Deutsche Stiftung Glücksspielforschung startet Ausschreibung für zwei Forschungspreise 2027
01.07.2026 - 17:00:00 | presseportal.de
Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung (DSGF) eröffnet am 1. Juli 2026 die Bewerbungsphase für zwei Forschungspreise: den Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung und den Deutschen Innovationspreis Glücksspielforschung. In der aktuellen Ausschreibungsrunde vergibt die Stiftung bis zu vier Auszeichnungen mit einem Gesamtpreisgeld von bis zu 290.000 Euro. Bewerbungen können bis zum 30. September 2026 eingereicht werden.
Glücksspiel gehört zu den am stärksten regulierten Freizeitaktivitäten in Deutschland und ist zugleich ein Verhaltensfeld, das wissenschaftlich erst in Ansätzen systematisch erschlossen ist. Fundierte Forschung dazu ist gesellschaftlich relevant weit über die Suchtprävention hinaus: Sie betrifft Fragen des Jugend- und Spielerschutzes, die Wirksamkeit regulatorischer Maßnahmen, den Umgang mit Betrug und Begleitkriminalität sowie die Integrität des Sportwettenwesens. Wissenschaftlich berührt das Feld disziplinübergreifend Rechtswissenschaft, Ökonomie, Psychologie, Soziologie, Public Health und Neurowissenschaft - von der Analyse individuellen Risiko- und Entscheidungsverhaltens bis zur Bewertung wirksamer Schutz- und Präventionsmaßnahmen unter realen Marktbedingungen. Die beiden Forschungspreise der Stiftung sollen diese Forschung sichtbar machen und gezielt fördern.
Nominiert werden können Forscherinnen und Forscher an akkreditierten wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen in der Europäischen Union sowie in den EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Die Nominierung erfolgt jeweils durch die wissenschaftliche Institution, an der die Forschung entstanden ist.
Deutscher Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung
In dieser Ausschreibungsrunde vergibt die Stiftung bis zu drei Nachwuchsforschungspreise mit einem Preisgeld von je 30.000 Euro, das vollständig an die ausgezeichnete Person geht. Bewerben können sich Erstautorinnen und Erstautoren, deren Abschluss - etwa Promotion oder Master - nicht länger als zehn Jahre zurückliegt; dokumentierte Auszeiten wie Eltern- oder Krankheitszeiten werden nicht angerechnet.
Deutscher Innovationspreis Glücksspielforschung
Der mit 200.000 Euro dotierte Innovationspreis zeichnet eine herausragende Forschungsarbeit aus - und ist offen für Autorinnen und Autoren in jedem Karrierestadium. 70 Prozent des Preisgelds gehen an die nominierende Forschungseinrichtung, 30 Prozent an die berechtigten Autorinnen und Autoren.
Bewertungskriterien
Bewertet werden die eingereichten Arbeiten danach, ob sie einen neuartigen wissenschaftlichen Beitrag leisten und zugleich dem öffentlichen Interesse am Glücksspielwesen im Sinne von § 1 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) dienen - etwa der Suchtprävention, dem Jugend- und Spielerschutz, der Bekämpfung von Betrug und Begleitkriminalität sowie dem Schutz der Integrität des Sportwettenwesens. Die nominierten Arbeiten müssen in englischer Sprache verfasst und innerhalb der vergangenen fünf Jahre in einer referierten wissenschaftlichen Publikation angenommen worden sein.
Bewerbungsunterlagen
Nominierende Institutionen reichen ein:
Alle Unterlagen sind auf Englisch einzureichen. Das Bewerbungsformular mit Wortlimits stellt die Stiftung auf ihrer Website bereit.
Unabhängige Auswahl durch internationalen wissenschaftlichen Beirat
Über die Vergabe entscheidet der internationale wissenschaftliche Beirat der Stiftung in einem unabhängigen, mehrstufigen Begutachtungsverfahren mit bis zu acht Mitgliedern aus unterschiedlichen Disziplinen der Glücksspielforschung. Auf eine Erstbewertung folgen die Erstellung einer Shortlist, ein Peer-Review-Verfahren durch externe Fachexpertinnen und -experten sowie eine abschließende Beratung, in der eine einstimmige Entscheidung angestrebt wird.
Über die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung
Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung ist eine 2024 gegründete gemeinnützige Organisation mit Sitz in München und dem Leitbild "Für Evidenz und Exzellenz im Verbraucherschutz". Sie widmet sich der Förderung unabhängiger, international anschlussfähiger Forschung zu Glücksspiel, Risiko- und Entscheidungsverhalten sowie zum Verbraucherschutz. Die generierte Evidenz soll zur Erreichung der Ziele des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV 2021) beitragen. Die Stiftung ist als Public-Private-Partnership organisiert und vereint staatliche (Thüringer Staatslotterie AöR), kommunale (François-Blanc-Spielbank Bad Homburg) und private Gesellschafter (Tipico Technology Holding, Merkur.com AG, Dr. Daniel Henzgen).
Um Interessenkonflikte strukturell auszuschließen, wird Forschung nicht über projektbezogene Auftragsvergabe gesteuert, sondern über hochdotierte Preise für bereits abgeschlossene, unabhängig entstandene wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet. Über die Preisvergabe entscheidet ausschließlich der internationale wissenschaftliche Beirat. Die Stiftung vergibt den Deutschen Innovationspreis Glücksspielforschung (bis zu 200.000 Euro) sowie den Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung (30.000 Euro je Auszeichnung) - die weltweit ersten und einzigen Preise ihrer Art.
Für nähere Informationen, Interviewanfragen sowie Fragen zur Bewerbung wenden Sie sich bitte an:
Katrin Strauch, GRALGmbH
+49 89-386676-13
+49 176-13866766
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