Faktor
Nicht nur Apple muss sich an neue Digital-Regeln anpassen – seit August 2024 gilt die EU-KI-Verordnung unmittelbar für alle Unternehmen in Deutschland. Ein kostenloser Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Das Treffen fällt in eine Phase des Umbruchs: Tim Cook soll am 1. September 2026 als CEO zurücktreten und den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen. Branchenbeobachter werten Cooks persönliches Eingreifen als Zeichen, dass Apple den Konflikt noch vor dem Führungswechsel lösen will.
Konkrete Fortschritte oder eine Einigung wurden bislang nicht bekannt.
