Apple, Gericht

Apple verliert vor Gericht: Gatekeeper-Status unter DMA bleibt

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 20:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple scheitert vor Gericht mit Anfechtung der Einstufung als Gatekeeper und muss sich den strengen DMA-Regeln der EU unterwerfen.

EuGH weist Apple-Klage zurück: Gatekeeper-Status bestätigt
Apple - EU-Flagge neben Smartphone mit App-Store, Symbol für digitale Marktregulierung und Technologieaufsicht. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der iPhone-Konzern muss sich nun den strengen Wettbewerbsregeln des Digital Markets Act (DMA) beugen. Ein bedeutender Erfolg für die EU-Regulierer.

Niederlage vor Gericht

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg wies am heutigen Mittwoch die zentralen Argumente Apples zurück. Der Konzern hatte vergeblich versucht, seine verschiedenen App-Stores als getrennte Plattformen darzustellen. Apples Argument: Die Versionen für iPhone, iPad, Apple Watch, Mac und Apple TV erfüllten unterschiedliche Zwecke und bildeten keine einheitliche Plattform.

Doch die Richter sahen das anders. Sie urteilten, dass alle Varianten im Kern dieselbe Funktion erfüllen und gemeinsam als ein zentraler Plattformdienst im Sinne des DMA gelten. Auch die Anfechtung der Einstufung des Nachrichtendienstes iMessage erklärte das Gericht für unzulässig.

Damit bestätigt das Urteil die Entscheidung der EU-Kommission aus September 2023. Apples Ökosystem überschreitet die Schwellenwerte für den Gatekeeper-Status, der Unternehmen betrifft, die als essentielle Vermittler zwischen Geschäftskunden und Verbrauchern agieren.

Was das Urteil für Apple bedeutet

Apple bleibt an die DMA-Verpflichtungen gebunden. Dazu gehören die Öffnung für Drittanbieter-Entwickler, die Interoperabilität mit Apples Diensten und die Zulassung alternativer App-Stores. Der Konzern zeigte sich enttäuscht und warnte vor Risiken für Datenschutz und Sicherheit der Nutzer. Ob Apple in die nächste Instanz geht, ließ das Unternehmen offen.

Anzeige

Während große Plattformen wie Apple mit neuen EU-Regularien kämpfen, müssen auch mittlere Unternehmen ihre digitale Compliance im Blick behalten. Dieser kostenlose Praxisleitfaden hilft Ihnen, gesetzliche Anforderungen wie den EU AI Act rechtssicher umzusetzen. Fristen und Pflichten der KI-Verordnung kompakt erklärt

Theoretisch steht dem Konzern der Weg zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) offen, der höchsten juristischen Instanz der EU. Ein solches Rechtsmittel muss sich jedoch auf Rechtsfragen beschränken und innerhalb von zwei Monaten und zehn Tagen nach dem Urteil eingelegt werden. Der Rechtsstreit, den Apple 2024 unter den Aktenzeichen T-1079/23, T-1080/23 und T-214/24 anstrengte, gilt als zentraler Test für die Durchsetzungsfähigkeit des DMA.

Weitere regulatorische Hürden

Die juristische Schlappe ist nicht die einzige Baustelle für Apple in Europa. Bereits im April 2025 verhängte die EU-Kommission eine Geldstrafe von 500 Millionen Euro gegen den Konzern. Grund waren Anti-Steering-Praktiken, die Musikstreaming-Konkurrenten daran hinderten, Nutzer über günstigere Abo-Optionen außerhalb des App Stores zu informieren.

Anzeige

Die zunehmende Regulierung durch die EU stellt viele IT-Abteilungen vor große Herausforderungen bei der Risiko-Dokumentation. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern

Zwei weitere Verfahren zu Apples Einhaltung der EU-Wettbewerbsregeln sind noch anhängig. Verbraucherschutzorganisationen wie der europäische Dachverband BEUC begrüßten das heutige Urteil. Sie sehen darin einen notwendigen Schritt für fairen Wettbewerb im digitalen Markt. Apple hingegen argumentiert weiterhin, die DMA-Anforderungen seien unverhältnismäßig und überschritten rechtliche Grenzen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69725924 |